Hauptinhalt
Der Reise-Blog von Stefan Nink
Als ob wir's geahnt hätten...
27. Februar 2009
Nie erschienen (3)
Manche Reportage-Sätze fallen einem gestrengen Schlussredakteur zum Opfer.
Bei manchen Sätzen weiß man das schon vorher.
>>Nach allem, was man so liest in den Memoiren früher amerikanischer Siedler, lassen sich vietnamesische Busfahrten am ehesten mit Kutschenreisen im Wilden Westen vergleichen. Auch damals ging es darum, möglichst lange Distanzen in möglichst kurzer Zeit zurückzulegen, Pistenverhältnisse wie Schäden am Fahrzeug zu ignorieren und am Ende Fracht und Passagiere abzuliefern, in welchem Zustand auch immer. In diesem Fall wird das Fahrvergnügen vor allem durch den Sitzplatz direkt an der Hintertür geschmälert. Die steht offen, es zieht gewaltig, ein Mann steht im Eingang und ist die ganze Fahrt über damit beschäftigt, jedem unbeteiligten Passanten Fahrziel und Fahrpreis ins Gesicht zu brüllen. Andererseits braucht dieser Bus dringend Frischluft. Diese rumpelnde Rosthülle war voll bei der Abfahrt, und wie die voll war, aber irgendwie haben der Fahrer und seine Helfershelfer noch 27 Passagiere zusätzlich reingequetscht, Großväterchen, Marktfrauen, Handlungsreisende, eine halbe Schulklasse. Plus drei zerdellte Fässer, aus denen in jeder Kurve Fischsauce schwappt, ein Bündel sechs Meter langer Bambusstangen, mehrere Auspuffrohre, zwei Fernseher in Pappkartons und bestimmt auch noch irgendwo eine Kiste längst toter Fische, mit der überschwappenden Sauce allein lässt sich dieser Geruch hier nämlich nicht erklären. Am liebsten möchte man augenblicklich quer durch den Mittelgang speien.
(jaja, ich weiß. streich den letzten satz. und sorge dafür, dass meine spesen beim nächsten auftrag in dieser region für ein auto reichen, am liebsten mit chaffeur, bitte, bitte!! der nink)<<
26. Februar 2009
Bei manchen Sätzen weiß man das schon vorher.
>>Nach allem, was man so liest in den Memoiren früher amerikanischer Siedler, lassen sich vietnamesische Busfahrten am ehesten mit Kutschenreisen im Wilden Westen vergleichen. Auch damals ging es darum, möglichst lange Distanzen in möglichst kurzer Zeit zurückzulegen, Pistenverhältnisse wie Schäden am Fahrzeug zu ignorieren und am Ende Fracht und Passagiere abzuliefern, in welchem Zustand auch immer. In diesem Fall wird das Fahrvergnügen vor allem durch den Sitzplatz direkt an der Hintertür geschmälert. Die steht offen, es zieht gewaltig, ein Mann steht im Eingang und ist die ganze Fahrt über damit beschäftigt, jedem unbeteiligten Passanten Fahrziel und Fahrpreis ins Gesicht zu brüllen. Andererseits braucht dieser Bus dringend Frischluft. Diese rumpelnde Rosthülle war voll bei der Abfahrt, und wie die voll war, aber irgendwie haben der Fahrer und seine Helfershelfer noch 27 Passagiere zusätzlich reingequetscht, Großväterchen, Marktfrauen, Handlungsreisende, eine halbe Schulklasse. Plus drei zerdellte Fässer, aus denen in jeder Kurve Fischsauce schwappt, ein Bündel sechs Meter langer Bambusstangen, mehrere Auspuffrohre, zwei Fernseher in Pappkartons und bestimmt auch noch irgendwo eine Kiste längst toter Fische, mit der überschwappenden Sauce allein lässt sich dieser Geruch hier nämlich nicht erklären. Am liebsten möchte man augenblicklich quer durch den Mittelgang speien.
(jaja, ich weiß. streich den letzten satz. und sorge dafür, dass meine spesen beim nächsten auftrag in dieser region für ein auto reichen, am liebsten mit chaffeur, bitte, bitte!! der nink)<<
Wegweiser (3)
gesehen in: Buenos Aires
Antarktische Depeschen (10)
Stefan Nink"Erst verliebt man sich in die Antarktis, und dann bricht sie einem das Herz."
(Kim Stanley Robertson, "Antarctica")
Antarktische Depeschen (9)
Das ist eine Krabbenfresserrobbe. Kennt man nicht unbedingt, oder? Sollte man aber: In der Rangfolge der am häufigsten auf diesem Planeten vorkommenden Arten belegt sie Platz 3 - gleich hinter dem Menschen. Und der Wanderratte, die ist Spitzenreiter.
Antarktische Zwischendepesche.... EILT!
Da wird es einigen ziemlich kalt werden .... Das sind aber NICHT wir, das sind andere:
>>Hilfsmannschaften bemühen sich weiter um das Kreuzfahrtschiff, das mit 64 Passagieren in der Antarktis auf Grunde gelaufen ist. <<
Gelesen hier. Und von 17 Bekannten und Freunden gemailt bekommen.
16. Februar 2009
>>Hilfsmannschaften bemühen sich weiter um das Kreuzfahrtschiff, das mit 64 Passagieren in der Antarktis auf Grunde gelaufen ist. <<
Gelesen hier. Und von 17 Bekannten und Freunden gemailt bekommen.
Anarktische Depeschen (8)
Stefan NinkSpotlight.
Antarktische Depeschen (7)

Stefan Nink
Die Frage kam einige Male per Email (liebe Leser – auch für so etwas ist eigentlich, ähem: die Kommentar-Funktion da):
Das Schiff, das mich gut hierhin gebracht hat, ist die MS Fram der Hurtigruten-Linie (www.hurtigruten.com).
Noch mehr Antworten auf noch mehr Fragen:
- Es ist längst nicht so kalt hier, wie man gemeinhin denkt: Wenn die Sonne scheint, sind es gefühlte 20 Grad. Das Thermometer zeigt tagsüber reale 0-4 Grad an. Zieht es zu und der Wind fegt, fühlt es sich an wie minus 17.
- Ja, es wird dunkel. Kurz. Und nur, weil wir entlang der antarktischen Halbinsel kreuzen. Am Südpol wäre es ununterbrochen hell.
- Ja, man sollte einigermaßen seefest sein. Oder genügend Reisekaugummis dabei haben.
Antarktische Depeschen (6)
Stefan NinkFrüher verließ der Mensch die Antarktis nur selten unter geordneten Bedingungen - eine Abreise war in der Regel eine Flucht und ein Wettlauf gegen die Zeit. Viele verlassene Forschungsstationen im Eis sind kleine Zeitkapseln, die einen 50, 60 Jahre zurückschleudern, sobald man sie betritt. Und immer hat man das Gefühl, ihre Bewohner seien nur mal kurz hinunter zum Schiff und kehrten jeden Moment zurück.
Antarktische Depeschen (5)
Stefan NinkPinguine sind die Stoiker der Antarktis: Sie watscheln, wohin sie wollen, ignorieren ganze Kreuzfahrtschiffbesatzungen, und wenn sie im Windschatten einer Forschungsstation hocken und stundenlang in die Ferne starren möchten, dann hält sie auch davon nichts und niemand ab.
Möglicherweise haben Pinguine die richtige Einstellung zum Leben.
