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Der Reise-Blog von Stefan Nink
Urlaubsgrüße, prädigital (1)
Es ist noch nicht allzu lange her, da schickte man Postkarten aus dem Urlaub nach Hause. Doch! Wirklich!

(Vietnam, Anfang der 80er)
30. Januar 2009

(Vietnam, Anfang der 80er)
Hunger?
Solche Sätze müssten einem selbst mal einfallen, wenn man sich über das Essen im Flieger aufgeregt hat:
"Der Kartoffelstampfer war offensichtlich kaputt, deshalb wurde entschieden, dass die nächstbeste Möglichkeit der Zerkleinerung wäre, die Kartoffeln durch den Verdauungstrakt eines Vogels zu befördern. Sobald es wieder draußen war, wurde es offensichtlich mit ein wenig Senf vermischt".
(aus dem Beschwerdebrief eines Passagiers an Virgin Atlantic-Chef Richard Branson, gefunden hier)
29. Januar 2009
"Der Kartoffelstampfer war offensichtlich kaputt, deshalb wurde entschieden, dass die nächstbeste Möglichkeit der Zerkleinerung wäre, die Kartoffeln durch den Verdauungstrakt eines Vogels zu befördern. Sobald es wieder draußen war, wurde es offensichtlich mit ein wenig Senf vermischt".
(aus dem Beschwerdebrief eines Passagiers an Virgin Atlantic-Chef Richard Branson, gefunden hier)
Enter Sandman
Wie stolz er ist, der nette Mann von der Autovermietung am Flughafen, dass er so ein Fahrzeug anbieten kann: Das da vorne, brandneu, erst 32 km auf dem Tacho! Da freut man sich natürlich gleich mit. Und erzählt dem netten Mann, dass man gerade unbeschadet knapp 2000 Kilometer im Norden Südafrikas gefahren ist. Böse Pisten, voller tückischer Schlaglöcher! Wütende Elefantenbullen! Jähzornige Büffel! Und unbeleuchtete Eselskarren, Schulklassen, querstehende weiterlesen
26. Januar 2009
Nie erschienen (2)
Manche Reportage-Sätze fallen einem gestrengen Schlussredakteur zum Opfer.
Bei manchen Sätzen weiß man das schon vorher.
>> Der kleine Komplex, hatte man Siebeneisen erklärt, sei ein exklusives Refugium nur für seine Bewohner und der Sommerresidenz eines Scheichs nachempfunden. Leider wohnten in den anderen Räumen keine Sheikas, sondern Russen. Männer, die sich kleideten wie die Söhne eines Altkleiderhändler aus Lagos. Und Frauen von einer Makellosigkeit, dass Siebeneisen beinahe die Erdnüsschen aus dem Mund fielen, als sie in den Hof stöckelten. Im Gegensatz zu ihren Männern (oder Vätern oder was auch immer) trugen diese Frauen außer ihren Schuhen nur sehr wenige Kleidungsstücke, zwei genaugenommen, eines, das tief unterhalb der Schultern begann und irgendwo am Oberschenkel endete sowie ein anderes, dass unter dem ersten möglicherweise nicht vorhanden war. (definitiv NICHT vorhanden war. sharon stoneskaja! kannste rausnehmen, man muss solche leute ja nicht noch unterstützen. so kann es anschließend weiterlaufen:) Siebeneisen schlenderte scheinbar ziellos in ihre Richtung, wurde aber kurz vor dem Ziel von zwei der Männer in ein Gespräch verwickelt. Siebeneisen erzählte ihnen ein Witz, den er von einem tschetschenischen Bekannten gehört hatte. Die Russen riefen ihre Frauen und gingen.<<
25. Januar 2009
Bei manchen Sätzen weiß man das schon vorher.
>> Der kleine Komplex, hatte man Siebeneisen erklärt, sei ein exklusives Refugium nur für seine Bewohner und der Sommerresidenz eines Scheichs nachempfunden. Leider wohnten in den anderen Räumen keine Sheikas, sondern Russen. Männer, die sich kleideten wie die Söhne eines Altkleiderhändler aus Lagos. Und Frauen von einer Makellosigkeit, dass Siebeneisen beinahe die Erdnüsschen aus dem Mund fielen, als sie in den Hof stöckelten. Im Gegensatz zu ihren Männern (oder Vätern oder was auch immer) trugen diese Frauen außer ihren Schuhen nur sehr wenige Kleidungsstücke, zwei genaugenommen, eines, das tief unterhalb der Schultern begann und irgendwo am Oberschenkel endete sowie ein anderes, dass unter dem ersten möglicherweise nicht vorhanden war. (definitiv NICHT vorhanden war. sharon stoneskaja! kannste rausnehmen, man muss solche leute ja nicht noch unterstützen. so kann es anschließend weiterlaufen:) Siebeneisen schlenderte scheinbar ziellos in ihre Richtung, wurde aber kurz vor dem Ziel von zwei der Männer in ein Gespräch verwickelt. Siebeneisen erzählte ihnen ein Witz, den er von einem tschetschenischen Bekannten gehört hatte. Die Russen riefen ihre Frauen und gingen.<<
... und sorry für die Funkstille
Stefan NinkDas da oben ist das Hotel in Marrakesch, in dem ich in der vergangenen Woche gewohnt habe. Es sollte W-lan in allen Zimmern haben, einen PC in der Lobby, und zusätzlich auch Internetzugang per Netzwerkkabel. Fangen wir mit dem an: Die Steckdose hing nur noch an einem dünnen Drähtchen im Putz. Das W-lan im Zimmer war nicht erreichbar, weil sich das Zimmer in einem Turm mit fetten Steinmauern befand, der etwa 500 Meter vom Hauptgebäude entfernt im Garten stand. Der Lobby-PC funktionierte - allerdings nur, wenn man ihm per arabischer Tastatur einen Zugangscode eintippte, der aus 48 Ziffern bestand, die ein Angestellter auf eine Serviette gekritzelt hatte. Einmal ist mir das gelungen, und ich war online. Für zwanzig Sekunden. Dann fiel der Strom kurz aus.
Schönes Hotel, trotzdem.
Lost in Translation
Stefan NinkEs gibt diesen wunderbaren Tokio-Film mit Scarlett Johansson und Bill Murray, der von der eigenen Sprach- und Orientierungslosigkeit in einer Welt der Zeichen und Symbole handelt (und von Seelenverwandschaft und Selbstfindung und ziemlich vielen anderen Dingen, und ja: auch von der Liebe). Selten habe ich Film und Wirklichkeit so deckungsgleich erlebt: „Lost in Translation“ gab’s im Flieger nach Japan, wo ich mich dann wiederum bereits auf dem Weg ins Hotel verfranst habe. Und zwar hoffnungslos.
Wer in Tokio unterwegs ist, wird erbarmungslos mit dem eigenen Nichtwissen konfrontiert. Was zu einer mehr oder weniger ausgeprägten Orientierungslosigkeit führt. Die sich wiederum zeitlupig zu einer gewisse Hilfslosigkeit verformt, mit beinahe existenzialistischen Zügen: Wo bin ich? Woher komme ich? Wo will ich hin? Das ist weiterlesen
Schön gebaut! (2)
Stefan NinkWir wissen nicht, warum das „Caesar Augustus“ auf Capri nach Augustus und nicht nach Tiberius benannt ist, der von hier aus immerhin einen guten Teil der damals bekannten Welt beherrscht hat. Wenn man in das Eckzimmer da vorne einchecken darf, ist einem das wahrscheinlich auch egal. Ich würde mal sagen: Völlig egal.
Nie erschienen
Manche Reportage-Sätze fallen einem gestrengen Schlussredakteur zum Opfer.
Bei manchen Sätzen weiß man das schon vorher.
>>Auch die Marktrestaurants in Otavalo hat dieser Trend längst erfasst: Da stehen fassungslose Wirte an Tischen mit Backpackern, die sich neuerdings Traveller nennen und sich echauffieren, wie unverschämt teuer doch alles geworden sei, 2.50 Dollar für ein Fischfilet mit Gemüse und Reis, „ohmygosh, I am surprised how expensive Ecuador is“. Zum Wehklagen tragen sie Hosen wie Maharadschas, Sandalen bei acht Grad und Wollpullis mit angeblich traditionellen Strickmustern, die man nie bei einem Einheimischen sehen würde. Man wartet nur auf den Moment, in dem sie ihre Panflöten auspacken und „El Condor Pasa“ anstimmen (und wenn die am Nebentisch nicht gleich das Maul halten und sich weiter über frisch gepresste Obstsäfte für 85 Cents auslassen, trete ich ihnen auf ihre hässlichen, verdreckten Sandalenzehen, bis es knirscht, oh ja ....schon gut, das kannste löschen, der Nink)<<
3. Januar 2009
Bei manchen Sätzen weiß man das schon vorher.
>>Auch die Marktrestaurants in Otavalo hat dieser Trend längst erfasst: Da stehen fassungslose Wirte an Tischen mit Backpackern, die sich neuerdings Traveller nennen und sich echauffieren, wie unverschämt teuer doch alles geworden sei, 2.50 Dollar für ein Fischfilet mit Gemüse und Reis, „ohmygosh, I am surprised how expensive Ecuador is“. Zum Wehklagen tragen sie Hosen wie Maharadschas, Sandalen bei acht Grad und Wollpullis mit angeblich traditionellen Strickmustern, die man nie bei einem Einheimischen sehen würde. Man wartet nur auf den Moment, in dem sie ihre Panflöten auspacken und „El Condor Pasa“ anstimmen (und wenn die am Nebentisch nicht gleich das Maul halten und sich weiter über frisch gepresste Obstsäfte für 85 Cents auslassen, trete ich ihnen auf ihre hässlichen, verdreckten Sandalenzehen, bis es knirscht, oh ja ....schon gut, das kannste löschen, der Nink)<<
Lost in Florence

Die beiden freundlichen Florenz-Touristen oben auf dem Foto werden gesucht. Von jemandem, der die Kamera dieser freundlichen Florenz-Touristen gefunden hat. Früher waren das ja gewaltig schwere Dinger, die Fotoapparate, und wer mehr als nur eine Handvoll Aufnahmen aus dem Urlaub mit nach Hause bringen wollte, musste auch gleich noch einen Klammerbeutel voller Filme mit sich herumschleppen. Seit die Knipsen aber problemlos in jede Hemdtasche passen, fallen sie eben auch leicht aus selbiger heraus (für die winzigen Speicherkarten bieten sich noch ganz andere Verlustmöglichkeiten). Was die beiden da oben damit zu tun haben? Die ehrliche Haut, die ihre Kamera gefunden hat, kannte zufälligerweise die Internetseite „I found your Camera!“. Die stammt von einem Studenten aus Winnipeg, und sie führt verlorene Kameras und ihre Besitzer zusammen.
Anscheinend hat sich das herum gesprochen, jedenfalls gibt es auf der Seite ganz rührende Dankesschreiben von glücklichen Menschen, die ihre Kameras/Fotos über die Seite wiederbekommen haben (und jetzt allerdings damit leben müssen, dass ihre manchmal ganz schrecklichen Schnappschüsse für alle zu sehen sind…) Und es gibt eine ganze Reihe von Aufnahmen, die noch ihren Besitzer suchen.
Mein Lieblingsfoto ist übrigens weiterlesen
Reisen & Speisen (2)
Stefan NinkAuch-Mainzer Harald Martenstein würde das neue Jahr am liebsten ungespitzt in den Boden rammen, aber so weit, finde ich, muss man nun wirklich nicht gehen. Oft hilft es ja schon, sich gegen kommendes Unbill zu wappnen. Eine ordentliche Portion Fish & Chips hilft zwar nicht direkt gegen die drohende Hyperinflation-Apokalypse, wohl aber stattet sie einen mit einem warmen Rundum-Sorglos-Gefühl aus, dass einem all die düst’ren Prophezeiungen kaum noch was anhaben können, für den Moment zumindest.
Dass wir dieses Gericht trotzdem auf den Index für 2009 setzen, hat einzig allein mit seinem grotesken Kaloriengehalt zu tun, mit sonst nichts. Aber das muss ja nicht jeden stören. Deswegen gibt’s hier auch die genaue Standortbestimmung für die nachgerade perfekte Variante vom Foto, falls irgendwer gerade in der Nähe ist: „Fish Frenzy“, Elisabeth Street Pier, Hobart, Tasmanien. Der Wein auf dem Foto ist der Haus-Chardonnay. Haut rein.
Dass wir dieses Gericht trotzdem auf den Index für 2009 setzen, hat einzig allein mit seinem grotesken Kaloriengehalt zu tun, mit sonst nichts. Aber das muss ja nicht jeden stören. Deswegen gibt’s hier auch die genaue Standortbestimmung für die nachgerade perfekte Variante vom Foto, falls irgendwer gerade in der Nähe ist: „Fish Frenzy“, Elisabeth Street Pier, Hobart, Tasmanien. Der Wein auf dem Foto ist der Haus-Chardonnay. Haut rein.
