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3 Männer, 3 Räder, 1 Ziel

Die „Exotik der Nähe“, sich die Heimat mit dem Fahrrad erschließen – das fasziniert immer mehr Menschen. Wir, drei Männer am Beginn der zweiten Lebenshälfte, haben mit dem Rennrad zwar jede Piste im Umkreis von 100 Kilometern um den Wohnort kennengelernt. Doch jetzt soll es erstmals ums Ganze gehen: eine Tour de Deutschland, vom westlichsten Punkt bis zum östlichsten, von Aachen bis nach Zittau. Eine 800 km lange Reise durch unterschiedlichste Mentalitätslandschaften, durch traditionsreiche Städte wie Bonn, Eisenach, Weimar, Jena und Dresden, durch faszinierende Naturlandschaften wie Eifel, Siegerland, Thüringer Wald, das Saaletal und die Lausitz.

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So funktioniert der Empfehlen-Button von Facebook

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Woran erkenne ich diese Plugins?

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Was genau Facebook mit Ihren Daten macht, können Sie in den Datenschutzhinweisen des Sozialen Netzwerkes nachlesen: http://www.facebook.com/policy.php

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Dieses Beispiel ist aber nur exemplarisch zu verstehen, da sich Facebook vorbehält sein System ständig weiter zu entwickeln und über die Verwendung der Daten zu informieren.

Wie kann ich mein Facebook-Profil richtig einstellen?

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Weitere Informationen zum Thema Datenschutz auf GEO.de erhalten Sie hier

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Informationen zum Datenschutz in Internet finden Sie zudem auf den Seiten der Datenschutzbehörde Ihres Bundeslandes.
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Dirk Lehmann
5. Juni 2012

Der Mittelpunkt Deutschlands


Nach 180 Kilometern auf dem Rad ist die Vorstellung, zum 35 Kilometer entfernten Mittelpunkt Deutschlands zu radeln (vor allem in eine völlig falsche Richtung, denn der Mittelpunkt Deutschlands liegt nördlich unserer Route!) beim Frühstück nicht mehr ganz so sexy. Aber wir sind doch neugierig und haben zudem von unseren Lesern den Auftrag erhalten, die geographische Mitte des Lands zu erkunden, kurzerhand springen wir in ein Taxi und lassen uns durch den Hainich nach Niederdorla fahren. Ein Gedenkstein steht im frisch geharkten Kies, eine Kaiserlinde ragt kerzengerade auf, eine Deutschlandfahne flattert, und man kann sich auf der vom Gesangsverein Niederdorla gespendeten Parkbank ausruhen. Und darüber sinnieren, was eigentlich die Mitte eines Landes ist. Definiert man sie als den Schnittpunkt zweier Linien, die an den jeweils äußersten Punkte Deutschlands beginnen und enden, liegt diese Mitte in der Nähe von Kassel, bezieht man die Zwölf-Meilen-Zonen in Nord- und Ostsee in die Messung mit ein, liegt die Mitte in Dingelstädt-Silberhausen in Thüringen. Wir befinden uns jetzt am geographischen Mittelpunkt Deutschlands, ebenfalls in Thüringen, sie wird ermittelt als Zentrum zwischen den äußersten Längen- und Breitengraden. Emittelt wurde sie übrigens von Wissenschaftler aus Ost und West. Und lokale Touristiker erhofften sich ganz offensichtlich einen Effekt auf den Fremdenverkehr. Doch das etwas überdimensionierte "Landhotel am Mittelpunkt" steht leer. Niederdorla ist eben ziemlich unspektakulär, trotz seiner Geodaten.
Im Taxi zurück sagt Claus Peter: "ist eigentlich auch ganz schön, sich so fahren zu lassen." Gleich geht es wieder aufs Rad. Circa 115 Kilometer sind es nach Jena.

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Dirk Lehmann
5. Juni 2012

Deutschland-Tour, 3. Etappe: Marburg - Eisenach


Tag des schönen Umwegs

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Verheißungsvoll: wundervoll geschwungene Straße in Nordhessen, dunkle Wolken am Horizont

Dirk.
Ganz klar: Ich bin schuld. Als uns das an Claus Peters Rad montierte Navigationsgerät gleich zu Beginn der Tour erst in einen Wald führte, in dem wir die Räder schieben mussten, und dann in ein Brennnesselfeld, in dem die Reifen bis zur Felge im Schlamm versanken, da gebe ich das Ziel des heutigen Tages im Edge 800 von Garmin an. 20 Kilometer kürzer sein soll die Route als die, die das Navi von Falk empfiehlt. Und sie führt sofort über wundervolle Straßen. Wir kurbeln uns kleinere und höhere Hügel hinauf, nie geht es höher hinauf als 400 Meter, und doch gibt es immer wieder fantastische Fernblicke. Wir rasen mit bis zu 50 Km/h Hügel herunter, kommen durch Alleen in einsame Dörfer. Nicht alle sehen einladend aus. Hunde verbellen uns, wir scheuchen eine Katzeauf, eine Hummel fliegt neben uns her, aus den Feldern steigt der Duft der Wärme, und wir sind richtig glückstrunken als, tja als wir feststellen müssen, dass wir zwar schöne Straßen gefahren sind. Aber leider in die falsche Richtung. Wir sind viel zu weit nördlich gekommen.


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Start im Marburger Stadtwald: Ein Student auf dem Weg zur Uni weist die Richtung. Wir müssen schieben 

Aber sind wir Randonneure, oder was? Ich genieße diesen Tag, der der längste werden soll, den ich je auf einem Rad verbrachte. Aber diese Blicke entschädigen für alles. Es geht durch große Waldgebiete wie den Kellerwald, durch Felder, wir folgen dem Fluss Fulda, kommen ins Werratal, und über uns spielt der Himmel in allen Farben, mal ist es bis über 20 Grad warm, und ich trage nur ein leichtes Trikot, mal kommt ein kurzer Regenschauer, und ich packe mich in die Goretex-Hülle. Und selbst als wir hinter Bebra von einem Gewitter überrascht werden und uns in ein Bushäuschen flüchten müssen, in dem wir fast eine Stunde hocken und frieren, als die Dunkelheit aufzieht und sich abzeichnet, dass wir noch rund zwei Stunden durch strömenden Regen nach Eisenach rasen müssen, selbst da finde ich diesen Tag großartig. Wir bolzen mit mehr als 30 Sachen auf die Stadt zu. Holger und Claus Peter in meinem Windschatten, das Wasser spritzt, es ist ein völliger Irrsinn, was wir hier tun. Aber, wie heißt es so schön, jeder hat ein Anrecht auf Qual. Und wir quälen uns hier, werden später mit wohligem Schauer von den Schmerzen in unseren Beinen schwärmen, von dicken Knieen, angeschwollenen Achillessehnen, tauben Fingern, steifen Nacken und leeren Köpfen.
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Dirk Lehmann
4. Juni 2012

Im Schlamm


Wir hängen fest. Das Navi an Claus Peters Lenker führt uns in Matsch und Brennesseln. Holger, für die Zuversicht im Team zuständig, sagt: Ist doch schön hier. Ich mache ein grimmiges Gesicht und schiebe meckernd und mosernd das Rad durch den Matsch. 5 Km in 40 Minuten. Na prima.


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Claus Peter Simon
3. Juni 2012

Etappe 2: Bonn - Marburg


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Am höchsten Punkte des Tages auf knapp 650 Metern. Man soll einen schönen Blick haben von hier


Tag des Regens

Holger:
Sonne war gestern. Heute ist es kalt, und als wir gegen zehn aufs Rad steigen wollen, beginnt der Nieselregen. Was wir da noch nicht wissen: Er wird erst eine Stunde vor Marburg aufhören. Es wird zwischendurch schütten wie aus Eimern. Das Thermometer wird mehrmals auf acht Grad fallen. Dafür wird es uns bergauf warm werden auf den vielen Rampen mit bis zu 15 Prozent Steigung. Es wird also steiler als warm – bei der Tour de France ist das genau andersherum. Und wir werden nach knapp acht Stunden im Sattel in Marburg ankommen, fix und fertig. Aber jetzt bloss nicht heulen. Der blog will noch geschrieben werden, und gegen Mitternacht dürfte keiner von uns dreien noch Piep sagen.

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Blick nach oben bei der Abfahrt in Bonn. Es soll regnen? Ja, es wird regnen. Und zwar sehr ergiebig

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Dirk Lehmann
3. Juni 2012

Tag des Fahrrads


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Schnappschuss aus der Photobooth meines MacBooks

Heute ist Tag des Fahrrads. Doch es regnet in Strömen. Wir sitzen am Frühststücktisch und verbringen verdammt viel Zeit damit, die Kleidung zu diskutieren. "Könnten wir bitte noch etwas Kaffee haben." "Und für mich noch einen Espresso." Wir schauen raus. Regen. Grauer Himmel. Das drückt ein wenig auf die Stimmung. "Bringen Sie uns noch einen Tee, bitte." "Trägst du Beinlinge unter der Regenhose?" "Brauchen wir lange Handschuhe?" "Bringen Sie uns noch drei Säfte?" Heute ist "Tag des Fahrrads". Aber die drei GEO-Radler mögen nicht so richtig aufs Rad steigen.... 

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Aufmacher der "Welt am Sonntag". Danke Kollegen! WIr freuen uns, wenn ihr unseren Blog weiter verfolgt

Dirk Lehmann
2. Juni 2012

Deutschland-Tour, 1. Etappe: Aachen - Bonn


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Da lachen sie noch: Drei Männer in seltsamen Kleidern kurz hinter Aachen. Bis dahin hatten sei ein Bier-Bike versägt, eine große Schleife durch die Lieblingsstadt Karls des Großen gedreht, und sie ahnten noch nicht, dass ihnen bald der erste Defekt bevorsteht

Der Wecker geht um 7 Uhr. Mietwagen abholen. Claus Peter, Holger und ich zerlegen die Fahrräder. Und wir machen uns auf den Weg. Heute beginnt unsere Deutschland-Tour. Die erste Etappe führt von Aachen nach Bonn, etwas über 90 Kilometer, etwa 500 Höhenmeter.

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Holger:
Prima: Unsere drei Räder passen in den Sharan. Wir haben sie übereinandergelegt, Zeitung und Packtaschen schützen vor Dellen und Kratzern. Und dann das: Bei Kilometer 13 komme ich plötzlich einen Anstieg nicht hoch. Irgend etwas ist futsch am Antrieb. Ist der Freilauf im Eimer? Passt die nagelneue Kette doch nicht zur eingefahren Kasette? Ich steige ab. Kein Radladen hat mehr auf, morgen steht die Königsetappe auf dem Programm.

Ich drehe die Kurbel rückwärts und sehe, dass ein Kettenglied sich nicht mehr bewegen will und die Kette springen lässt. Komplett mysteriös. Gut, dass es eine Neunfach-Kette ist. So kann ich das bockige Kettenglied rausnehmen und die Kette mit Dirks einfachen Kettennieter wieder verschließen. Bei den neuen Zehnfach- und Elffach-Antrieben wäre ohne zusätzliches Kettenschloss oder Spezialnieter nix zu machen. Nochmal gut gegangen. Nach einer viertel Stunde bin ich mit gut geölten Fingern wieder startklar. Die Kette hält.


Claus Peter:
Heute der erste Test für das Falk Navi. In Aachen machen wir erst einmal eine unfreiwillige Stadtrundfahrt, das Gerät lotst und mitten durch die Fußgängerzone, sehr schön, aber verwirrend. Eigentlich wollten wir los gen Bonn. Nach einigem Hin und Her führt uns der Lux dann doch aus Aachen heraus. Nach einiger Zeit gewöhnen wir uns auch daran, die Stimme zum Abbiegen, unsere Geschwindigkeit und die vor uns liegenden Straßen in gedanklichen Einklang zu bekommen. Die Stimme zu hören ist sehr hilfreich, man kann sich besser daran orientieren als allein an den Pfeilen und muss nicht ständig auf das Display schauen. Die Bildschirmhelligkeit hatte ich vorsichtigerweise schon auf 50% heruntergeregelt, und so zeigte die Batterieanzeige auch nach drei Stunden noch zwei Drittel Ladung; super, dachte ich. Doch eine halbe Stunde später plötzlich die Warnung: niedriger Batteriestand. Zehn Minuten später stellt sich der Falk selbstständig aus, na prima! Alle Tourdaten sind weg!! Also neue Batterien rein, das Gerät anwerfen und die Route neu berechnen. Das heißt für die morgige Tour werden wir glatt drei Batterieladungen benötigen. Praxistauglich geht anders. Schade eigentlich, denn der Bildschirm ist prima ablesbar. weiterlesen
Dirk Lehmann
2. Juni 2012

Modenschau zur Deutschland-Tour


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Testfahrt für die Tour: Mit Gepäck vor dem Michel

5866-Schuhe.jpgSandalen hatte ich extra besorgt. An die schicken Treter von Keen lassen sich die so genannten cleats des Shimano shoe-pedaling-systems (spd) schrauben, man hat dann mit einem leichten, luftigen Schuh dieselbe feste Verbindung mit dem Rad, wie sonst nur über Rennrad- oder Mountainbike-Schuhe. Ich bin schon ein paar Kilometer mit den Klick-Sandalen gefahren und ziemlich angetan. Und habe sie heute morgen dann doch schweren Herzens stehen gelassen. Es ist kalt in Deutschland, kalt und nass. Und auch die Vorhersage für die nächsten Tage verheißt nichts gutes, ein Mix aus hohen Wolken, sonnigen Abschnitten, Regenschauern, viel Wind, bei Temperaturen um 12 bis 20 Grad. Kein Sandalenwetter.

Es fällt nicht leicht, die richtige Kleidung für ein solches Wetter zusammen zu stellen. In den letzten Wochen habe ich vieles ausprobiert. Bei der Unterwäsche – gern auch base layer genannt – ist die Wahl eindeutig. Die Shorts müssen ein Sitzpolster haben, das Shirt muss die Haut trocken halten. Ich habe ein funktionelles, vor allem sehr angenehm zu tragendes Set von Gore Bike Wear.

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Trikot mit langem Reißverschluss von Gore, das tolle Angeber-Trikot von Sugoi mit noch angeberischer, aber cooler Hose, das nie stinkende Retro-Merino-Jersey von Icebreaker, dazu die schlichten Shorts von VauDe

Bei den Trikots ist schon nicht mehr so leicht. Ich trage gern die Commuter-Produkte von Icebreaker, T-Shirts, Polohemden, alltagstaugliche Jerseys mit Stehkragen, sie werden aus besonders fein gesponnener Merino-Wolle hergestellt und fühlen sich sehr angenehm an auf der Haut. Merino überzeugt auch dadurch, dass es selbst nach mehreren Tagen nicht stinkt. Zudem wärmt die Wolle selbst wenn sie feucht geworden ist. Nachteil, das Material trocknet langsam. Ganz anders das Jersey von Sugoi aus hauchdünner Kunststofffaser. Das coole Vitesse-Flyer-Hemd ist perfekt für mittelwarme Tage, es hält Wind ab und die Haut trocken. Für warme Tage habe ich ein Trikot von Gore Bike Wear, hauchdünnes, sehr elastisches Material, an den Ärmeln ist zur besseren Belüftung etwas Netzstoff eingearbeitet, zudem mag ich den durchgehenden Reißverschluss, den man weit öffnen kann, wenn man sich einen Hügel hinauf kämpft und schwitzt und leidet und die eigene Sehnsucht nach der Herausforderung verflucht. 

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Die Chippendale-Stripper-Jacke von Sugoi, Super-Weste und hässlichen Arsch machende Hose von Gore, die geniale Regenkombi von Gore

Auf dem Rennrad trage ich meist die typischen Bib-Tights, Trägerhosen mit eingearbeitetem Sitzpolster und knapp knielangem Bein, der Stoff liegt eng an. Umgeben von Rennradfahrern – kein Problem. Alle sehen so aus. Doch in der Fußgängerzone einer Stadt wirkt man wie ein Sonderling. Deshalb habe ich nach Shorts Ausschau gehalten. Von Gore Bike Wear gibt es ein Modell, das beides sein will, sportliche Radhose und Short. Die Hose trägt sich gut, macht aber einen breiten Hintern. Das geht natürlich nicht, schließlich will man ja auch gut aussehen. Die Minimallösung kommt von VauDe, grau-braune Shorts ohne jeden Schnick-Schnack, aufgesetzte Taschen, kein Sitzpolster, schlicht, aber gut. Die High-End-Variante habe ich bei Sugoi gefunden. Die aufwändig gemachten Shorts im Bermuda-Stil haben eine extra Innenhose in hautenger Passform – der Stoff darf keine Falten werfen, die können die Haut aufscheuern – und dasselbe, sehr elastische Sitzpolster wie die Bib-Tights für Profi-Rennradfahrer. weiterlesen
Claus Peter Simon
1. Juni 2012

Velo-Glanzstücke - mehr Retro geht nicht!


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Kurz vor dem Start zur Deutschland-Tour erreicht mich ein gerade neu erschienener Bildband für Connaisseure des handwerklichen Fahrradbaus - und für alle, die es werden wollen. Wer ihn in die Hand nimmt und versonnen darin blättert, sieht sich zurückversetzt in jene Ära, in der kleine französische Werkstätten ganz außergewöhnliche Velos fertigten, mit handgefertigten Schaltungen, Bremsen, Vorbauten und Gepäckträgern. Oft nur ein paar Dutzend, höchstens ein Paar hundert Räder verließen im Jahr eine solche Manufaktur. Faszinierend zu sehen, mit welcher Hingabe und Akkuratesse die Meister des Rahmenbaus die Rohre zusammenschweißten und verzierten. Schutzbleche und Gepäckträger waren meist eine integrierte Einheit, so dass nicht klappern konnte. Solche Räder kosteten allerdings oft das dreifache Monatsgehalt eines gutverdienenden Angestellten - und sie waren schon damals entsprechend selten zu sehen.

HerseVorbbau.png5876-Sattelstutze.jpgDer Chefredakteur des Magazins Bicycle Quarterly, Jan Heine, und der Fotograf Jean-Pierre Pradéres sind quer durch Europa und die USA gereist, um die Pretiosen in Szene zu setzen. Das ist ihnen aufs Feinste gelungen. Entstanden ist dabei auch eine Art Ahnengalerie, denn überlebt haben die meisten der kleinen Manufakturen nicht.

 

Und so lernen wir etwa das Camping-Rad von René Herse aus dem Jahr 1949 kennen. Ein Traum für wohlhabende Cyclotouristen, die nicht zelteten, weil es günstig war, sondern weil es ihrer Philosophie einer Radwanderung entsprach.

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Der verstärkte, aus Stahlrohren gelötete Rahmen trug zwei stabile Gepäckträger, mit denen man auch unter großer Last nicht ins Schwanken geriet; man beachte auch die wunderschönen Schutzbleche. Dennoch wog das komplett ausgestattete und mit einer Trommelbremse versehene Rad gerade einmal 13,3 Kilogramm. Die Kabel fürs Licht waren, wie bei heutigen hochpreisigen Rennrädern, im Rahmen verlegt. Der Scheinwerfer, weit vorne auf dem Schutzblech positioniert, konnte dem Gepäck nicht ins Gehege kommen. Der Erstbesitzer ist mit dem Rad nur wenig gefahren - und so wurde es 50 Jahre nach der Fertigung fast im Originalzustand wiedergefunden, selbst die Fußriemen waren noch die ersten. 

Silberpfeeil.pngBemerkenswert leicht für die Zeit war auch das Marcadier aus dem Jahr 1950 mit einem auf Hochglanz poliertem Aluminium-Rahmen. Es brachte keine 10 Kilogramm auf die Waage, trotz Beleuchtung, Schutzbleche und Gepäckträger. Jede Komponente war sorgfältig ausgewählt, der Sattel etwa verfügte über ein leichtes Alu-Gestell. Die Flügelmuttern und Naben waren mit Bohrer und Pfeile bearbeitet worden, um weitere Gramm zu sparen. Die innenverlegten Brems- und Schaltzüge betonen das aufgeräumte Design. 

Tabndemaalt.pngAuch einige historische Fotos zeigt der Bildband, so etwa Henri Decker (vorne) und Gilbert Bulté  auf einem Rémy-Tandem während des 270 Kilometer langen Rennens der Bouclés de la Seine (1950). 

 

CoverMeisterwerike.pngErschienen ist der Bildband im Covadonga-Verlag. Er hat 168 Seiten und kostet 39,80 Euro. 

 

Claus Peter Simon
31. Mai 2012

Packen für die Deutschland-Tour


So langsam geht es ans Packen - übermorgen, am Samstag, werden wir starten. Doch was muss mit, und was ist verzichtbar für die sieben Tage? So lange wir in der Ebene rollen, kommt es auf ein Kilo mehr oder weniger nicht sonderlich an, aber bergauf muss jedes Gramm jeden einzelnen Höhenmeter hochgewuchtet werden.

Rucksack.jpgDas meiste Gepäck kommt in den grünen Gravit-Rucksack, den Vaude für die Tour zur Verfügung gestellt hat. Er hat 25 Liter Inhalt und lässt sich um zusätzlich 5 Liter erweitern. Da er recht schmal ist, kann man sich beim Fahren auch mit Rucksack gut nach hinten umschauen, das gefällt. Bei meinem normalen Bürorücksack, mit dem ich oft unterwegs bin, ist die Sicht nach hinten doch sehr eingeschränkt. Dafür hatte ich beim Vaude nach einer einstündigen Probefahrt eine leichte Druckstelle auf einer Schulter, das darf eigentlich nicht sein. Die Einteilung der Fächer ist sehr durchdacht und funktionell, es gibt ein spezielles Kartenfach, eine Befestigungsmöglichkeit für ein Rücklicht und seitliche Kompressionsgurte, die das Gewicht zwischen Hüfte und Schultern verteilen; die Schultertragegurte lassen sich zudem individuell an die Länge des Oberkörpers anpassen. Außerdem ist der Gravit fast ausschließlich aus Recycling-Material hergestellt und umweltverträglich gefärbt. Was in ihn nicht hinein passt, kommt in eine 15-Liter-Gepäckträgertasche. Die hängt seitlich kaum runter und verändert somit auch das Fahrverhalten nicht, ganz anders als voluminöse Satteltaschen.

Was also kommt mit auf Deutschland-Tour? Okay, die elektrische Zahnbürste wird garantiert daheim bleiben - aber muss man gleich, wie manche erfahrene Alpencrosser empfehlen, auch noch den Griff der normalen Zahnbürste absägen, um 10 Gramm zu sparen? Wohl kaum. Aber auch ohne E-Bürste werde ich reichlich Technik dabei haben: Ein Notebook mit Ladegerät, ein Handy mit Ladegerät, ein Navi mit Ladegerät, eine Kamera mit Laderät. Was fehlt ist eine Erfindung, die es ermöglicht, all die Gerätschaften während des Pedalierens mit Strom zu versorgen. Recherchiert man im Netz, stößt man auf Bastler, die sich allerlei selbst zusammenschrauben. Und auf Ride&Charge vom Beleuchtungsexperten Busch+Müller - ein elektronisches Bauteil mit Ladekabel, das zwischen Dynamo und Scheinwerfer geschaltet wird und Akkus während der Fahrt läd, selbst wenn man gleichzeitig mit Licht unterwegs ist.  Ähnliche Lösungen anderer Hersteller finden sich hier oder hier. Und eine schöne Design-Studien für Pedelecs, die beim Fahren das Notebook aufladen, siehe hier. Aber das ist Zukunftsmusik. weiterlesen
Dirk Lehmann
28. Mai 2012

Radtest: Mit Riemen-Antrieb auf Deutschland-Tour?


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Schwarz und innovativ: Kalkhoffs "Image Comp" mit Riemenantrieb an der Alster

Einige Innovationen haben das Radfahren grundlegend verändert: Teleskopgabel und geferdere Sattelstütze erhöhen den Komfort, Scheibenbremsen verzögern auch bei Regen, der Nabendynamo liefert Strom, auch wenn die Reifen nass sind, LED-Lampen leuchten weit und auch wenn das Rad steht noch hell, die 11-Gang Nabenschaltung liefert am Tourenrad fast dasselbe Übersetzungsverhältnis wie ein Mountainbike-Getriebe, der Riemenantrieb sorgt für wartungsfreien, schmutzarmen Vortrieb; und wer nicht mehr selbst treten will, steigt auf ein Pedelec mit Elektromotor. Bis auf letztere sind alle oben genannten Neuerungen an das "Image Comp" von Kalkhoff verbaut. Hightech im Alltag.

Auf den ersten Blick sieht das Image Comp vor allem cool aus, macht im matten Schwarz alle Vorurteile vergessen, die man mit dem Namen Kalkhoff noch verbinden könnte. Wie die Rennradschmiede Focus und das britische Traditionsmarke Raleigh gehört Kalkhoff zu Derby Cycle. Konsequent wurde Kalkhoff-Räder auf die Zielgruppe des anspruchsvollen Alltagsfahrers jenseits der 50 getrimmt. Und in diese Markenidentität fügt sich das Image Comp perfekt ein – die Sitzposition ist aufrecht bequem, der Lenker breit und der Sattel bequem, alles lässt sich gut einstellen und anpassen. Und kaum sitzt man auf dem Rad, schnurrt man munter durch die Stadt. Und schnell stellt sich heraus, dass das Image Comp ein perfektes Stadtrad ist.

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Sicher, federnd, handlich: Scheibenbremse von Magura und Teleskopgabel von RST


Mit Daumen und Zeigefinger kann ich durch die elf Gänge der Alfine-Schaltung von Shimano wechseln, auch im Stand an der Ampel (was mit einer Kettenschaltung nicht möglich ist). Die Scheibenbremsen von Magura lassen sich leicht dosieren und packen souverän zu. Und so entdecke ich auf dem Image Comp einen fast vergessenen Fahrspaß neu – das Cruisen. Man braust ein paar Meter los, geht voll in die Eisen, umkurvt ein Hindernis, braus weiter, bremst, stellt das Rad kurz ab, geht zur Bank, kauft ein, fährt weiter. Man flitzt nur so durch den eigenen Alltag. Und das macht Spaß.

Zudem überzeugen die technischen Details. Dass sich etwa die Federgabel für asphaltierten Untergrund feststellen lässt (die Reifen sind dick genug um Stöße auf Straße und Radweg zu absorbieren), dass man mit Tagfahrlicht von Autofahrern besser erkannt wird, und der Riemenantrieb surrt leise dazu. Im Internet habe ich gelesen, dass ein Radler schon mehr als 20.000 Kilometer mit diesem im Motorradbau schon lange verwendeten Antriebssystem gefahren ist. Eine Fahrradkette sollte nach etwa 5000 Kilometern gewechselt werden. Damit bietet sich das Image Comp auch als Reiserad an. weiterlesen
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