Venezuela: Der Bohrinsel-Chef
Oswaldo Gutierrez
52 Jahre; 1,70 Meter; 100 Kilogramm
Frühstück: Rühreier mit Tomaten und Zwiebeln, Arepa (Mais-Fladenbrot)
Mittagessen: Rindfleisch, Huhn, Maniok-Fritten, Reis, gegrillter Palmita-Käse, Minestrone
Abendessen: Corocoro (ein Süßwasserfisch); Kartoffelsalat mit Möhren, Zwiebeln und grüner Paprika; Huhn; Reis, mit Hühnerfett, Öl, Zwiebeln und Möhren gekocht; Bollito (Brötchen aus gekochtem Maismehl)
Imbiss spät am Abend: Cornflakes, Cantaloupemelone, Wassermelone, Ananas
Im Laufe des Tages: Cantaloupemelone, Wassermelone, Ananas, Haferflocken, Leinsamen, Orangensaft
Kalorien: 6000
All you can eat - in der Kantine der Ölbohrplattform GP-19 im venezolanischen Maracaibo-See darf jeder essen, so viel er mag. "Andernfalls würden uns die Arbeiter ins Wasser schmeißen", scherzt ein Koch an Bord. Das Leben auf der Plattform bietet wenig Abwechslung; Essen gehört zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Vor allem für Oswaldo Gutierrez: Von dem, was sich der Chef der Ölbohrinsel mittags auf die Teller lädt, wird in anderen Ländern eine vierköpfige Familie satt. Dass Gutierrez dennoch nicht aus den Nähten platzt, schreibt er einem rigorosen Fitnessprogramm zu und einem Trank aus Haferflocken, Leinsamen und Wasser. Das eingeweichte Getreide wird abgeseiht, nur die Flüssigkeit getrunken. "Ich glaube, es senkt meinen Cholesterinspiegel", sagt Gutierrez und verweist auf seinen Vater, der auf denselben Trank schwört und mit 97 Jahren noch immer am Leben ist.
Russland: Der Restaurator
Wjatscheslaw Grankowskij
53 Jahre; 1,88 Meter; 83,5 Kilogramm
Frühstück: Kaffee mit Zucker, Zigaretten
Mittagessen: Offene Ei-Schinken-Brote: Weißbrot,
Spiegeleier, Schinken, Gurke, Tomaten, Radieschen,
Zwiebeln, Gewürzgurke, Chilischote, Dill, Mayonnaise
Abendessen: Soljanka (Gemüsesuppe mit Huhn und
Schinken) mit Mayonnaise; Paprikaschoten (gefüllt
mit Hackfleisch, Zwiebeln, Tomaten, Knoblauch, Dill)
mit Mayonnaise
Sonstiges: Bier, Getränk aus Preiselbeerkompott,
40 Zigaretten
Kalorien: 3900
Es gibt wenig, was Wjatscheslaw, genannt Slava,
Grankowskij nicht kann: Er studierte Ingenieurwissenschaften,
arbeitete als Maler und Bildhauer, lernte
zwei Dutzend Handwerke und baute sich danach sein
Haus selbst. Seinen Lebensunterhalt verdient er als
freiberuflicher Restaurator. In Sankt Petersburg, der
Stadt an der Newa mit ihren fabelhaften Kunstschätzen,
kann er sich vor Arbeit kaum retten: Sei es, dass er
für einen privaten Sammler eine Ritterrüstung, Puppen
aus einem Museum oder Statuen eines Palastes restauriert
- Slava Grankowskij schweißt, klebt, zeichnet,
poliert, hämmert und modelliert. So erfolgreich, dass
er sein Mittagessen meist im Atelier einnimmt und
das üppige Abendessen zu Hause manchmal erst nach
Mitternacht. Dafür fällt das Frühstück frugal aus:
Kaffee und Zigaretten, mehr braucht er nicht, um
morgens in die Gänge zu kommen.
Deutschland: Der Metzger
Markus Dirr
43 Jahre; 1,76 Meter; 72 Kilogramm
Früh am Morgen: Geselchte Schweinerippchen,
Kartoffeln mit Olivenöl
Zweites Frühstück: Baguette mit Brie und
Olivenöl, Espresso mit Rohzucker
Mittagessen: Lyoner Wurst, weiße Semmel,
Radicchio, Tomate, Apfel
Abendessen: Porterhousesteak, Fenchel,
Brot, Apfel, hausgemachter Ingwer-
Aufguss, Rotwein
Snacks und Sonstiges: Salat von Huhn,
Champignons, Lauch und Bleichsellerie mit
Olivenöl-Zitronendressing, Bier
Kalorien: 4600
Fleisch wird in Deutschland meist nach
der Devise gekauft: Hauptsache viel und
billig! Mengenmäßig kann da auch Metzger
Markus Dirr vom badischen Kaiserstuhl
mithalten; allein das Porterhousesteak,
das er sich zum Abendessen gönnt, wiegt
640 Gramm. Billig kommt ihm aber nicht
auf den Tisch: Dem Preisdruck der Lebensmitteldiscounter
setzt der Fleischer aufwendige
Handarbeit entgegen. Seit Jahren
spezialisiert sich Dirr auf luftgetrocknete
Schinken und Fleisch, das nach den Kriterien
der Slowfood-Bewegung verarbeitet
wird. Feinschmecker nehmen den Aufpreis
in Kauf: Sie lassen sich Dirrs Schinken und
Salami sogar per Post zuschicken.
Jemen: Die Hausfrau
Saada Haidar
27 Jahre; 1,50 Meter; 44,5 Kilogramm
Früh am Morgen: Kishir (süßer
Aufguss von Kaffeebohnen-Kleie)
Frühstück: Ful (dicke Bohnen) mit Zwiebeln,
Tomaten und gemahlenen Chilis;
Weizen-Fladenbrot, Schwarztee
Zweites Frühstück: Weizen-Fladenbrot
mit Tahini (Sesampaste) und Fetakäse
Mittagessen: Saltah (Eintopf mit Auberginen,
Tomaten, Zwiebeln und Schaffleisch),
Reis, Tomaten-Relish, Lahuuh
(weiches Fladenbrot), Kafuu'a (Brot aus
Weizen- und Linsenmehl), Gurkensalat;
Lauchzwiebeln, weißer Rettich, Schwarztee
Abendessen: Rührei mit Tomate
und Zwiebeln, Maluuj (Brot aus Hirseund
Weizenmehl), Schwarztee
Snacks und Sonstiges: Mango, Banane,
Melone, Papaya, Kalbfleisch mit Knochen
Kalorien: 2700
Jemanden zu finden, der sich in die
Töpfe schauen lässt - nirgendwo war dies
schwieriger als im muslimischen Jemen.
Saada Haidars Ehemann gewährte zwar
seiner Frau die Erlaubnis, mit dem fremden
Fotografen zu sprechen, doch wollte sie ihr
Gesicht, anders als die Nachrichtensprecherin
im Fernsehen, nicht unverhüllt zeigen.
Indien: Die Urintrinkerin
Millie Mitra
45 Jahre; 1,82 Meter; 56 Kilogramm
Als Erstes am Morgen: eigener Urin, 360 Milliliter
Morgens: Drachenfrucht, Passionsfrucht, Kokosnuss,
gepuffte Lotussamen, in Salz und Öl geröstet, Revdi
(Konfekt aus Sesamkörnern und Rohzuckersirup),
Sesamkörner, Amla (getrocknete indische Stachelbeeren),
Pinienkerne, Tamarindenkonfekt
Mittagessen: Uttapam (Fladenbrot aus Schwarzlinsenund
Reismehl), Idli (gesäuertes Brot aus Linsen- und
Reismehl), Tomatenchutney, Sojajoghurt
Nachmittags: Puffreis mit Zwiebeln, Chilischoten und
Senföl, heißes Wasser mit Honig und Limettensaft
Abendessen: Taubenerbsen und Auberginen mit
Zwiebeln und Tomaten; gekochte Kartoffeln mit Chilis,
Vagharelo Bhaat (Klebreis mit Zwiebeln und Gewürzen),
Vollkornweizen-Fladenbrot, Sojajoghurt mit weichem
Reis, eingelegte Limette, Gurke, weiße Rübe, Alu Papad
(Knäckebrot aus Kartoffelmehl)
Kalorien: 2100
Seit 17 Jahren hat es sich Millie Mitra zur Gewohnheit
gemacht, morgens ihren eigenen Urin zu trinken.
Der Brauch, Shivambu genannt, ist auch in anderen
Kulturen bekannt, die dem Urin eine reinigende und
heilende Wirkung zuschreiben. Millie Mitra reibt sich
auch die Haut damit ein. Seit Jahren studiert Mitra
Ernährungstheorien und hat sich dabei mehr und mehr
"von der Vorstellung entfernt, der Körper sei eine
Maschine, der man Befehle erteilen muss". Lebensmittel
sieht sie als Heilmittel, besonders Früchte:
"Ich liebe ihre Farben, ihre Konsistenz, ihren Geschmack
und ihren Duft. Und vor allem: Sie machen
mich glücklich."
Bangladesch: Der Ausreißer
Alamin Hasan
12 Jahre; 1,40 Meter; 31 Kilogramm
Frühstück: Süßes Weißmehlbrötchen,
Schwarztee mit gezuckerter
Kondensmilch
Mittagessen:Gemüsecurry aus
Kartoffeln,
grünen Bohnen und Zwiebeln
mit Gelbwurz, Reis
Abendessen: Gemüsecurry aus Tomaten,
weißem Rettich und Zwiebeln mit Chili
und Gelbwurz, Reis
Den Tag über: Schwarztee mit gezuckerter
Kondensmilch, fünf Zigaretten
Kalorien: 1400
Früher ging Alamin Hasan zur
Schule, bis der Vater die Familie wegen
einer anderen Frau verließ. Weil
Alamins Mutter nicht in der Lage war,
den Sohn zu ernähren, setzte sie ihn
vor die Tür, erzählt der nun zwölfjährige
Junge. Er machte sich auf den Weg in die
Stadt. Auf dem Bahnhof in Dhaka muss
er sich gegen stärkere Jungen durchsetzen
und manchmal Prügel einstecken.
Am Tag verdient er 60 bis 70 Taka, was
66 bis 78 Euro-Cent entspricht. Davon
kann er sich beim Straßenhändler
Gemüsecurry kaufen. Als Kofferträger
verdient er immerhin genug, um mehr
zu essen als früher bei seiner Mutter.
Australien: Der Rettungsschwimmer
Bruce Hopkins
35 Jahre; 1,83 Meter; 82 Kilogramm
Frühstück: Cerealien mit Magermilch
und Honig, Banane, Orangensaft, Kaffee
Mittagessen: Sandwich aus Weißbrot,
Schinken, Kopfsalat und Senf
Abendessen: Rinderfilet, rote Kartoffeln
und Kürbis, Vanilleeis, Kaffee
Im Laufe des Tages: Apfel-Himbeerund
Apfel-Kiwi-Fruchtsaftgetränk
Kalorien: 3700
Durchtrainiert und fit - was für andere
Menschen ein Schönheitsideal ist, gehört
für Bruce Hopkins zur Job-Beschreibung.
Zwar absolviert Hopkins nicht mehr,
wie früher, Triathlons. Dennoch trainiert
er zweimal täglich, um fit zu sein für
den Moment, wenn ein Schwimmer vor
dem australischen Traumstrand Bondi
Beach in Not gerät. Zu schaffen macht
ihm dabei, dass die Badegäste am Bondi
Beach über die Jahre immer dicker
werden: "Du paddelst mit dem Brett raus,
sollst den Menschen auf das Brett ziehen
und mit ihm auf der nächsten Welle
zurück zum Strand reiten. Übergewichtige
sind da viel schwerer zu retten."
China: Der Spieler
Xu Zhipeng
23 Jahre; 1,88 Meter; 71,3 Kilogramm
Mittagslieferung: Mapo doufu (Tofu und Schweinefleisch
in scharfer roter Chilisauce), Reis, grüner Tee
Abendlieferung: Geschmortes Huhn mit gekochter
Wintermelone, Reis, grüner Tee
Im Laufe des Tages: Grüner Tee, sieben Zigaretten
Kalorien: 1600
Zu sagen, Xu Zhipeng verbrächte viel Zeit vor dem
Computer, wäre eine Untertreibung: Er verbringt
ALLE Zeit vor dem Computer. Nachdem er ein Jahr
als Grafikdesigner hart gearbeitet hat, macht er nun
ein halbes Jahr Pause. Dafür hat er sich einen Platz
im Internetcafé in Shanghai gemietet. Diesen Sessel
verlässt er praktisch nur, um auf die Toilette und
einmal die Woche zu einem Freund zum Duschen zu
gehen. Die meiste Zeit beschäftigt sich Xu Zhipeng
mit MMORPGs, Online-Rollenspielen gegen zahlreiche
andere Mitspieler, die ebenso wie er irgendwo
auf der Welt vor einem Computer sitzen. Einmal
spielte er drei Tage und drei Nächte ohne Unterbrechung.
Danach fiel er in einen komaähnlichen
Schlaf, der 24 Stunden dauerte. Sein Mobiltelefon
hat Xu Zhipeng abgeschafft, um nicht durch Anrufe
gestört zu werden. Nur ab und zu liest er zwischendurch
ein Buch, "weil es gut tut, die Augen auf den
Buchseiten ausruhen zu können", wie er sagt -
obwohl er die Bücher natürlich am Bildschirm liest.
USA: Der Trucker
Conrad Tolby
54 Jahre; 1,88 Meter; 118 Kilogramm
Frühstück: Brötchen mit Honigglasur, Kaffee
Mittagessen bei McDonald's: zwei Doppel-Cheeseburger,
halbe Portion Pommes frites (die andere Hälfte
bekommt sein Hund Fancy)
Abendessen: Kopfsalat mit Schinken, Ei, Käse und
schwarzen Oliven, gebratene Hähnchenflügel, frittierte
Teigrollen mit Schweinefleisch
Snacks und Sonstiges: Schoko-Bonbons
mit Erdnüssen, Rindfleisch-Sticks, Espresso-Sahne-
Kaffeedrink, Mokka-Kaffeedrink, Eistee,
zwei Schachteln Zigaretten
Kalorien: 5400
In seiner Verwandtschaft darf Trucker Conrad Tolby mit seinen
54 Jahren als Hochbetagter gelten: "Auf meiner Vaterseite sind
alle an platzenden Arterien gestorben", erzählt er, "und alle vor
dem 45. Geburtstag. Keine sechs Monate nach meinem 45. Geburtstag
hatte ich meinen ersten Herzinfarkt." Inzwischen hat
Colby einen weiteren Herzinfarkt nur knapp überlebt. Aber auch
die Warnungen seines Arztes können ihn nicht dazu bewegen,
seine Ernährung auf fettärmere und gesündere Kost umzustellen.
Seit seiner Scheidung lässt sich Colby, früher Mitglied der
Rockerbande "Bandidos", auf seinen Fahrten von seinem Hund
"Imperial Fancy Pants", genannt Fancy, begleiten. Der fünf
Jahre alte chinesische Shar-Pei isst am liebsten Pommes und
bekommt hin und wieder auch einen Cheeseburger ab. Und hilft
damit auf natürliche Weise, den Cholesterinspiegel seines
Besitzers wenigstens ein kleines bisschen zu senken.
Kenia: Die Halbnomadin
Noolkisaruni Tarakuai
38 Jahre; 1,70 Meter; 46,8 Kilogramm
Frühstück und Abendessen: Ugali (dicker Maisbrei),
Banane, Schwarztee mit Vollmilch und Zucker, abgekochtes
Wasser (in der Flasche abgebildet)
Kalorien: 800
Noolkisaruni Tarakuai, dritte von vier Frauen eines
Massai-Häuptlings, kann sich an bessere Tage erinnern:
"In meiner Jugend gab es genügend Fleisch. Wir hatten
viele Tiere. Es gab nicht so viel Dürre. Alle zwei Tage wurde
eine Ziege geschlachtet." Heute bekommt die Massai
bestenfalls einmal die Woche Ziegenfleisch, und nur eine
kleine Menge, weil das Tier mit allen Mitgliedern des
Clans geteilt werden muss. "In einem guten Jahr", erzählt
Tarakuai, "melke ich die Kühe, bis ich eine Kalebasse voll Milch
habe, dann mache ich Milchtee und Ugali für die Kinder und
Ugali und einen Becher Milch für die Hirten. Der Hirte ist
hier die wichtigste Person - ohne ihn gibt es keine Milch." In
Zeiten großer Dürre wird die Kuhmilch so knapp, dass sie
kaum für die Kälber reicht - und für sie, die Kinder und die
Hirten nichts übrig bleibt. Auch Ziegenfleisch gibt es dann
nicht mehr: Die Tiere sind derart unterernährt, dass sie kein
Fleisch mehr liefern. "Dann verkaufen wir die Häute und
geben den Rest den Hunden", sagt Tarakuai.
Ecuador: Die Bäuerin
Maria Ermelinda Ayme Sichigalo
37 Jahre; 1,60 Meter; 54 Kilogramm
Frühstück: Teigtaschen mit Käse,
Chapo (Brei aus geröstetem Gersten- und Weizenmehl
mit Pulverkaffee, Rohzucker und heißem
Wasser), Rohzucker mit heißem Wasser
Mittagessen: Gerstensuppe, Kartoffeln, gekocht mit
Möhren und grünen Bohnen
Abendessen: Salat aus Kopfsalat, Kartoffeln und
Möhren, grüne und gelbe Kochbananen
Snacks und Sonstiges: Geröstete Kartoffeln, Machica
(geröstetes Gersten- und Weizenmehl, in heißes
Wasser gerührt), Wasser aus einer nahen Quelle
Kalorien: 3800
Ermelinda Ayme, Mutter von acht Kindern, lebt
in den Anden im Dorf Tingo, wo sie auf 3300 Metern
über Meereshöhe gemeinsam mit ihrem Mann einige
Steilhänge bewirtschaftet. Das braucht Kraft und
Ausdauer, vor allem, wenn man dabei noch die ganze
Zeit ein Baby auf dem Rücken trägt. Die Energie für
die anstrengende Feldarbeit liefern selbst gebackene
Käsetaschen, Möhren vom Feld, Kochbananen aus
dem Tiefland und ab und zu ein gebratenes Meerschweinchen,
eine Delikatesse in Ecuador. Auf den
Bergwiesen sammelt Ermelinda Ayme Kräuter, aus
denen sie Tees gegen Frauenleiden brüht; sie arbeitet
nebenbei als Hebamme und Naturheilerin.
Iran: Der Knusperbrotbäcker
Akbar Zareh
48 Jahre; 1,75 Meter; 85 Kilogramm
Frühstück: zwei hart gekochte Eier, Radieschen mit
Sabzi khordan (Kräutersalat), Nan-e taftoon (knuspriges
Fladenbrot), Schwarztee mit Zucker
Im Laufe des Tages bei der Arbeit: Khoshk yazdi
(flaches Knusperbrot- die Sorte, die Zareh selbst backt und
verkauft), Tomaten, Weintrauben, Granatapfel
Abendessen: Kabab koobideh (Lammhackspieß), weißer
Reis, Joghurt, Nan-e taftoon
Spät am Abend: heiße Vollmilch
Kalorien: 4900
Akbar Zareh hat nie eine Schule besucht und nie Lesen oder
Schreiben gelernt. Als er vor vielen Jahren seinen Vater fragte,
weshalb er ihn das anstrengende Handwerk gelehrt habe, lachte
der Vater nur: Die Zarehs waren schon immer Bäcker. Doch
Akbar Zareh will mit der Tradition brechen. Er schickte seine
Kinder zur Schule. "Als Bäcker verdienst du zu wenig", sagt er,
und das, obwohl er seine Brote bis nach Deutschland verkauft.
Tag für Tag steht er von morgens bis abends in der Backstube,
knetet Teig, formt Fladen, befeuert den Ofen und schießt die
Brote ein. Für eine Mittagspause nimmt er sich keine Zeit. Und
nur einmal im Jahr isst Zareh im Gasthaus, in jenen 14 Tagen,
in denen er die Bäckerei schließt, um zu einem schiitischen
Heiligtum zu pilgern.
Kommentare
Tolle Arbeit, das Buch werde ich mir kaufen. Aber die Kalorienangaben scheinen mir durchweg zu hoch zu sein. Wenn ich mal anhand von Tabellen nachrechne komme ich teilweise auf die Hälfte der angegebenen Menge.
Wenn auf allen Ölplattformen so gefressen wird, wundert es nicht wenn ab und zu einmal eine explodiert :-)
Der Artikel macht Lust auf mehr! Und Hunger hab ich jetzt auch