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Thema 28: Fremde Perspektive Wie sieht eine Ameise ihre Umgebung? Was denkt ein Stuhl, wenn ihr euch auf ihn setzt? Oder euer Lehrer, wenn er morgens verschlafen vor der Klasse steht?

Für unseren Schreibwettbewerb im März gibt es nur eine Vorgabe: Schreibt aus einer fremden Perspektive. Also zum Beispiel aus der Sicht einer anderen Person, eines Gegenstandes oder eines Tieres.

Die Teilnahme am Schreibwettbewerb ist wie immer ganz einfach: Ihr müsst nur hier in dieses Unterforum euren Text als Post einstellen. Bis zum 19. März habt ihr dafür Zeit. Alle Texte nehmen automatisch an der anschließenden Abstimmung teil. Und auch dafür brauchen wir euch alle, ihr simmt nämlich selber ab!

Und nun wünschen wir euch viel Spaß dabei, die Welt mit anderen Augen zu sehen...

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  #1  
Alt 10.03.2012, 23:30
Christin Christin ist offline
Foren-Frischling
 
Registriert seit: 10.03.2012
Beiträge: 1
Standard Alles anders

Es war so fürchterlich kalt. Ich steckte meinen Kopf noch tiefer in den Kragen meiner neuen Winterjacke. Meiner ersten Winterjacke. Noch die Straße entlang, dann konnte man schon die Schule sehen. Meine neue Schule. Gestern war ich zum ersten Mal dort, mein Vater ist mit mir vor seiner Arbeit hingegangen, er konnte wenigstens etwas Deutsch reden, ich verstehe fast nichts. "Haloo" oder "Tanke", das kann ich schon sagen, aber nicht viel mehr.
Mit dem Blick auf der Straße zählte ich jeden Schritt leise vor mich hin. Mama hat immer erzählt, dass es hier im Winter sehr viel schneit, weiße Flocken sollen immer wieder vom Himmel schweben und jede Schneeflocke soll anders sein. Das kann ich einfach nicht glauben, ich bin so gespannt, wenn es hier mal richtig schneit.
Die Kinder sind hier alle gleich. Alle sind ganz blass und bleich und haben Jeans an. Ich kann sie ganzschlecht auseinanderhalten, ganz viele Mädchen haben ganz helle, blonde Haare.
Es riecht nach nichts, aber die kalte Luft brennt in meiner Nase. Ganz so als ob mich dieses blöde Deutschland extra quälen will. Ich schnaubte aus und eine große Rauchwolke kam aus meinem Mund, ganz so als ob ich ein Drache wäre. In ein ganzes Land voll mit Drachen und ich werde auch schon einer.
Das Schulhaus aus Beton war auch nicht gerade schön. Alles ist hier so gerade und glatt und kalt.
Daheim, da war es warm, die Straßen sahen auch anders aus, sie lebten, hatten Löcher und Risse, Blumen kamen hervor wo sie wollten. Es roch so gut aus jedem Haus um die Mittagszeit, wenn alles Mamas kochten. Und an manchen Stellen roch es auch ganz streng und eklig, das kam manchmalaus dem Klo.
Hier riecht es immer nach Putzmittel und im Klo ganz eigenartig nach Plastik und Zitrone. Die Bananen sind grün und schmecken ganz schal, einfach nach nichts. Ekelobst nennen es mein Bruder und ich jetzt. Doch Papa schimpft dann, weil doch alles so teuer hier ist. Papa verdient jetzt mehr aber wir müssen sehr sehr sparsam sein, alles kostet so viel.
Zögernd griff ich nach der Schultüre und öffnete sie langsam. Der Boden der Halle glänzte und es war ganz still. Den linken oder den rechten Gang? Ich war mir ganr nicht mehr sicher. Und wo waren all die Kinder, die Uhr zeigte fünf nach acht, kommen sie erst noch? Ich ging den linken Gang entlang und fand tatsächlich die Türe, auf der ein großer Baum klebte. 3A stand in roter Schrift.
Die anderen mögen mich glaub ich nicht so gerne, sie schauen mich komisch an und haben sich die Nase zugehalten, als ich in der Pause mein Lieblingsbrot gegessen habe.
Ich drückte mit der linken Hand die Türklinke hinunter und schob die Türe langsam auf.
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