GEOlino Nr. 04/07 - Achterbahnen: Rein ins Vergnügen! Seite 2 von 3


Ohne Looping, aber trotzdem wild und ziemlich lustig: Die Achterbahn "Wilde Maus" auf dem Hamburger DOM (Foto von: Stefanie Wilhelm)
© Stefanie Wilhelm
Ohne Looping, aber trotzdem wild und ziemlich lustig: Die Achterbahn "Wilde Maus" auf dem Hamburger DOM

Der erste Looping

Die ersten "Achterbahnen" wurden schon im 16. Jahrhundert im russischen Zarenreich gebaut - als eine Art Wintervergnügen: Auf Marktplätzen errichteten die Russen knapp 25 Meter hohe Holzkonstruktionen, übergossen diese mit Wasser und ließen sie über Nacht zu Rodelbahnen gefrieren. Was für ein Spaß! Die französischen Soldaten Napoleons, die 1812 Russland erobern wollten, waren von den "Russischen Bergen" so begeistert, dass sie die Bahnen in ihrer Heimat nachbauten. Weil die Winter in Frankreich aber selten lange andauern, verpassten sie den Schlitten schließlich Räder. So mussten die Franzosen im Sommer nicht auf die rasanten Fahrten verzichten.


Ein Bombenerfolg, der ganz Europa ins Rutschen brachte: Überall entstanden Holzbahnen mit immer mehr Kurven, Schleifen, Spiralen und - 1846 - mit dem ersten Looping. Einen kurzen Moment lang konnten die Menschen, die durch diese Pariser Bahn rauschten, die Welt auf dem Kopf betrachten.


Die größte Achterbahn Europas ist der "Silverstar" im Europa-Park (Foto von: Europa Park)
© Europa Park
Foto vergrößern
Die größte Achterbahn Europas ist der "Silverstar" im Europa-Park

Die Bremse funktioniert auch ohne Strom

Je länger und ausgeklügelter die Bahnen wurden, desto höher musste allerdings die erste Rampe sein! Die Wagen wurden mit Motorenkraft an einer Kette dort hinaufgezogen, dann ging es abwärts. Allein der Schwung dieser Abfahrt trieb die Stahlraupe über die gesamte Strecke - ein weiterer Motor war nicht nötig. Im Grunde funktionieren Achterbahnen bis heute immer noch so, nur dass die Wagen mit einem Katapult, das ähnlich wie eine Steinschleuder funktioniert, oder mit Magnetkraft den ersten Hügel hinaufgeschossen werden. Auch normale Bremsen haben die Ingenieure im Laufe der Jahre gegen Magnetbremsen ausgetauscht: Die halten die Wagen bei der Einfahrt in den Bahnhof an. Das sei sehr sicher, sagt Andreas Wild. "Selbst bei einem Stromausfall werden die Wagen gestoppt!"



Seite 2 von 3


Druckansicht Artikel versenden Deine Meinung Kontakt Sitemap