GEOlino.de - Weißkopfseeadler: Der Herrscher der Lüfte Seite 1 von 2


Text von Christian Staas

Weißkopfseeadler: Der Herrscher der Lüfte

Weißkopfseeadler fangen im Flug Fische und verteidigen ihre Beute, dass die Federn fliegen. Nur im Winter treffen sie zu Hunderten zusammen


Im Sturzflug rasen Weißkopfseeadler auf ihre Beute zu (Foto von: Klaus Nigge)
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Im Sturzflug rasen Weißkopfseeadler auf ihre Beute zu

Angriff! Mit ausgebreiteten Schwingen rauscht der Weißkopfseeadler auf den eisbedeckten See zu. Seine Fänge, fast so groß wie Männerhände, streckt er weit nach vorn. Unter ihm klafft ein großes Loch im Eis. Doch nicht auf einen Fisch unter der Wasseroberfläche hat er es abgesehen, sondern auf einen anderen Adler. Der steht auf dem Eis und macht sich gerade über einen erbeuteten Lachs her. Unter Flügelschlagen und Gekeife fetzen sich die Vögel mit Krallen und Schnabel. Schnee spritzt auf, Federn fliegen. Bis ein dritter Adler auftaucht - und sich mit dem Lachs davonmacht...



Dieser König der Lüfte ist vor allem ein Räuber (Foto von: Klaus Nigge)
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Dieser König der Lüfte ist vor allem ein Räuber

Typisch Weißkopfseeadler! Die mächtigen Greife sind bekannt für ihre Streitlust. Manchmal überrumpeln sie einander sogar in der Luft und trudeln dann im Sturzflug in die Tiefe. Hauptsache, man zeigt dem anderen, dass man keine Angst hat. Diese Vögel kommen nur in Nordamerika vor und leben am liebsten in menschenleeren Gegenden, wo sie saubere Gewässer finden. Kein Fisch entgeht ihrem Blick. Ihre Augen sind viermal schärfer als die von Menschen. Und ihre Geschwindigkeit ist atemraubend: Mit bis zu 150 km/h stürzen sich die Raubvögel vom Himmel auf ihre Beute.


Flink und wendig sind Seeadler nur im Flug (Foto von: Klaus Nigge)
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Flink und wendig sind Seeadler nur im Flug

Im Winter wird es vielen Weißkopfseeadlern in ihren Revieren auf dem Festland zu ungemütlich. Dann zieht es sie fort - zum Beispiel auf die Alëuten, eine Inselkette zwischen Russland und Alaska. Dieses Revier ist ideal zum Überwintern. Es wird von warmen Meeresströmungen umspült und bleibt dadurch eisfrei. Selbst im Inneren der Inseln frieren die Seen nie ganz zu, sodass die Adler immer Fische finden. So kommt es, dass sich die majestätischen Tiere hier zu Hunderten drängen, obwohl sie normalerweise außer ihrem Partner keinen Artgenossen in der Nähe dulden. Nur im Winterquartier hopsen sie notgedrungen in Scharen um die Eislöcher. Und noch aus großem Abstand ist ihr Ruf zu hören, der wie ein grelles Keckern, Kichern, Keifen klingt.



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