GEOlino.de - Seehunde: Die Heuler von Friedrichskoog Seite 4 von 4

Rauf auf’s Boot, ab ins Meer

In kleinen Booten oder auch mal mit dem Fischkutter des Stationsgründers geht es mit den Tieren auf See. „Wir ankern immer vor einer Sandbank, auf der andere Seehunde liegen“, erklärt Frau Rosenberger. „So haben sie gleich Anschluss zu ihren Artgenossen.“ In sicherem Abstand geht die Crew vor Anker. Bevor ein ehemaliger Heuler von Bord rutscht, kriegt er eine weiße Farbmarkierung auf den Kopf. So ist er für eine gewisse Zeit auch aus weiter Entfernung im Wasser und an Land erkennbar.

„Einige sind sofort weg, andere drehen noch ein paar Runden ums Boot. Die meisten von ihnen sehen wir nie wieder“, erzählt die Stationsleiterin. Manchmal gibt es Meldung von Helgoland, dass dort ein Seehund vor der Küste aufgetaucht ist. Dank Flossenmarke kann er zugeordnet werden. Von der Seehundstation Friedrichskoog liegen dort immer ein paar im Rudel. „Für uns ist eine solche Meldung immer schön! Dann wissen, dass sich die Tiere gut eingelebt haben und ein normales Seehundleben führen“, freut sich die Pflegerin.


Stationsleiterin Tanja Rosenberger und die Praktikantin Kerstin kümmern sich um die Heuler (Foto von: Jonas von der Hude)
© Jonas von der Hude
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Stationsleiterin Tanja Rosenberger und die Praktikantin Kerstin kümmern sich um die Heuler

Noch sind sie zu dritt

Seit 1985, als die Station gegründet wurde, wurden fast 500 Heuler dort aufgezogen und anschließend ausgewildert. Aber nicht alle, die kommen, überleben. Einige sterben während der Aufzucht, andere nach ihrer Auswilderung. Meist an Magen-Darm-Erkrankungen. „Das ist der Lauf der Dinge, da kann man nicht viel tun“, sagt Frau Rosenberger. Ob Max, Moritz und Adele es schaffen werden, weiß sie nicht.

Aber sie weiß, dass die drei nicht die einzigen Heuler in diesem Sommer bleiben werden: „Die eigentliche Geburtszeit fängt erst im Juni an. Es werden etwa 2000 Geburten erwartet. Wir rechnen auch in diesem Sommer mit bis zu 70 Heulern in unserer Station“, erklärt sie. „Und wir erwarten sie mit Freude, Herz und Engagement!“


Falls ihr mal einen Heuler findet

Fasst, diesen bitte nicht an! Für den Fall, dass die Mutter doch noch zurückkommt, würde sie ihr Kind nicht mehr annehmen. Haltet Abstand (Hunde fernhalten!) und benachrichtigt sofort den Seehundjäger, die Seehundstation oder die Polizei! Die Rufnummern hängen an Tafeln am Strand aus.


Auch ihr könnt den Heulern und den anderen Seehunden einen Besuch abstatten! Die Seehundstation Friedrichskoog hat täglich geöffnet - auch an Sonn- und Feiertagen.

Öffnungszeiten Sommer: Von März bis November 9:00 bis 18:00 Uhr

Öffnungszeiten Winter: Von November bis März 10:00 bis 17:30 Uhr.

Seehundstation Friedrichskoog
An der Seeschleuse 4
25718 Friedrichskoog
Tel.: 04854 / 1372

www.seehundstation-friedrichskoog.de



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