GEOlino Nr. 06/02 - Gut gebrüllt! Das wilde Leben der Löwen Seite 1 von 1


Löwen - gemeinsam sind sie stark

Der Löwe gilt als "König der Tiere": schnell ist er, schön, schlau und stark. Dabei haben die "Majestäten" noch ganz andere, sanfte Seiten: Sie leben am liebsten in Großfamilien, haben "Kindergärten" für ihre Jungen - und verbringen ihre Tage fast ausschließlich mit Faulenzen


Kämpfen, Drohen und Brüllen sind anstrengend - und machen müde... (Foto von: Peter Johnson/CORBIS)
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Kämpfen, Drohen und Brüllen sind anstrengend - und machen müde...

Die Nachmittagssonne flimmert über dem Nationalpark von Masai-Mara in Kenya. Ein paar Löwinnen liegen, alle viere von sich gestreckt, auf der staubigen Erde. Zwischen ihnen haben sich die Jungen lang gemacht, und die männlichen Tiere des Rudels ruhen etwas entfernt auf einem Termitenhügel.


Verschlafene Bande

Löwen verpennen praktisch den ganzen Tag, 18 Stunden mindestens. Solange es hell ist, lassen die Raubkatzen sogar ihre Lieblingsspeise, eine ganze Gnuherde, unbehelligt in nächster Nähe grasen. Erst wenn die Sonne untergeht, kommt allmählich Bewegung in den faulen Haufen.


Aufgewacht!

Die Löwinnen strecken sich. Die Babys versuchen, Milch zu saugen. Zwei Löwenmänner kommen von ihrem Schlafplatz herübergetrottet. Die Jungen ziehen dem einen übermütig an den Barthaaren. Er lässt sie gewähren. Der andere senkt den Schädel mit der buschigen Mähne und brüllt markerschütternd. Es bedeutet: Ich bin der Chef hier. Wehe dem, der mir in die Quere kommt!


Spielen muss sein. Die Mama nimmt's gelassen. (Foto von: Peter Johnson/CORBIS)
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Spielen muss sein. Die Mama nimmt's gelassen.

Auf der Pirsch

Dann beginnt die Jagd. Und die ist meist - Frauensache! Im Schutz der Nacht pirschen sich einige Jägerinnen langsam an die Gnus heran, die geräuschvoll Gras rupfen. Enger und enger ziehen die Löwinnen ihren Kreis um die Herde, bis plötzlich eine aus der Deckung hervorspringt.


Schnell zuschlagen

Panisch galoppieren die Gnus davon. Nur ein krankes Tier bleibt zurück. Mit einem Satz ist die Jägerin bei ihm und hat ihre Zähne in seinen Hals geschlagen. Jetzt müssen die Löwinnen schnell sein. Hektisch verschlingen sie so viel Fleisch wie möglich.


Das Beste für die Anführer

Denn schon nahen die beiden Löwenmänner und vertreiben sie zähnefletschend, um sich dann genüsslich über die Beute herzumachen. Die Jungen gehen oft leer aus. Das klingt ungerecht - aber dem Anführer steht nun mal der "Löwenanteil" zu. Dafür verteidigt er das Jagdgebiet des Rudels gegen Eindringlinge. Und das ist ein ziemlich harter Job.


Raue Sitten

Junge Löwenmännchen werden von ihrer Sippe verstoßen, wenn sie zwei bis drei Jahre alt sind. Mutterseelenallein streifen sie dann durch die Gegend, immer auf der Hut vor fremden Revier-"Königen". Weil sie meist schlechte Jäger sind, fressen sie, was sie finden: Straußeneier, Warzenschweine, tote Tiere.


König der Tiere: ein südafrikanischer Löwe. (Foto von: Peter Johnson/CORBIS)
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König der Tiere: ein südafrikanischer Löwe.

Gemeinsam stark

Falls die "Junggesellen" in dieser Wanderzeit weder verhungert noch im Kampf getötet worden sind, schließen sich einige von ihnen mit etwa fünf Jahren zusammen. Gemeinsam versuchen sie dann, ein Rudel Weibchen zu erobern. Derjenige, der es schafft, einen Anführer zu vertreiben und dessen Stelle einzunehmen, tötet als Erstes sämtliche Jungen des Rudels.


Das Gesetz der Wildnis

Das ist das brutale Gesetz wilder Tiere. Schon bald danach sorgt der Sieger dann für eigenen Nachwuchs. Doch auch für ihn währt das Glück nicht lange. Im Durchschnitt dauert es gerade mal drei Jahre, bis ein Rivale auftaucht, der wiederum ihn entthront.


Schon wieder hungrig

Schon bald nachdem sie das kranke Gnu erlegt haben, setzen die Löwinnen in Masai-Mara ihren Beutezug fort. Kein Wunder, denn von den paar eilig herausgerissenen Happen sind sie nicht satt geworden. Gut, dass die Regenzeit noch nicht lange zurückliegt.


Neues Futter

Das üppig sprießende Grün bietet vielen Grasfressern Futter. So wittern die Jägerinnen bald neue Beute: Impalas, eine Antilopenart. Schnell haben die Löwinnen ein Tier erwischt - doch es wird nicht gleich getötet. Die größeren Junglöwen dürfen zuerst ein bisschen daran "üben", wie es ist, ein Opfer zu erlegen.


Verdiente Ruhe

Dutzende von Kilometern durchstreifen die Löwinnen manchmal in einer Nacht. Doch spätestens, wenn der Morgen graut, kehren sie alle wieder zu ihrem Ruheplatz zurück. Ein letzter Schluck Milch für die kleinen Pelzknäuel. Dann ratzen wieder alle.




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