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Pelikane - tollkühne Jäger der Lüfte
Stummelfüße, krummer Hals – und am Schnabel hängt eine Art Blasebalg: Auf den ersten Blick wirken Braune Pelikane wie ein Witz der Natur. Doch wenn sie erst in der Luft sind, verwandeln sich die Vögel in tollkühne Jäger
Da unten im Wasser – ist das ein Schwarm Sardinen? Sieht ganz so aus! Noch einmal dreht der Pelikan vor der Küste der Galápagos-Inseln eine Runde durch die Luft – dann stürzt er aus zehn Meter Höhe herab und schießt mit angelegten Flügeln wie ein Pfeil ins Meer. Einen Moment lang sprudeln Luftblasen an die Oberfläche. Aber schon taucht der Vogel wieder auf. Und in dem gewaltigen Kehlsack unter seinem Schnabel zappelt heftig ein Fisch! Wenn man einen Braunen Pelikan bei der Jagd beobachtet, fragt man sich automatisch: Wie schafft der das? Denn eigentlich ist der Vogel eine Ansammlung von unpraktischen Körperteilen. Stummelbeine. Ein bis zu vier Kilogramm schwerer Körper, der ohne Gegenwind kaum in die Luft kommt. Ein langer Hals, der den Kopf anscheinend nur mit Mühe trägt. Im Flug liegt er jedenfalls wie ein Fragezeichen eingezogen auf der Schulter, weil er sonst herabhängen würde.
Zu allem Überfluss hat der Vogel auch noch eine Riesenklappe: Unter seinem Schnabel hängt ein dehnbarer Hautsack, in dem er locker den Inhalt von zehn Milchtüten unterbringen könnte. Nach jedem Tauchgang ist der Beutel so prall mit Wasser gefüllt, dass Abheben unmöglich ist. Auch den erbeuteten Fisch kann der Pelikan nicht gleich verschlingen: Eine volle Minute muss der Vogel das Wasser aus dem "Kescher" herauslaufen lassen, bis er seine Beute schlucken kann.
Steckbrief: Brauner Pelikan
Allgemein: Der Braune Pelikan ist die häufigste und kleinste der sieben Pelikanarten. Erwachsene Tiere erreichen eine Flügelspannweite von über zwei Metern und wiegen bis zu vier Kilogramm. Heimat: Anders als ihre Artgenossen, die auch an Binnengewässern nisten, leben Braune Pelikane immer am Meer, meist an der Ost- oder Westküste Amerikas. Kleinere Kolonien gibt es auch in der Karibik und auf den Galápagos-Inseln. Nahrung: Vor allem Fisch steht auf der Speisekarte. Der Braune Pelikan ist auch hier eine Ausnahme: Er jagt allein, während seine Artverwandten meist in der Gruppe fischen. Nachwuchs: Die Weibchen legen zwei oder drei Eier, aus denen nach 30 Tagen Brut die Jungen schlüpfen. Nach elf bis zwölf Wochen werden die Küken flügge. Als einzige Pelikanart nistet der Braune Pelikan auch in Bäumen, weil seine Jungen dort sicherer vor Fressfeinden sind.
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