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Die Reise der Grauwale

Von der Arktis nach Mexiko und zurück: Grauwale legen jedes Jahr bis zu 20.000 Kilometer zurück. Damit halten sie den Langstreckenrekord unter den Säugetieren! Von ihren Nahrungsgründen im Nordpolarmeer wandern sie zu den warmen Lagunen Mexikos, wo sie ihre Jungen aufziehen


 (Foto von: George D. Lepp/CORBIS)
© George D. Lepp/CORBIS
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Wer beobachtet hier wen? Ganz nah ist das Grauwalkalb an das Boot der Touristen herangeschwommen. Es hat sich auf die Seite gedreht, und sein großes Auge lugt neugierig aus dem Wasser. Von einem der Männer im Boot lässt sich der Meeressäuger sogar streicheln. Noch ein Stupser mit der Nase, dann dreht er ab und kehrt eilig zu seiner Mutter zurück. Die dümpelt nicht weit entfernt gemütlich im warmen Wasser der Lagune.

Mit ihrer Ruhe ist es nun vorbei. Der junge Wal hat Hunger! Um an die Milch zu kommen, taucht er unter den massigen Bauch seiner Mutter. Hier liegen die Zitzen in einer Hautfalte versteckt. Die Walmilch enthält gut zwölf Mal so viel Fett wie die Milch von einer Kuh. Satte dreißig Kilo nimmt der kleine Grauwal jeden Tag an Gewicht zu. Er muss schnell Kraft tanken und sich eine wärmende Speckschicht anfuttern. Denn ihm steht eine lange Reise in die kalten Gewässer des Nordpolarmeeres bevor.


Am Ende der langen Wanderung warten leckere Krebstierchen

Fast drei Monate lang hat das Walkalb im warmen Wasser der Magdalena Bay vor der mexikanischen Küste gespielt, getrunken und Schwimmen geübt. Drei Monate, in denen seine Mutter kaum etwas gefressen hat. Nun ist sie hungrig. Es ist Zeit, die Kinderstube zu verlassen und die lange Wanderung nach Norden anzutreten. Dort wartet Nahrung im Überfluss: Tonnenweise winzige Krebstierchen, die Lieblingsspeise der Grauwale. Dafür ist ihnen kein Weg zu weit!

Über 12 000 Kilometer müssen die Grauwale auf ihrer Reise zurücklegen. Langstreckenrekord unter den Säugetieren! Insbesondere für die Kälber ist der weite Weg ganz schön anstrengend. Doch wenn ein kleiner Wal vom vielen Schwimmen allzu müde geworden ist, nimmt er einfach auf dem breiten Rücken der Mutter Platz und gönnt sich eine kleine Verschnaufpause.



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