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Alles Bio?

Die zehnjährige Liv und ihre Familie essen fast nur Bioprodukte, die jede Woche von einem Bauern in eine "Bio-Speisekammer" geliefert werden. Im Interview erzählt sie, wie das so ist


Liv und ihre Mutter können sich in der Speisekammer Biogemüse holen, wann immer sie wollen (Foto von: Eva Pradel)
© Eva Pradel
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Liv und ihre Mutter können sich in der Speisekammer Biogemüse holen, wann immer sie wollen

Liv Alscher ist zehn Jahre alt und lebt in Hamburg. Zum Einkaufen muss sie nur die Straße überqueren und in eine Tiefgarage laufen: Dort liegt in einem versteckten Hinterraum eine Speisekammer. Jede Woche liefern die Bauern vom Kattendorfer Hof frische Bio-Lebensmittel - Gemüse, Joghurt, Käse, Eier, Wurst und was man sonst noch zum Leben braucht. Livs Eltern bezahlen im Monat einen festen Preis, dafür kann sich die Familie aus den Regalen bedienen. Aber wie ist das eigentlich, sich ausschließlich "bio" zu ernähren?


Alle Lebensmittel, die in der Speisekammer liegen, sind nach ökologischen Regeln hergestellt. Was heißt das?

Dass die Sachen nicht so derbe gespritzt sind. Und dass die Tiere genug Auslauf haben und gutes Futter bekommen.


"Bio" bedeutet ja auch, dass es nur das gibt, was in der Jahreszeit auf den heimischen Feldern wächst. Hattest du irgendwann einmal Lust auf etwas, das gerade nicht im Angebot war?

Nicht wirklich. Es gibt eigentlich kein Essen, das mir nicht schmeckt, selbst Sauerkraut oder Rosenkohl finde ich lecker. Orangen und Mandarinen kauft meine Mutter zur Weihnachtszeit dazu, darum vermisse ich auch im Winter nichts.


Schmeckt Bio-Essen denn anders?

Darauf achte ich eigentlich gar nicht. Ich esse meistens zu Hause und kenne es deshalb nicht anders. Gekaufte Äpfel aus dem Supermarkt schmecken aber eklig - so mehlig!


Die Lebensmittel aus der Speisekammer stammen vom Kattendorfer Hof. Warst du schon einmal dort?

Vor ein paar Jahren war ich auf dem Hof und habe bei der Möhrenernte geholfen. Beim Melken habe ich auch zugeguckt, danach gab es dann frische Milch. Die hat ganz anders geschmeckt als die Milch aus dem Kühlschrank. Warm und süß. Aber total lecker!


Einmal pro Woche liefern die Bauern von dort ihre Lebensmittel nach Hamburg. Was gefällt dir an dem Speisekammer-Prinzip?

Dass man sich auch am Sonntag oder spät abends noch was holen kann. Das geht im Supermarkt nicht, da müsste ja immer jemand an der Kasse sitzen ... Bloß im Winter ist es manchmal ziemlich kalt da unten.


Und zum Schluss: Was ist dein Lieblingsgericht?

Nudeln mit selbst gemachter Tomatensoße von meinem Vater.

Interview: Anne Schafmeister


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