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Die Rose von Jericho

Was wie ein Filmtitel klingt, ist eine ganz erstaunliche Pflanze. Auf den ersten Blick sieht sie nach Nichts aus - eine graubraune Knolle, die seit Langem vertrocknet zu sein scheint. Tatsächlich kann die wenig attraktive Wüstenpflanze etliche Jahre ohne Wasser und Erde überleben. Doch wenn man sie ins Wasser legt, entfaltet sie sich innerhalb weniger Stunden zu einer wunderschönen Wüstenrose.


Lebensweise, Herkunft und Arten

Die Wüstenpflanze wächst über einen langen Zeitraum in der Erde und vermehrt sich wie jede andere Pflanze auch. Das tut sie so lange, bis der Boden, auf dem sie wächst, nicht mehr genug Nährstoffe hergibt. Ist dieser Zeitpunkt gekommen, zieht die Rose von Jericho ihre Wurzeln aus dem Erdreich zurück und trocknet zu einem Ball zusammen. Dann lässt sie sich vom Wind über den Wüstenboden treiben, bis sie in einer Umgebung angekommen ist, wo sie wieder wachsen und sich verbreiten kann. Die Pflanzen fassen keineswegs immer gleich dort Fuß, wo sie liegen bleiben. Also müssen sie irgendwie spüren, ob der Boden für sie geeignet ist und ob sie auf ihm wachsen können.


Die ausgetrockneten Pflanzen lassen sich über den Wüstenboden treiben. (Foto von: Peter von Sengbusch)
© Peter von Sengbusch
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Die ausgetrockneten Pflanzen lassen sich über den Wüstenboden treiben.

Gleich drei verschiedene Pflanzenarten aus unterschiedlichen Familien werden als Rose von Jericho bezeichnet. Die echte Rose von Jericho heißt auf Lateinisch Anastatica hierochuntica und ist in den Wüstengebieten von Nordafrika bis Vorderasien verbreitet. Bei der trockenen Pflanze ragen die Äste in einem Bogen über die Früchte. Wird sie ins Wasser gelegt, breiten sich die Äste aus und legen die Früchte frei.

Auch Pallenis hierochuntica gilt als Rose von Jericho und teilt ihr Verbreitungsgebiet mit der ersten Art. Ihre Blätter sind im trockenen Zustand über den kopf- oder nussförmigen Früchten der Pflanze geschlossen und geben sie bei Feuchtigkeit frei.

Die dritte Rose von Jericho ist der Moosfarn Selaginella lepidophylla. Er wächst in Israel und Jordanien, aber auch in Trockengebieten im Südwesten der USA, in Mexiko und El Salvador. Den Großteil des Jahres über sind seine bräunlichen Blätter und Stängel knäuelförmig zusammengerollt und wirken tot. Aber sobald Regen fällt, breiten sich die Pflanzen wie eine Rosenblüte aus und werden grün. Da die Pflanzen im ausgetrockneten Zustand ungewöhnlich lange überleben, können sie sehr alt werden.



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