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Nix wie raus im August

Sommerzeit ist Ferienzeit. Zeit, dem Rauschen der Bäume zuzuhören, stundenlang durch Wiesen zu streunen, im Schatten auf der faulen Haut zu liegen und es sich mal so richtig gut gehen zu lassen. Was die Natur dabei für euch parat hält, verrät euch diese Folge "Nix wie raus..."


Leckere Erfrischung (Foto von: H et M/photocuisine/Corbis)
© H et M/photocuisine/Corbis
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Leckere Erfrischung

Prima Abkühlung

In den heißen Sommermonaten ist es besonders wichtig, ausreichend zu trinken, um ausgeschwitzte Flüssigkeit und Mineralstoffe nachzufüllen. Mindestens ein bis zwei Liter solltet ihr deshalb täglich zu euch nehmen, um euren Kreislauf in Schwung zu halten. Vor allem, wenn ihr viel draußen unterwegs seid. Besonders gut eignet ist neben Wasser und Saftschorlen ein kühler Eistee. Er lässt sich ganz leicht selber machen und obendrein könnt ihr ihn mit eurem persönlichem Lieblingsgeschmack zubereiten.

So bewahrt ihr im August einen kühlen Kopf: Sucht eine Handvoll frischer Kräuter zusammen, zum Beispiel aus dem Garten oder von einer nah gelegenen Wiese. Besonders gut schmecken im Eistee Ringelblume, Melisse und Pfefferminze. Von diesen Pflanzen kannst du nach dem Waschen sowohl Blätter als auch Blüten verwenden. Wenn ihr nicht genau wisst, wie sie aussehen, schaut schnell im Internet nach. Gebt den Namen des Krauts in eine Suchmaschine ein. Sekunden später bekommt ihr ein Bild der gesuchten Pflanze angezeigt und könnt euch auf die Suche machen.


Echten Eistee stellt ihr nicht aus aufgebrühtem und abgekühltem Tee her, sondern ihr verwendet einen so genannten Kaltauszug. Das bedeutet, dass ihr die Zutaten eures Tees in kaltem Wasser ziehen lasst. Ihr gebt zwei kleine Löffel oder einen Beutel eures Lieblingstees aus dem Laden in einen Krug. Er bildet sozusagen die Grundlage des Getränks. Hinzu kommen eure gesammelten Kräuter, zwei kleine Löffel Zucker und einige Spritzer Zitronensaft. Anschließend füllt ihr den Krug mit 1,5 Liter Wasser auf und stellt ihn für 24 Stunden in den Kühlschrank.

Am nächsten Tag braucht ihr das Getränk nur noch durch ein Sieb gießen, um die Blättchen herauszufiltern, und fertig ist eure ultimative Abkühlung! Seid ruhig mutig und experimentiert ein wenig, wie euch der Tee am besten schmeckt. Nehmt einmal weniger Wasser, so dass sich die Konzentration und auch der Geschmack der Kräuter verstärkt, oder probiert einmal andere geeignete Kräuter aus. Sie heißen zum Beispiel Kamille, Salbei, Johanniskraut oder auch Gänseblümchen.


Sommerkonzert der Weitsprung-Weltmeister

Wer macht da nur so einen Krach? An warmen, langen Sommertagen früh schlafen zu gehen ist keine gute Idee, denn die heimischen Heuschrecken machen euch einen Strich durch die Rechnung. Über viele Meter schallt das nächtliche Zirpen der Insekten über Wiesen und Felder. Falls ihr ohnehin Sommerferien habt, könnt ihr euch also genau so gut auf die Suche nach den sechs-beinigen Sängern in eurem Garten machen. Für viele Naturfreunde ist der Sommer sowieso erst mit einem Konzert der Heuschrecken perfekt.

Je nach Art der Heuschrecke, oder auch Grille, kann das Zirpen richtig melodiös, oder aber wie eine rostige Rassel klingen. Das kommt ganz auf den Körperbau der Tiere an, denn Heuschrecken erzeugen die Laute nicht wie wir Menschen über ihre Stimmbänder, sondern durch das Aneinanderreiben ihrer Flügel oder ihrer Beine. Diese schrubben sie mit solch einer hohen Geschwindigkeit aneinander, dass sich dabei ein Geräusch ergibt. Fast jede Art hat ihren eigenen Rhythmus und ihren eigenen Klang, an dem ihr sie gut unterscheiden könnt. Es gibt 80 verschiedene Arten in Deutschland, das macht also 80 verschiedene Melodien. Einige der Heuschrecken zirpen allerdings in Tonarten, die wir Menschen schon gar nicht mehr hören können.


Wahre Sangeskünstler (Foto von: Huetter,C./ picture alliance / Arco Images GmbH /dpa)
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Wahre Sangeskünstler

Am besten findet ihr Heuschrecken im hohen Gras, in Büschen oder im Geäst - immer dem Gesang nach. Aber Achtung! Nur wer sich leise anschleicht, wird auch Erfolg haben, eines der Tiere zu entdecken, denn die Schrecken sind wirklich schreckhaft. Fühlen sie sich gestört, verstummen sie einfach und lassen sich fallen oder hüpfen davon. Ohne das Zirpen haben wir Menschen dann kaum eine Chance, die grünen oder gräulichen Hüpfer im Gras oder in den Büschen zu finden.

Wer jedoch denkt, die Heuschrecken wären durch ihre Scheu zu ihrem Namen gekommen, der liegt falsch. Der Begriff geht vielmehr auf das altdeutsche Wort "scricken" zurück, was so viel heißt wie "hüpfen". Denn darin sind Heuschrecken in der Tat wahre Weltmeister! Aus dem Stand heraus können sie bis zu zwei Meter weit springen, also etwa 30 mal so weit wie ihre eigene Körperlänge. Zu verdanken haben sie diese Fähigkeit ihren großen kräftigen Hinterbeinen mit Springmuskeln stark wie Sprungfedern.

Und über noch eine Besonderheit verfügen die Körper der Heuschrecken: Ihr Panzer ist nicht nur stoßfest, so dass sie sich im Sprung nicht verletzen können, falls sie aus Versehen irgendwo gegen hüpfen. Er ist auch wasserdicht! Da so ein Panzer starr ist und nicht mitwächst, müssen sich Heuschrecken regelmäßig häuten, solange sie noch wachsen. Das unterscheidet sie wesentlich von vielen anderen Insekten, die nach dem Schlüpfen aus dem Ei eine Verwandlung zur Raupe, weiter zur Puppe bis hin zum fertigen Insekt durchmachen. Heuschrecken hingegen schlüpfen aus ihren Eiern und entwickeln sich anschließend Häutung für Häutung zum erwachsenen Hüpfer. Gut möglich also, dass ihr auf eurer Suche die abgelegte Haut einer Heuschrecke entdeckt. Die gibt jedoch garantiert keinen Mucks mehr von sich.


Der erste Schritt zu eurem Farnsporenbild (Foto von: Katja Grundmann (privat))
© Katja Grundmann (privat)
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Der erste Schritt zu eurem Farnsporenbild

Sporenbilder

Farne führen im wahrsten Sinne des Wortes ein Schattendasein. Und zwar nicht nur, weil sie in der Tat feuchte Plätze mögen, an die nur wenig Sonnenlicht gelangt. Ein Schattendasein führt auch jemand, der nicht genug beachtet wird. Genau so geht es den Farnen, denn obwohl sie die älteste bekannte Landpflanze sind, wissen viele Gartenbesitzer gar nicht um die Schönheit und die Vielfalt dieser Pflanzen, die sich oft unter hohen Bäumen verbergen. Rund 200 Arten gibt es bei uns in Mitteleuropa - kleine, große, mit zarten Wedeln oder kräftigen Blättern,... .

Viele Menschen wissen auch nicht, dass man mit Farnwedeln sogar Bilder zeichnen kann! Denn Farnwedel haben an ihrer Unterseite viele kleine bräunliche Noppen, die Sporenkapseln, ähnlich wie die Pollenkörner von Blütenpflanzen. In den Kapseln befinden sich die Sporen. Wenn sie reif sind, zieht sich die Kapsel zusammen und reißt auf, so dass die einzelnen Sporen zu Boden fallen. Aus ihnen entwickelt sich so genannte Vorkeime, aus denen nach einem langen Entwicklungsprozess eine neue Generation Farne entsteht.

Die Sporen sind es auch, die unser Bild zu Papier bringen. Pflückt dafür einen Farnwedel mit reifen Sporen an der Unterseite. Ob die Farne wirklich schon soweit sind, erkennt ihr folgendermaßen: Reibt mit dem Finger kurz an der Unterseite eines Wedels. Wenn ihr feinen braunen Staub (nämlich die Sporen!) auf dem Finger habt, wisst ihr, dass die Sporenkapseln reif sind. Anschließend legt ihr euren Farnwedel drinnen auf ein weißes Blatt Papier. Sucht euch einen Platz, an dem das Bild für die nächsten ein bis zwei Tage liegen bleiben darf, denn so lange dauert es, bis die Sporen ihren Abdruck gemacht haben. Ihr legt den Wedel also auf ein Blatt Papier und fixiert ihn mit einem Glas, einem Buch oder ganz einfach mit einer Klarsicht-Hülle.


Im Zimmer trocknen die Sporenkapseln leicht aus und die Sporen werden herausgeschleudert. Auf dem Papier hinterlassen sie dadurch ein Bild mit dem Abdruck des Farnwedels. Nicht alle Teile des Wedels sind zu erkennen, zum Beispiel der Stiel, aber an dem sitzen ja auch keine Sporen. Am besten fixiert ihr das Muster mit etwas Haarspray oder klarem Sprühlack. Noch besser hält es, wenn ihr es im Copy Shop in eine Folie einlaminieren lasst.

Die Anordnung der Sporenkapseln ist bei jeder Farn-Art unterschiedlich. Je nachdem, was für einen Farn ihr erwischt, ergibt sich also auch ein anderes Muster. Probiert doch mal verschiedene Wedel von unterschiedlichen Plätzen aus und legt anschließend eine Mappe mit den getrockneten Farnwedeln und euren Sporenbildern an. Erkennt ihr den Unterschied?





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