GEOlino.de - Terrorkinder - Mit Sprengstoff in das Paradies Seite 2 von 2

Sprengstoff im Schulranzen

Kinder sind leichter zu verführen und wurden bisher nicht so stark kontrolliert. Wer rechnet schon damit, dass ein 16-Jähriger oder gar ein 11-Jähriger, wie es auch schon passiert ist, keinen Fußball, sondern Sprengstoff mit sich herumschleppt?


18 Euro - der Preis für ein Leben?

Hussam ließ sich einen acht Kilo schweren Bombengürtel umbinden und machte sich auf seinen Weg, der ihn jedoch nicht in das versprochene Paradies, sondern direkt in eine Polizeikontrolle führte. An einem Kontrollpunkt in Nablus/Westjordanland wurde er aufgehalten, weil den Wachmännern seine ungewöhnlich aufgeblähte Jacke auffiel. Der Junge wollte zu dem Zeitpunkt ohnehin nicht mehr sterben und ergab sich schnell. Von seinen Auftraggebern hatte er 100 NIS erhalten, das sind ungefähr 18 Euro.


Honig und Wein

Die 100 NIS waren es aber wohl nicht, die ihn überzeugten. Was soll jemand, der gleich sterben wird, mit Geld anfangen? Wahrscheinlich waren es die Versprechungen, die man ihm machte: Das Paradies im Jenseits. Da heißt Gott dich Willkommen, da fließen Honig und Wein. Jungfrauen sitzen dort, die dir jeden Wunsch von den Augen ablesen. Eine schöne Vorstellung - für jemanden dem ständig gesagt wird, dass er mit seinem Aussehen nie ein Mädchen abkriegen würde und der sich nie irgendwo willkommen gefühlt hat. Nun wartet er auf seinen Prozesstermin.



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