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Weltveränderer: Dalai Lama

Dalai Lama ist kein Name, sondern ein religiöser Titel. Seit 1940 trägt ihn ein buddhistischer Mönch namens Tendzin Gyatsho. Er ist bereits der 14. Dalai Lama. Was das für ihn und die buddhistische Religion bedeutet, lest ihr hier


 
Der Dalai Lama ist der höchste Gelehrte des Buddhismus  (Foto von: Alison Wright/Photo Researchers/Getty Images)
© Alison Wright/Photo Researchers/Getty Images
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Der Dalai Lama ist der höchste Gelehrte des Buddhismus

Dalai Lama XIV

Bürgerlicher Name: Tendzin Gyatsho
Lebensdaten: geboren am 6. Juli 1935 in Tibet/Zentralasien
Nationalität: indisch
Zitat: "Sei freundlich zur Erde."


Tendzin Gyatsho wurde im Jahre 1940 zum Dalai Lama erklärt.


Wie der Dalai Lama lebt

Tendzin Gyatsho wurde am 6. Juli 1935 im Nordosten Tibets mit dem Namen Lhamo Döndrub geboren. Bereits zwei Jahre zuvor war Thubten Gyatsho, der 13. Dalai Lama, verstorben. Als Tendzin zwei Jahre alt war, wurden Gläubige auf ihn aufmerksam und erklärten, er sei die Wiedergeburt des verstorbenen Dalai Lama. Er erhielt eine umfangreiche Ausbildung und wurde offiziell Oberhaupt der buddhistischen Kirche und 14. Dalai Lama. Sein Geburtsname wurde in Tendzin Gyatsho geändert. Der Titel hat viele Bedeutungen. Dalai Lama wird auch oft mit "ozeangleicher Lehrer" übersetzt. Er ist vor allem aber der höchste Vertreter des Buddhismus, einer Religion, die vorwiegend in Asien verbreitet ist. Sie zählt zu den größten Lehren und Glaubensrichtungen weltweit und umfasst über 250 Millionen Anhänger.
Als Dalai Lama ist Tendzin Gyatsho für viele Aufgaben verantwortlich. So wurde ihm schon 1950, im Alter von 15 Jahren, die Herrschaft über Tibet zugesprochen. Eine schwierige Position, denn Tibet wurde von der chinesischen Regierung beansprucht. Die damaligen Unruhen um die Regierung in Tibet wollte China mit einem Vertrag, dem sogenannten "17-Punkte-Abkommen zur friedlichen Befreiung Tibets" regeln. Darin legten sie fest, dass Tibet zwar frei seine Religion ausleben konnte, Politik, Handel und Militär aber in chinesischer Hand blieb. 1951 wurde Tibet in die Volksrepublik China eingegliedert. Der Dalai Lama musste zustimmen, um sein Volk beschützen zu können. Dennoch näherte er sich in den folgenden Jahren der chinesischen Regierung an. China bezahlte sogar die Kosten für den Palast des Dalai Lama. Er versuchte, Frieden zu stiften.

1959 brach in Tibet aber erneut ein Aufstand aus, der sich gegen die Regierung Chinas richtete. Das Volk wünschte sich, dass China jegliche Besitzansprüche abgibt. Der Dalai Lama musste fliehen, denn die Gegner drohten damit, ihn zu entführen. Da die tibetischen Aufstände ohne Erfolg zu Ende gingen, änderte sich an den Machtverhältnissen im Land nichts. Während der Aufstände zerstörten die chinesischen Truppen zudem fast alle Klöster und Kulturdenkmäler, die den Gläubigen wichtig waren.

Tendzin Gyatsho, der Dalai Lama, befindet sich seitdem im indischen Dharamsala. Zuletzt versuchte er 1987 mit einem Fünf-Punkte-Plan, den Frieden im Land wiederherzustellen. Vor allem die Achtung der Menschenrechte sowie die politische Freiheit wollte er damit zurückgewinnen. Die Regierung Chinas wies den Antrag aber in allen Punkten ab. Tibet sei zu Recht Besitz der Chinesen. Die Meinungen in dieser Diskussion gehen weltweit auseinander.


Wie der Dalai Lama die Welt verändert

Aus seinem Exil, seinem Zufluchtsort in Indien, kämpft der Dalai Lama ununterbrochen für Tibet. Er setzt sich - seinem buddhistischen Glauben gemäß - für die Menschenrechte und Frieden ein. Zu seinen Zielen gehört auch eine demokratische Regierung für Tibet. 1973 verließ er sein Exil, um die Welt zu bereisen und den Menschen die buddhistische Lehre zu vermitteln. 1989 erhielt er für sein Engagement um eine gewaltlose Lösung für Tibet den Friedensnobelpreis. Er ist nicht zuletzt deshalb für Menschen aller Religionen ein Botschafter des Friedens.


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