GEOlino Nr. 03/01 - Ticktack-Tricks! Wie unsere Zeit gemessen wird Seite 1 von 3


Weinen - die Bedeutung der Tränen

Wenn Tränen fließen, sind wir oft traurig oder wütend. Und wer »zu nahe am Wasser gebaut hat«, wird sogar als Heulsuse ausgelacht. Aber Weinen hält auch die Augen gesund und hilft uns, mit Kummer besser fertig zu werden


Ob vor Freude, aus Zorn oder Trauer - bis zu 80 Liter Tränen
vergießen wir im Leben. Das reicht, um eine Badewanne zu füllen (Foto von: Martin Baltscheit)
© Martin Baltscheit
Ob vor Freude, aus Zorn oder Trauer - bis zu 80 Liter Tränen vergießen wir im Leben. Das reicht, um eine Badewanne zu füllen

So viele weinende Menschen - herrlich! William Frey hatte wirklich eine Menge ausprobiert, um seine Versuchspersonen zum Heulen zu bringen: Den einen hatte er scharfe Zwiebeln vor die Augen gehalten. Andere setzte er vor den Fernseher und zeigte ihnen einen supertraurigen Film. Mit Erfolg: Jetzt schluchzten die Männer und Frauen wirklich um die Wette.


Schön wär´s. Babys können ihre
Wünsche leider nicht in Bildern
mitteilen. Deshalb heulen sie,
wenn sie Hunger haben. Dieser 
Trick ist Menschen angeboren. (Foto von: Martin Baltscheit)
© Martin Baltscheit
Schön wär´s. Babys können ihre Wünsche leider nicht in Bildern mitteilen. Deshalb heulen sie, wenn sie Hunger haben. Dieser Trick ist Menschen angeboren.

So ein Fiesling, denkt ihr vielleicht. Aber Frey meinte es nicht böse: Denn er ist ein Heulforscher und wollte wissen, woraus Tränen bestehen. Und dazu musste er die Leute eben zum Weinen bringen. Weinen - das klingt erst mal ziemlich unangenehm. Klar: Oft schluchzen wir aus Trauer, oder wenn wir vor Wut kochen. Aber für die Augen sind Tränen eine richtige Allzweckwaffe: Sie schützen unsere empfindliche Hornhaut vor dem Austrocknen. Sie enthalten Abwehrstoffe, die Bakterien im Nu massakrieren.


Ist ja reizend! Zwiebeln lassen die Augen tränen. (Foto von: Martin Baltscheit)
© Martin Baltscheit
Ist ja reizend! Zwiebeln lassen die Augen tränen.

Und wenn uns ein Staubkorn auf die Linse fliegt, wird kurz die Tränendrüse aufgedreht - und schwupp, schwemmt die Flut den Störenfried beiseite. Bis zu 80 Liter Flüssigkeit vergießen wir in unserem Leben. Das ist genug, um eine Badewanne zu füllen.

Babys benutzen Weinen sogar wie Sprache: Wenn sie zum Beispiel Kohldampf haben, können sie sich ja kein Butterbrot schmieren - ja noch nicht mal "Hunger" sagen. Sie müssen ihren Eltern deshalb mit Schreien und Weinen bekannt geben, dass irgendetwas nicht stimmt. Babys können das ohne Nachhilfe. Denn dieser Trick ist uns Menschen angeboren.



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