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Unsere Mundhöhle

Müssen Expeditionen immer in ferne Länder führen? I wo! Eine Reise in unsere Mundhöhle ist mindestens genauso spannend und exotisch. Aber nimm Dich in acht vor reißenden Fluten und tückischen Schluchten! Tolle Links zum Thema findet Ihr hier auf der letzten Seite.


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Gesucht werden: mutige Höhlenforscher, tropentauglich und ohne Scheu davor, auf Millimetergröße geschrumpft zu werden. Ja ja, das muß leider sein, sonst ist kein Durchkommen. Zu entdecken gibt es: eine faszinierende Berglandschaft, gehüllt in Dunkel und erfüllt von brütender Hitze, gelegentlich überspült von einer gigantischen Flut und manchmal erschüttert von gewaltigem Steinschlag. Die Expedition führt in die menschliche Mundhöhle. Die ist nicht nur eine öde Öffnung, in die wir Essen schaufeln. O nein, sie ist ein einzigartiges Biotop, prallvoll besiedelt von einem wilden Bakterienvölker-Gemisch: Auf den gut 200 Quadratzentimeter Gesamtoberfläche der Mundhöhle eines Erwachsenen - halb so groß wie ein Taschentuch - drängeln sich mehr als 300 Arten.


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Aber nur keine Panik. Trotz der ungezählten Siedler erfüllt die Körperöffnung eine lebenswichtige Aufgabe: Sie bildet einen vorgeschobenen Posten des Immunsystems. Er macht Angreifer unschädlich, die sonst üble Krankheiten verursachen können.


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Das Paradies für Bakterien

Auf geht's. Zu Beginn der Entdeckungsreise gilt es eine Reihe steiler, weißglänzender Felswände zu überwinden - die Schneidezähne. Sie sind glitschig und dicht von Mikroorganismen mit so fürchterlichen Namen wie Streptokokken überzogen. Viele Millionen dieser Winzlinge können auf einem einzelnen Zahn hocken, oft in mehreren Lagen übereinander.


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Auch in den Schluchten zwischen den Kalkstein-Wänden sitzen Heerscharen von Bakterien. Die Mundhöhle ist ein Paradies für sie: Es ist immer feucht und durchschnittlich 37 Grad warm. Mehrmals täglich können die Bakterien Freßorgien feiern - immer dann, wenn ihr Wirt etwas futtert. Bei solch himmlischen Zuständen sind ihrer Vermehrung kaum Grenzen gesetzt. Pro Tag wachsen etwa 100 Milliarden Bakterien neu heran. Und so erobern sie, kaum hast Du ordentlich Zähne geputzt, verlorenes Terrain im Nu wieder zurück.


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Hinter dem Schneidezahn-Wall dehnt sich eine riesige rosafarbene Hügellandschaft ins Finstere - die Zunge. Sie ist durchzogen von Furchen, hier und dort sprießen pilzförmige Gebilde, sogenannte Papillen. Auf ihnen sitzen Geschmacksknospen, die zum Beispiel ans Gehirn "süß" funken, wenn Du Eis schleckst.



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