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Das Gras wachsen hören
Klaus und Merle wollen an einem Gewinnspiel teilnehmen, in dem es darum geht, die beliebteste Eissorte des Sommers vorauszusagen. "Ich mag am liebsten Schoko, aber Du lieber Pistazie. Und meine Schwester will immer Heidelbeereis", sagt Merle. "Woher sollen wir denn da wissen, was die Leute in diesem Sommer am liebsten essen?"
"Das ist ja genau die Kunst", antwortet Klaus. "Wir müssen das Gras wachsen hören!"
Aber was hat denn die Beliebtheit von Eissorten mit Geräuschen zu tun, die das Gras beim Wachsen macht?
Menschen, die "das Gras wachsen hören", glauben, schon durch kleinste Anzeichen zu erkennen, wie sich etwas entwickeln wird. Es sind also sehr sensible Menschen, die einen scharfen Spürsinn und unheimlich gute "Antennen" haben.
Allerdings machen sich einige von ihnen dadurch sehr frühzeitig und unnötig Gedanken über echte oder eingebildete Probleme. Daher sind sie oft ein bisschen ängstlich oder sogar panisch.
Die Redewendung "das Gras wachsen hören" geht auf die "Edda" zurück, eine skandinavische Götter- und Heldensage aus dem 13. Jahrhundert. In dieser wird über Heimdall, den Wächter der Götter, erzählt, er habe so gute Ohren, dass er "das Gras auf der Erde und die Wolle auf den Schafen" wachsen hören könne.
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