GEOlino Nr. 02/2016 - Sieger nach Punkten - Warum Tiere Tupfen tragen Seite 1 von 1


So frühstückt die Welt

Cornflakes gibt es zwar mittlerweile fast überall. Aber: Andere Länder, andere Schnitten! Wir haben uns mal umgesehen, was wo auf den Tisch kommt. Ein Blick über den Tellerrand


Brasilien:

Papaya, Mango, Ananas, Melone: Frische Früchte fürs Frühstück gibt es in Brasilien an jeder Straßenecke, als Saft oder Obstsalat. Ein ziemlich gesunder Start in den Tag – kämen da nicht noch frittierte Süßkartoffelstücke, Käsebällchen und gekochte Maniokwurzeln mit viiieeel Butter hinzu. Häufig werden auch Kuchen, Kekse und süßer Brei serviert. Kein Wunder, dass jedes vierte Kind in Brasilien übergewichtig ist.


 (Foto von: Anna Beck für GEOlino)
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Japan

Reis, frischer oder geräucherter Fisch, süßsauer eingelegtes Gemüse und vor allem: Miso-Suppe – das servieren Japaner in der Früh. Miso ist eine Paste aus Sojabohnen, die in heißer Brühe aufgelöst wird. Steht die Suppe dampfend auf dem Tisch, schlürfen die Japaner los!

Und genau das ist ein Kompliment an den Koch. Das deftige Frühstück hat übrigens einen Grund: Vor allem auf dem Land ackern viele Reisbauern den ganzen Tag auf dem Feld und haben für ein Mittagessen schlicht keine Zeit.


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Tansania

Achtung, extrasüß! Mandazis schmecken fast wie unsere Krapfen. Die Tansanier verputzen die Hefebällchen gern in einer besonders zuckrigen Variante zum Frühstück und fügen dem Teig noch etwas Kokosmilch hinzu.

Ab damit ins heiße Fett, schon ist das fluffige Frühstück fertig! Wem anschließend immer noch der Magen knurrt, isst Chapati (großes Bild). Diese ursprünglich indischen Fladen ähneln unseren Pfannkuchen.


Kanada

Klar genießen Kanadier Ahornsirup nicht nur zum Frühstück. Morgens gießen viele das "flüssige Gold" mit dem Karamellaroma aber besonders gern über luftige Pfannkuchen oder Waffeln. Kanada ist das Hauptproduktionsland von Ahornsirup, der aus dem Saft des Ahornbaumes gewonnen wird.

Zwischen Februar und April wandelt dieser die in Stamm und Ästen angesammelte Stärke in Zucker um. Bohrt man dann ein Loch in die Rinde und steckt einen Zapfhahn hinein, fließt der Saft heraus. 40 Liter davon braucht man, um einen Liter Sirup herzustellen.


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Frankreich

Die Franzosen haben alle Tassen im Schrank. Denn ihren Milchkaffee oder Kakao schlürfen sie aus einer Schale, wie wir sie für Suppen oder Müsli verwenden. In die braune Brühe tunken sie dazu ein Croissant mit Marmelade.

Oder auch ein Stück Baguette und Butter. Ein Frühstück für Jung und Alt - schließlich kriegt man es so auch ganz ohne Zähne runter.


Schweden

Die Schweden lassen es krachen: Knäckebrot mit Käse, Schinken oder einem Klecks Marmelade darf auf keinem Frühstückstisch fehlen, dazu gern auch Heringssalat. Wer lieber löffelt statt knuspert, verspeist einen warmen Brei aus Haferflocken und Filmjölk, einer Art Dickmilch, gern garniert mit Apfelstücken oder Beeren.


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Türkei

Für das türkische Frühstück braucht es weder Messer noch Gabel: Schafskäse, Oliven, Tomaten, Paprika und Gurke werden einfach mit einem Stück Fladenbrot in den Mund geschben.

Statt Fladenbrot essen die Türken auch Simit, ein mit Sesam bestreuten Weißbrotkringel, zum Frühstück. Letztere gibt es als Snack für Zwischendurch auch den ganzen Tag über an Verkaufsständen überall im Lande.



Indien

Da wird’s würzig: Viele Inder verdrücken zum Frühstück Idli, Küchlein aus Reismehl mit Sambar, einer scharfen Linsensoße. Außerdem gibt’s Pfannkuchen, Dosa, durch die man schon fast die Zeitung lesen könnte.

Aus Wasser, Reis- und Bohnenmehl wird ein Teig angerührt und anschließend papierdünn auf eine heiße, eiserne Platte gestrichen. Dazu gibt es Chutney, eine pikante Soße aus eingekochten Früchten.


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Grossbritannien

Nein, die Briten sind keine Vampire. Und trotzdem mögen viele von ihnen eine Portion Blut am Morgen, in Form des berühmten "Black Pudding". Diese Masse aus Schweineblut, Hafergrütze, Zwiebeln, Mehl und Gewürzen sieht ein bisschen aus wie Schokoladenpudding.


 (Foto von: Anna Beck für GEOlino)
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Für das traditionelle englische Frühstück werden Scheiben davon in der Pfanne angebraten und wandern neben Speck, Würstchen, Spiegeleiern, Bohnen, Toast und manchmal auch Bratkartoffeln auf den Teller.

Allerdings gibt es auch Briten, die auf das fettige Frühstück verzichten: In Schottland ist häufig Porridge, Haferbrei, die erste Mahlzeit am Tag.


Costa Rica

Bohnen mit Reis – das Frühstück der Ticos, wie die Einwohner Costa Ricas auch genannt werden, macht pappsatt. Meist wird der Reis für das „"Gallo Pinto" schon am Vorabend gekocht und brutzelt am nächsten Morgen nur noch kurz mit schwarzen Bohnen, Salz, Pfeffer und Koriander in der Pfanne - fertig.

Die Nachbarn aus Nicaragua behaupten jedoch: "Das echte Gallo Pinto wird mit roten statt mit schwarzen Bohnen gekocht!" Seit Jahren streiten sich Bewohner beider Länder darüber, wie die Speise "richtig" zubereitet wird und vor allem: wo sie erfunden wurde…


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Ägypten

Die Ägypter lassen zum Frühstück die Sau raus, na ja: die Saubohne. Mit der Hülsenfrucht wissen sie jedenfalls so einiges anzustellen… Zum Start in den Tag kochen sie eine Portion davon zu einem sämigen Brei, dem Fuul, und geben noch etwas Öl, Sesamsoße oder Gewürze hinzu.


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Für Taameya-Bällchen, eine Art Falafel, weichen sie die Bohnen über Nacht ein, zerkleinern sie am nächsten Morgen und vermengen sie mit Zwiebeln und Gewürzen zu einem Teig.

Daraus formen sie Kugeln von der Größe eines Tischtennisballs und tauchen sie ins heiße Frittierfett. Schwupps, hat die matschige Masse eine Knusperkruste.


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