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Die Weltreligionen
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Text von Sina Löschke

Die Weltreligionen, Teil 1: Das Christentum

Mit der Geburt von Jesus begann eine wechselhafte 2000-jährige Geschichte, die von Wundern und von Nächstenliebe, aber auch von Streit und Verfolgung handelt: die Geschichte des Glaubens an Christus, zu dem sich auf der Welt heute knapp 2 Milliarden Menschen bekennen


Die Neuigkeit lässt den römischen Senator Tiro aufhorchen. Der Kommandeur der kaiserlichen Leibwache soll Christ sein? Tiros Frau Sulpicia schüttelt den Kopf: „Einer dieser schrecklichen Menschen, die sich in geheimen Zusammenkünften treffen und unsere Götter missachten? Das ist doch eine Religion für Freigelassene und Sklaven, nicht für edle Leute.“ Tiro stimmt ihr zu: „Ja, weil die Christen predigen, dass jeder Mensch gleich ist. Die Sklaven sind dumm genug, solche Eseleien zu glauben.“

So in etwa haben sich reiche Römer vor 1900 Jahren über eine neue Religion unterhalten, die sich Christentum nannte. Damals galt sie noch als Sekte. Etwa 20000 bis 30000 Gläubige zählte die christliche Gemeinde Roms gegen Ende des ersten Jahrhunderts. Doch schon bald sollte aus der kleinen Anhängerschaft die größte Glaubensgemeinschaft der Welt werden.


Das letzte Abendmahl hat viele Künstler inspiriert, hier: Leonardo di Vinci (Foto von: Bettmann/CORBIS)
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Das letzte Abendmahl hat viele Künstler inspiriert, hier: Leonardo di Vinci

Vom Mehrgottglauben zu nur einem Gott

Tiro und Sulpicia muss diese neue Religion komisch vorgekommen sein. Sie glaubten, wie die meisten Menschen damals, an mehrere Götter: an Jupiter, den Herrn des Himmels, an den Kriegsgott Mars oder an die Liebesgöttin Venus. Jetzt aber kamen Männer aus Judäa, dem heutigen Israel und Palästina, und predigten den Glauben an nur einen Gott. Die christlichen Missionare begeisterten besonders die armen Römer mit der Lebensgeschichte eines Mannes namens Jesus Christus.

Er war durch Judäa und Galiläa gezogen und hatte den Menschen das baldige Kommen des Himmelsreiches prophezeit. Viele sahen in ihm den lang ersehnten „Messias“, den Mensch gewordenen Sohn Gottes. In Jerusalem wurde der Prediger wenig später verhaftet und wegen Gotteslästerung und Aufwiegelung gekreuzigt. Zwei Tage nach der Hinrichtung fanden seine Anhänger das Grab ihres Idols verlassen vor. Blitzschnell verbreitete sich das Gerücht, Jesus sei von den Toten auferstanden.



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