GEOlino Nr. 12/04 - Skispringen: fliegen wie ein junger Adler Seite 3 von 3

So übt Rony mit seinem Trainer (Foto von: Stefan Warter)
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So übt Rony mit seinem Trainer

"Startnummer 116", ruft der Kampfrichter. Ronny ist dran! Er setzt sich auf den Balken, zieht die Skibrille ins Gesicht, atmet tief durch. Dann geht alles blitzschnell: Mit fast 80 km/h schießt Ronny über den Schanzentisch, schwebt etwa vier Sekunden lang ins Tal und landet bei 60 Metern - zu kurz. Auch der zweite Sprung geht nicht viel weiter.


Kein Fehler bleibt verborgen

Ronny ist ratlos. "Du hältst die Arme nicht am Körper und kommst zu spät in die optimale Flughaltung", schimpft Gert Hübner in der Pause. Der Trainer hat die Sprünge mit der Videokamera aufgenommen und spielt sie seinen Schützlingen im Zeitlupentempo vor. Kein Fehler bleibt verborgen.


Von der Schanze aus betrachtet, sehen die Menschen im Tal aus, wie kleine Punkte (Foto von: Stefan Warter)
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Von der Schanze aus betrachtet, sehen die Menschen im Tal aus, wie kleine Punkte

Die Tipps helfen. Am Nachmittag steigert sich Ronny auf 65,5 Meter und lächelt zum ersten Mal. "Einen guten Sprung fühle ich schon in der Luft. Da lupft es einen gleich ein Stockwerk höher", sagt er. Am Ende wird es nicht für einen Platz auf dem Siegertreppchen reichen, aber das ist nicht so schlimm.


Carmen strahlt wie eine Siegerin: "Ich habe 55 Meter geschafft und damit eine Wette gewonnen. Morgen muss mir mein Trainer das Frühstück an den Tisch tragen." Die Mannschaftskameraden freuen sich mit. Teamgeist gibt Kraft. Besonders für den Moment, in dem Carmen und Ronny wieder allein auf dem Anlaufbalken sitzen und sich abstoßen - zum nächsten Sprung in die Tiefe.



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