GEOlino extra Nr. 33 - Der Traum vom Fliegen Seite 1 von 1

"Ich liebe Starts und Landungen"

Die Lufthansa-Pilotin Riccarda Tammerle steuert Jumbojets um die Welt. Die 39-Jährige schwebt dabei noch immer über allen Wolken


Pilotin aus Leidenschaft: Lufthansa-Pilotin Riccarda Tammerle hat Spaß an ihrer Arbeit (Foto von: Ingrid Friedl/Lufthansa)
© Ingrid Friedl/Lufthansa
Pilotin aus Leidenschaft: Lufthansa-Pilotin Riccarda Tammerle hat Spaß an ihrer Arbeit

GEOlino extra: Erinnern Sie sich noch an Ihren allerersten Flug?

Riccarda Tammerle: Oh ja! Der ging nach Palma de Mallorca, ich war noch ein kleines Kind. Ich hatte einen Platz am Fenster und konnte auf die Wolken schauen. Ich war überzeugt davon, dass man darauf spazieren gehen kann.


Wollten Sie schon damals Pilotin werden?

Ja und nein. Der Beruf des Piloten hat mich fasziniert. Liegt wohl in der Familie, mein Vater fliegt auch. Dennoch habe ich zu Schulzeiten – wie so viele – gedacht, dass Piloten wahre Überflieger in Physik und Technik sein müssen. Das schreckte ab. Irgendwann habe ich mich doch einmal richtig informiert und mir die Computerspiele schicken lassen, mit denen man sich auf die Pilotentests vorbereiten kann.


Was sind Voraussetzungen für den Beruf?

Man muss zwischen 1,65 bis 1,98 Meter groß sein, über Grundkenntnisse in Mathematik und Physik verfügen und ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen haben. Das alles wird bei Tests vor der Piloten-Ausbildung gründlich untersucht.


Was sind Ihre Aufgaben auf einem Flug?

100 Minuten vor dem Start trifft sich die Cockpit-Crew. Bei einem fast zehnstündigen Flug wie nach Bangkok sind wir zu dritt: zwei Piloten und der Kopilot. Wir besprechen das Wetter, errechnen den Kerosinbedarf, füttern den Bordcomputer mit Flugdaten, checken die Maschine. Dann geht es hinauf!


Was machen Sie während eines langen Fluges?

Wir prüfen andauernd, wie wir in der Zeit liegen, ob wir Schlechtwettergebiete umfliegen müssen, wie viel Treibstoff wir noch haben. Wir müssen mit den Lotsen sprechen. Nach knapp drei Stunden kann einer von uns dreien eine Pause einlegen – auf einer Liege hinterm Cockpit.


Sie haben bereits weit über 5000 Flüge hinter sich. Wird Fliegen nie langweilig?

Nie! Ich liebe Starts und Landungen. Wenn man etwa aus dem deutschen Wintergrau aufsteigt über die Wolken und dann die Sonne sieht, dann freue ich mich oft noch wie damals – auf dem Flug nach Palma de Mallorca.


Ein absoluter Überflieger muss man nicht sein, um für die zweijährige Ausbildung zum Piloten zugelassen zu werden, erzählt Riccarda Tammerle. Aber die Bewerber sollten teamfähig sein, logisch denken, Stress aus- und die Nerven behalten können. Welche weiteren Voraussetzungen verlangt werden, erfahrt ihr etwa hier.


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