GEOlino extra Nr. 33 - Der Traum vom Fliegen Seite 1 von 1

"Das Allerwichtigste: freundlich sein"

An Bord will sie es allen recht machen: Rebecca Franzen, 33, arbeitet seit zehn Jahren als Flugbegleiterin bei Airberlin


Rebecca Franzen ist für die Sicherheit an Bord der Flugzeuge zuständig (Foto von: Eva Pradel/GEOlino extra)
© Eva Pradel/GEOlino extra
Rebecca Franzen ist für die Sicherheit an Bord der Flugzeuge zuständig

GEOlino extra: Wer es nicht gut mit Ihnen meint, nennt Flugbegleite­rinnen manchmal "Saftschubse".

Rebecca Franzen: Ich weiß! Aber selbst wenn ich so etwas hören würde, es macht mir nicht viel aus. Ich weiß ja, was wir alles leisten müssen.


Was denn alles?

In erster Linie sind wir für die Sicherheit an Bord zuständig. Wir treffen uns deshalb eine Stunde vor Abflug, gehen noch einmal die Sicher­heitsfragen durch. An Bord prüfen wir, ob das Essen vollständig gelie­fert wurde. Außerdem hat jeder einen Bereich im Flugzeug, in dem er checken muss, ob alles in Ordnung ist: Sind die Spucktüten da und die Sicherheitskarten? Dann kommen auch schon die Gäste.


Und es wird hektisch!

Genau. Vor dem Start das Handgepäck in den Gepäckfächern zu ver­stauen ist oft anstrengend, wie ein Puzzle. Und wenn Eltern von ihren Kindern getrennt sitzen, versuchen wir, Sitze zu tauschen. In der Luft servieren wir das Essen, antworten auf Fragen. Das Allerwichtigste ist aber, ruhig und freundlich zu sein. Denn wenn wir mürrisch gucken, fragen sich Passagiere schnell: Gibt es da ein Problem?


Welche Voraussetzungen sollte man für diesen Beruf mitbringen?

Bei Airberlin ist das eine abgeschlossene Ausbildung im Dienstleistungsbereich, zum Beispiel Hotelfachfrau. Man muss einfach gern etwas für andere Menschen tun. Ganz wichtig sind aber auch Sprachkenntnisse, Englisch auf jeden Fall. Außerdem muss man mindestens 1,65 Meter groß sein – sonst kommt man nicht an die Gepäckfächer. Dann gibt es noch kleine Details. Einen Führerschein sollte man etwa haben.


Und wie läuft die Ausbildung ab?

Es gibt einen sechswöchigen Lehrgang, in dem man die Theorie lernt. Dann geht man direkt ins Flugzeug und hat dort eine Patin, die einen Neuling zwei Wochen lang begleitet und die wichtigsten Sachen an Bord zeigt. Danach finden sechs Trainingsflüge statt.


Würden Sie unseren Lesern den Beruf empfehlen?

Auf jeden Fall. Aber man sollte wissen: Dieser Job bedeutet längst nicht nur aufregende Reisen in ferne Länder. Es ist eine oft ziemlich hektische Arbeit. Aber das Fliegen und dieses Gefuhl, für die Gäste den Urlaub ein­- oder ausklingen zu lassen, lässt die Hektik schnell vergessen.


Vielfliegerin: Rebecca Franzen reist fast täglich, am häufigsten nach Ägypten und auf die Kana­rischen Inseln, erzählt sie. Was andere Flugbegleiterinnen über den Wolken erleben, wie man sich um den Beruf bewirbt und wie die Ausbildung abläuft, findet ihr hier.


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