GEOlino extra Nr. 34 - Spione & Detektive Seite 1 von 5

Auf frischer Tat befragt

Ob Rechtsmedizinerin, Kaufhaus-Detektiv oder Handschriften-Expertin - diese Menschen haben einen spannenden Beruf. Hier stellen sechs ganz besondere Ermittler ihre aufregenden Berufe vor


Rechtsmedizinerin: Die Leichenflüsterin

Herzinfarkt oder Mord? Ann Sophie Schröder, 32, findet es heraus - und entlockt Toten so manches Geheimnis


Sophie Schröder ist Rechtsmedizinerin (Foto von: Linn Schröder/Ostkreuz für GEOlino extra)
© Linn Schröder/Ostkreuz für GEOlino extra
Sophie Schröder ist Rechtsmedizinerin

Beruf:
Assistenzärztin für Rechtsmedizin
Alltag:
Es scheint ein Gesetz zu sein, dass die spannenden Fälle - Morde etwa - meistens nachts oder am Wochenende passieren. Dann fahren wir zum Tatort und sichern Spuren: Speichel und Blut, um die DNS darin, das Erbgut, untersuchen zu können. Später im Institut nehmen wir den Körper ganz genau unter die Lupe. Wie verlaufen Schuss- oder Stichverletzungen? Dann folgt die innere Leichenschau: Wir öffnen den Schädel, die Bauch- und die Brusthöhle und untersuchen alle Organe - auch dann, wenn es zunächst so aussieht, als sei jemand durch einen "normalen" Verkehrsunfall gestorben. Wir dürfen nicht vom Naheliegenden ausgehen. Vielleicht hatte die Person einen Herzinfarkt und dadurch die Kontrolle über das Auto verloren?
Spannendster Fall:
Ich hatte einmal einen alten Herrn vor mir liegen, der in seiner Wohnung gefunden worden war. Es waren fast nur noch Knochen von ihm übrig. Wir konnten trotzdem feststellen, dass er höchstwahrscheinlich auf natürliche Weise gestorben war. Seine Angehörigen hatten ihn nur in der Wohnung belassen, um weiterhin seine Rente zu kassieren. Es war beruhigend herauszufinden, dass ihm wenigstens zu Lebzeiten kein Unrecht angetan worden war.
Ausbildung:
Ich habe Medizin studiert, wie jeder andere Arzt auch. Danach habe ich meine Facharzt-Ausbildung in der Rechtsmedizin begonnen: Dort lernt man am besten, indem man mitarbeitet.
Tipp:
Wer diesen Beruf ergreifen will, sollte nicht den TV-Serien glauben, sondern erst einmal selbst in die Arbeit hineinschnuppern. Und das meine ich wörtlich: Man sollte den Umgang mit Verstorbenen mit allen Sinnen erlebt haben - Riechen, Sehen, Hören, Fühlen.


BND-Agent: Der Anti-James-Bond

Dieter Arndt, 53, versuchte jahrelang herauszufinden, wo Gefahren für Deutschland lauern


Beruf:
Ex-Agent, heute Pressesprecher des Bundesnachrichtendienstes (BND)
Alltag:
Das vorweg - mit einem James-Bond-Film hat unser Alltag wenig gemein. Sicher haben Agenten einige Tricks auf Lager, aber die verraten wir nicht. Denn der BND ist der geheime Auslandsnachrichtendienst der Bundesrepublik Deutschland. Mit unseren Nachforschungen unterstützen wir die Regierung bei ihren Entscheidungen zur Außen- und Sicherheitspolitik. Wir helfen aber auch der Bundeswehr bei ihren Auslandseinsätzen, zum Beispiel in Afghanistan. Wir liefern etwa Informationen dazu, wo welche Gefahren lauern. Genaueres zu unseren Einsätzen darf ich nicht sagen. Wer beim BND arbeitet, muss sich an eine Schweigepflicht halten - das ist wichtig für die Arbeit.
Spannendster Fall:
(lacht) Ich sage jetzt einfach einmal: die Erziehung meiner Kinder.
Ausbildung:
Ich habe mich gleich nach der Schule beim BND beworben und eine Ausbildung dort gemacht. Wir haben sehr verschiedene Berufsgruppen in unseren Reihen - vom Mathematiker über den Sprachwissenschaftler bis zum Handwerker.
Tipp:
Wer diesen Beruf ergreifen will, dem muss dreierlei wichtig sein. Erstens: die Aufgaben mit Geschick, Können und Ernsthaftigkeit anzugehen. Zweitens: Interesse zu haben für andere Länder und deren Kulturen. Und drittens: immer genau zu wissen, wofür man dies tut, nämlich für die Sicherheit der Menschen in Deutschland. Das bedeutet möglichst früh zu erkennen, wo und wieso in der Welt Gefahren für uns lauern oder entstehen können.



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