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Mit den Händen reden
Gehörlose Menschen benutzen ihre Hände, den Oberkörper und ihren Gesichtsausdruck, um sich verständlich zu machen. Und statt mit den Ohren "hören" sie mit den Augen. Gebärdensprache heißt ihre Verständigungsart, und sie kann alles vermitteln, was man sonst laut sagt.
Eigentlich sind Swantje und ihre Freundin Marlene zwei ganz normale Mädchen: Sie gehen nach der Schule in den Park, dann ins Kino, treffen Freunde, hängen am Computer und versenden Emails. Nur suchen sie sich immer die Kinofilme mit Untertiteln heraus. Und wenn sie aufgeregt vom letzten Abend erzählen, bleibt es still im Raum, und ihre Hände formen geheimnisvolle Zeichen in der Luft. Denn: Marlene und Swantje sind von Geburt an gehörlos.
Meist kann nur einer aus der Familie nicht hören
Wie Swantje und Marlene ist in Deutschland etwa einer unter 1000 Menschen gehörlos. Einige Kinder werden schon mit einem Hörschaden geboren, die meisten allerdings ertauben erst später: durch Krankheiten, wie Hirnhautentzündung und Röteln, oder durch Unfälle. Aber auch als Erwachsener kann man noch das Gehör verlieren. Marlene gehört zu der kleineren Gruppe von Kindern, deren Eltern ebenfalls gehörlos sind. Die meisten Kinder wachsen in hörenden Familien auf. Neben den Kindern lernen Eltern, Betreuer und Lehrer die unhörbare Sprache. An Universitäten werden sogar extra Dolmetscher ausgebildet, die wichtige Informationen für Gehörlose übersetzen können.
Und wer hat's erfunden?
So einfach ist das nicht: Kein Spracherfinder hat sich kürzlich hingesetzt und bestimmt: "Diese Gebärde bedeutet Hund!" Seit es Menschen gibt, gibt es welche, die schwerhörig sind oder gar nichts hören können. Ihre Sprache ist entstanden, wie unsere hörbare Sprache. Allerdings erschwert dadurch, dass es immer nur wenige Gehörlose an einem Ort gab. Seitdem wuchs die Sprache und hat sich verändert, in jeder Region anders. Deswegen gibt es auch keine internationale Gebärdensprache, sondern einzelne Landessprachen, also Deutsch, Englisch oder Französisch. Sogar Dialekte gibt es: In Bayern "gebärdet" man etwas anders als in Thüringen.
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