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Im Höhenflug
Kitesurfer lassen liebend gern Drachen steigen. Vorausgesetzt, sie hängen unten dran! So sausen sie in Windeseile übers Wasser, springen, drehen sich, heben ab und wirbeln waghalsig durch die Luft. Auch Jakob und Xaver aus Thanning bei München wollen Urlaub für Urlaub nur eines: hoch hinaus!
GEOlino: Kitesurfen ist ein
ungewöhnliches Hobby. Wie seid
ihr darauf gekommen?
Jakob: Als wir vier oder fünf
Jahre alt waren, entdeckten wir
im Urlaub auf der griechischen
Insel Rhodos Kitesurfer auf
dem Wasser. Es sah so toll aus,
wie die sprangen.
Xaver: Aus Treibholz, Plastiktüten
und Schnüren haben wir
uns sofort unsere eigenen Boards
und Kites gebaut. Damit sind
wir am Strand herumgehüpft
und haben vom richtigen Kitesurfen
geträumt.
Jakob: Im nächsten Urlaub bekamen wir von unseren Eltern dann kleine Lenkmatten, das sind Lenkdrachen mit Luftkammern, mit denen wir am Strand üben konnten. Und ein Jahr später, 2007, durfte ich einen Kitesurf-Kurs machen und habe Xaver später alles beigebracht.
Wie fühlt es sich an, wenn ihr
mit euren Kites über das Wasser
saust?
Jakob: Es ist einfach toll, die große
Kraft des Windes zu spüren. Ich
kann beim Kitesurfen blitzschnell
ganz weit raus aufs Meer fahren –
bis dahin zu schwimmen wäre
unmöglich.
Xaver: Schwimmen oder Laufen ist eben
anstrengend. An unseren Kites
aber gleiten wir fast auto matisch
dahin. Wenn ich mit dem Board
durch die Luft fliege, habe ich den
Eindruck, schwerelos zu sein. So
fühlt sich Freiheit an, glaube ich.
Habt ihr gar keine Angst?
Jakob: Höchstens wenn wir bei schweren
Sprüngen den Kite mal nicht
kontrollieren können und hart aufs
Wasser oder aufs Board prallen.
Das passiert aber selten.
Xaver: Für mich gab es einen Moment,
in dem ich schon ein bisschen
Angst hatte. Wir waren am Strand
und noch an unsere Kites geschnallt,
als unsere Mutter uns
rief. Als wir zu ihr liefen, verhedderten
sich die Leinen in der
Luft, sodass die Kites aneinanderhingen.
Sie waren plötzlich nicht
mehr steuerbar und rissen uns
einfach mit. Ich fiel auf den Bauch
und schlitterte nur knapp an
zwei Strandkörben vorbei.
Jakob: Mich zog es sogar zwei Meter hoch in die Luft. Ich wurde herumgewirbelt und verlor die Orientierung. In diesem Moment löste ich das Chicken Loop, das Sicherheitssystem aus, um mich vom Kite zu trennen, und fiel über einer Grasfläche auf den Boden. Zum Glück haben wir uns beide nicht verletzt.
Ihr wohnt in Thanning, einem
kleinen Dorf im Süden von München
- weit weg vom Meer. Wie
trainiert ihr Kitesurfen?
Jakob: Hier zu Hause können wir im
Sommer mit dem Allterrain Board
fahren. Das ist ein Skateboard
mit ganz großen Rollen. Darauf
lassen wir uns von den Kites
über die Wiesen ziehen. Im Winter
tauschen wir das Board dann
gegen Skier oder Snowboards und
sausen über den Schnee.
Xaver: Außerdem fahren wir fast jede Ferien zum Kitesurfen ans Meer. Und im Garten üben wir auf einem großen Trampolin unsere Tricks.
Was ist das für ein Gefühl, wenn
ein Trick auf dem Wasser gelingt?
Jakob: Eines meiner schönsten Erlebnisse
hatte ich mit dem Airpass. Das ist
ein Trick, bei dem die Lenkstange
des Kites während des Sprungs
hinter dem Rücken herumgegeben
wird. Im letzten Jahr ist mir das
zum ersten Mal gelungen, da war
ich echt stolz.
Xaver: Ich hatte ein tolles Erlebnis im Urlaub in Brasilien vor anderthalb Jahren. Damals hatte ich es lange nicht geschafft, wirklich hoch zu springen. Im Urlaub nahm ich dann all meinen Mut zusammen und bin richtig abgehoben - das war einfach super.
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