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Hatschepsut: Die Unmögliche
Wer im neuen GEOlino extra "Das alte Ägypten" blättert, merkt schnell: Das Amt des Pharao ist Männern vorbehalten. Niemand rüttelt an diesem Gesetz. Niemand – bis auf Hatschepsut, übersetzt "Die Erste der Damen". Sie macht ihrem Namen alle Ehre und krönt sich um das Jahr 1475 vor Christus selbst zum Pharao! Als solcher wird sie geliebt. Und gehasst. Vor allem von ihrem Stiefsohn Thutmosis III.
Wie konnte eine Frau Pharao von Ägypten werden?
Der Zerstörungstrupp rückt im Morgengrauen an, da geht die Sonne gerade eben am Himmel über Theben auf. Strammen Schrittes schreiten die Maurer und Steinmetze die Straße zum Totentempel der Hatschepsut hinauf. Soldaten drängen die wenigen Menschen rechts und links des Weges ab, die den Marsch noch zu stoppen versuchen. "Hört auf!", flehen sie. "Warum macht ihr das?", fragen sie. Doch die Männer marschieren unbeirrt ins Tempelinnere.
"Befehl von Pharao Thutmosis", murmelt einer noch. Dann hallen schon die Hammerschläge. Steinsplitter schießen durch die Luft. Die Handwerker zerschlagen die Statuen der Hatschepsut und verscharren die Scherben in einer Grube. Sie meißeln Bilder aus den Säulen und Wandreliefs, die die Frau zeigen. Sie löschen sogar deren Kartusche, den in Hieroglyphen geschriebenen Namen, aus den Pharaonen listen und tragen an deren Stelle die Kartusche anderer Herrscher ein. Auch die von Thutmosis III., dem Stiefsohn, dem Nachfolger Hat schep suts – dem Pharao, der die Zerstörung vermutlich angeordnet hat. Wochenlang wüten seine Männer, dann sind fast alle Spuren Hat schepsuts aus der Stadt Theben verschwunden.
Zurück bleiben viele Fragen, bis heute: Warum will Thutmosis III. um das Jahr 1438 vor Christus die Erinnerung an Hatschepsut auslöschen? Woher der Hass auf die Stiefmutter? Und wie konnte diese Frau überhaupt Pharao, also König Ägyptens werden? Frauen war das doch von alters her verboten – und alles andere undenkbar, unmöglich, Götterlästerung. Hatschepsut, etwa um das Jahr 1500 vor Christus geboren, weiß das. Doch aus den wenigen Bildern und Schriften, die die Jahrhunderte trotz allem überdauert haben, geht hervor: Aufhalten lässt sie sich durch nichts und niemanden.
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