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Down Under
Teresa Kania (15) ist schon seit vier Monaten in Australien, wo sie die 11. Klasse verbringt. Sie berichtet von Rucksacktouren im Dschungel, Wochenenden am Strand – und davon, was man während eines Auslandsaufenthaltes alles über sich selbst lernen kann
Atemberaubende Natur
Ich heiße Teresa, bin fünfzehn Jahre alt und bin seit Juli für ein Jahr in Cairns in Australien, um hier als Austauschschülerin an der Trinity Bay State High School so viel wie möglich von der Lebensweise der "Aussies" mitzunehmen. Ich bin überglücklich, dass ich die Möglichkeit habe, für ein Jahr in Australien zu leben. Es ist ein wunderschönes Land und die Natur ist atemberaubend. Im Gegensatz zum kalten Deutschland scheint hier die Sonne das ganze Jahr über und die Leute sind alle sehr locker und freundlich. Am Wochenende fahre ich so oft wie möglich mit Freunden an einen der traumhaften Strände im Norden von Cairns , um im Pazifik schwimmen zu gehen.
Als Großstädterin in der Kleinstadt
Da ich aus Berlin komme, war es für mich am Anfang etwas schwer, mich in einer Kleinstadt wie Cairns einzuleben. Manchmal vermisse ich das "Großstadtfeeling" auch immer noch. Vor allem die öffentlichen Verkehrsmittel, da die Busse hier nur im Stundentakt fahren und man seine Zeit gut einteilen muss und nicht so spontan sein kann, wenn man noch kein Auto hat. Trotzdem finde ich mittlerweile, dass es auch Vorteile hat in einer Kleinstadt zu leben. Man trifft in der Stadt eigentlich immer Freunde und es geht nicht so hektisch zu wie in der Großstadt.
Freunde aus der ganzen Welt
Gleich nach meiner Ankunft hier habe ich sehr liebe Freunde gefunden, die mir geholfen das Heimweh der Anfangszeit zu vergessen. Einige von ihnen sind auch "International Students" und so konnten wir uns gegenseitig dabei unterstützen, uns in der "neuen Welt" zurechtzufinden. Ich habe Freunde aus Australien, Brasilien, Italien, Dänemark und auch noch ein paar aus Deutschland gefunden und bin sehr glücklich darüber. Es ist schließlich immer gut, Freunde auf der ganzen Welt zu haben. Wir planen auch schon uns gegenseitig zu besuchen, so dass ich in den nächsten Jahren bestimmt etwas in der Welt rumkommen werde. Darauf freue ich mich schon!
Mit dem Rucksack durch den Regenwald
Mein aufregendstes Erlebnis bis jetzt war, denke ich, der "Bushwalk" den ich mit der Schule für das Fach "Outdoor Education" gemacht habe. Wir sind für eineinhalb Tage durch den Regenwald gewandert. Nur mit Rucksack und Zelt, das eigentlich kein richtiges Zelt war, sondern eher eine Markise die man zwischen zwei Bäume spannen musste um darunter zu schlafen. Es war unglaublich, einmal ganz von der Zivilisation abgeschnitten zu sein und die Natur zu genießen! Wir haben in der Nähe eines Flusses übernachtet, der so glasklar war, dass man in zehn Meter Tiefe den Grund sehen konnte. Es war fantastisch! Auf diesen Trip habe ich auch das erste Mal einige der giftigen australischen Schlangen gesehen. Auf eine wäre ich beinahe daraufgetreten, was ein etwas erschreckendes, aber irgendwie sehr tolles Erlebnis war. Wir sind mit unseren Rucksäcken die Berge rauf und runter geklettert und es war teilweise so anstrengend, dass ich dachte ich schaffe es nicht mehr weiter. Am Ende der eineinhalb Tage war ich dann sehr stolz auf mich und ich denke ich habe wirklich gelernt, dass ich alles schaffen kann, wenn ich nur will.
Eigenverantwortung und Selbstständigkeit
Hier in der Fremde ohne Eltern muss ich ganz alleine mit den alltäglichen Dingen klarkommen. Ich muss meine Termine planen, mich eigenständig daran erinnern für die Schule zu lernen, mein Geld selbst einteilen und auch ganz alleine Entscheidungen im Leben fällen. Sicher kann ich immer meine Eltern oder Freunde in Deutschland anrufen, aber da sie nicht hier sind und nicht das erleben, was ich jeden Tag erlebe, können sie mir in manchen Sachen nur noch bedingt helfen. Ich denke, seit ich hier bin habe ich gelernt, Eigenverantwortung zu übernehmen und zu entdecken, wo meine Grenzen liegen. Ich bin froh, einmal ohne Eltern und Freunde weit weg zu sein und mein ganz eigenes Leben zu führen. Vielleicht wird es mir so später auch leichter fallen, von zu Hause auszuziehen. Seit ich in Australien bin, habe ich auch zu schätzen gelernt, was ich in Berlin für ein Leben habe. Ich habe gemerkt, wie sehr mich meine Eltern eigentlich unterstützen und nehme mir viele Sachen vor, die ich unternehmen will, wenn ich wieder zu Hause bin.
Die beste Erfahrung des Lebens
Meiner Meinung nach ist Offenheit und Interesse an neuen, aufregenden und vielleicht auch ungewohnten Situationen das Wichtigste, wenn man für eine bestimmte Zeit alleine in einem anderen Land leben will. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass man sich an die Gewohnheiten einer anderen Familie anpassen muss und eventuell mit einer völlig neuen Mentalität konfrontiert wird.
Mein Auslandsjahr in Australien ist bis jetzt das Beste und Lehrreichste, was ich in meinem Leben gemacht habe und ich bin meinen Eltern sehr, sehr dankbar, dass sie mir diese Erfahrung ermöglichen!
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