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Text von Luise Heine

Mino der Barde

Schon zum zweiten Mal fand auf Burg Falkenstein im August ein mittelalterliches Spektakel der ganz besonderen Art statt. Sieben Recken der Minnekunst trafen sich zum Duell, um die Gunst der Burgfräulein, des Burgherrn und auch des Publikums zu erringen. Das Turnier hat ein historisches Vorbild: Vor 800 Jahren sollen sich die damals berühmtesten Minnesänger zum Wettstreit getroffen haben. Dieser "Sängerkrieg" wird auf Falkenstein mit "neuzeitlichen" Barden nachgespielt – mit ungewissem Ausgang. Dieses Jahr war der 18-jährige Malte Lange aus Kassel, alias "Mino der Barde", einer von ihnen. Er sang sich in die Herzen seiner Zuhörer und gewann überraschend den Publikumspreis des Wettbewerbs. GEOlino.de hat den jungen Minnesänger für euch interviewt.



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So klingt ein Gewinner: Malte Lange singt das Lied "Frauenpreis" von Walther von der Vogelweide auf dem Falkensteiner Minneturnier (Foto von: Mit freundlicher Genehmigung von Sandra Martini, Berlin, und Dr. Lothar Jahn, Hofgeismar)
© Mit freundlicher Genehmigung von Sandra Martini, Berlin, und Dr. Lothar Jahn, Hofgeismar
So klingt ein Gewinner: Malte Lange singt das Lied "Frauenpreis" von Walther von der Vogelweide auf dem Falkensteiner Minneturnier

GEOlino.de: Wann hast du die Musik für dich entdeckt?

Malte Lange: Gitarre spiele ich schon, seit ich neun Jahre alt bin. Nach und nach hab ich dann angefangen, eigene Lieder zu schreiben – erst mal natürlich noch nicht mittelalterlich. Später hab ich dann angefangen, Rollenspiele zu spielen. Durch die Rollenspiele wiederum hab ich das Mittelalter für mich entdeckt.

Was findest du an Minnesang so interessant?

Für mich ist die Minne nicht nur Schauspiel sondern vielmehr Rollenspiel. Ich mag diese mittelalterliche Atmosphäre. Ich hab zum Beispiel auch viel mittelalterliche Kleidung, jetzt nicht nur als Kostüm, sondern wirklich als Gewandung, in der ich auch öfter auf mittelalterliche Veranstaltungen gehe. Daher rührt auch mein Interesse am Minnesang. Außerdem höre ich mir auch viel mittelalterliche Musik an.


Wie hast du dich auf den Wettstreit auf Burg Falkenstein vorbereitet?

Ich hab ganz intensiv den Text gelernt, denn einer der beiden Texte war ja in Mittelhochdeutsch. Am Anfang war noch die Frage, ob ich mich selber mit einem Musikinstrument begleite. Aber schlussendlich haben mich dann die Musiker des Musiktheaters Dingo unterstützt und ich habe nur gesungen. Ich hab sicher auch viele Fehler gemacht, was die Aussprache angeht. Allerdings werden da generell viele Fehler gemacht.


Wie war das, auf der Bühne zu stehen?

Ich war ziemlich aufgeregt. Das war mein erster öffentlicher Auftritt als Musiker. Ich hab zwar vorher schon als Schauspieler im Schultheater auf der Bühne gestanden, aber das ist nicht dasselbe. Natürlich hab ich nicht mit irgendeiner Art von Erfolg gerechnet und ich dachte, ich geh da jetzt hin und bin der Jungspund, das entschuldigt mich für alle Fehler, die ich da mache. Ich hab eher damit gerechnet, dass ich nicht so gut ankomme.


Malte Lange alias "Mino der Barde" (Foto von: Lothar Jahn)
© Lothar Jahn
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Malte Lange alias "Mino der Barde"

Macht es dir Spaß, auf der Bühne zu stehen?

Ja, auf jeden Fall. Das ist eine meiner ganz großen Leidenschaften. Egal, ob ich als Schauspieler oder als Sänger auftrete, es macht einfach Spaß, auf der Bühne zu stehen und die Leute zu begeistern.

Wirst du nächstes Jahr wieder mitmachen?

Das geht leider nicht, weil die Sieger nur alle zwei Jahre auftreten dürfen. Es gibt ja auch noch einen Wettstreit auf Spangenberg, aber der ist dann vielleicht doch noch ein bisschen zu groß für mich. Ich muss mal schauen, wie sich meine Gesangsqualität weiter entwickelt. Aber ich denke, dass ich in zwei Jahren wieder bei dem Wettstreit auf Burg Falkenstein mitmachen werde.

Ihr seid neugierig geworden? Mino der Barde tritt auch beim "Mysterienspiel um die Heilige Elisabeth von Thüringen" des Musiktheaters Dingo auf. Mehr Infos gibt es unter www.musiktheater-dingo.de


Bei dem Sängerwettstreit auf Falkenstein geht es immer lustig zu (Foto von: Lothar Jahn)
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Bei dem Sängerwettstreit auf Falkenstein geht es immer lustig zu

Das Falkensteiner Minne-Turnier

Auf Falkenstein wird es nächstes Jahr wieder zum "Kampf" zwischen sieben begabten Minnesängern kommen. Ausgesucht werden die Wettstreiter von Lothar Jahn, dem Organisator des Turniers. Keine leicht Aufgabe, denn die stolzen Recken müssen nicht nur eine große Bandbreite an musikalischem Können mitbringen, sondern auch in dir Rollen der historischen Vorbilder schlüpfen. Dabei ist der Ausgang aber jedes Jahr aufs Neue spannend. Mehr dazu unter www.minnesang.com

Am 24.5.2008 wird es auch auf der Clingenburg in Klingenberg am Main ein Minneturnier geben.


Die Sage vom Sängerkrieg

Vor 800 Jahren, so wird in zahlreichen Dichtungen erzählt, kam es zu einem historischen Treffen zwischen den größten Musikern der damaligen Zeit. Wolfram von Eschenbach und Walther von der Vogelweide, die kommen euch vielleicht bekannt vor, waren auch mit von der Partie. Getroffen haben sich die Minnesänger auf der Wartburg und es wurde vereinbart, dass der schlechteste Sänger vom Henker namens Stempfel mit dem Tode bestraft werden sollte. In ihren Liedern priesen die Sänger den Gastgeber des Wettstreits, Herman I. Alle, bis auf einen: der Österreicher Heinrich von Ofterdingen sang lieber ein Loblied auf seinen eigenen Herren. Das kam aber bei Herman I. nicht besonders gut an und Heinrich verlor das Duell und beinahe auch seinen Kopf. Heinrich bat bei der Burgherrin um eine Gnadenfrist und schaltete einen Vermittler ein. So konnte er schließlich seinen Hals retten.


Was ist eigentlich Minne?

  •  (Foto von: Bettmann/CORBIS)

    Minne - Sanfte Töne für holde Damen

    Wenn Bei Hofe zarte Liebeslieder ertönten, war mit Sicherheit ein Minnesänger im Spiel. Die Musiker, meist selbst von adliger Herkunft, zogen von Burg zu Burg, fiedelten oder zupften die Harfe
     



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