GEOlino Nr. 06/06 - Windjäger! Wie junge Segler um den Meistertitel kämpfen Seite 1 von 2

Text von Katharina Beckmann

Fußball Serie, Teil 3: Hinter den Kulissen der WM

Ohne sie könnte die Fußball-Weltmeisterschaft nicht beginnen: Die Organisatoren, Rasenmeister und Stadionwarte sorgen dafür, dass genügend Bälle in den Stadien sind - und Bratwürstchen für die Fans! GEOlino berichtet über die heimlichen Macher der WM


Damit, wie hier im Berliner Stadion, zur WM alles wie geschmiert läuft, muss viel organisiert werden (Foto von: picture-alliance / Bildagentur Huber)
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Damit, wie hier im Berliner Stadion, zur WM alles wie geschmiert läuft, muss viel organisiert werden

Julia Bierwirth schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. Alles, was im Berliner Olympiastadion gebraucht wird, muss durch diesen einen einzigen schmalen Tunnel: Sattelschlepper voller Bratwürstchen, Bildschirme, Bälle. Nicht zu vergessen das Gepäck der Fußballer. Auwei! Hoffentlich geraten die Lieferungen nicht durcheinander! Kaum auszudenken, wenn der brasilianische Superstar Ronaldinho kurz vor dem Anpfiff nicht seine Tasche, sondern die von Michael Ballack in der Kabine fände, oder gar eine Kiste Würstchen! Julia greift zu einem ihrer zwei Handys: "Unbedingt erst die Würstchen, dann die Taschen liefern! Sonst haben wir hier Chaos." Ein Mitarbeiter am anderen Ende der Leitung notiert die Anweisung. Dann setzt Julia Bierwirth ihren Kontrollgang durchs Stadion fort.


2500 Bälle und vier Millionen Brötchen

Für die 32-Jährige hat die WM schon lange vor dem ersten Spiel begonnen. Sie ist Chefin der Logistik, das heißt: Julia Bierwirth und ihre Mitarbeiter sorgen dafür, dass alles zur rechten Zeit am rechten Fleck ist - in ganz Deutschland. Eine gigantische Aufgabe: Etwa vier Millionen Brötchen müssen zum passenden Termin an die zwölf WM-Stadien geliefert werden, 800 000 Würstchen, 224 Tonnen Gepäck von 736 Fußballern und Hunderten Betreuern und Offiziellen, 2500 Bälle - und 370 000 Quadratmeter Rasen, aufgewickelt zu Ballen, die an riesige Klopapierrollen erinnern. Zum Glück ist das Grün schon vor Tagen in den Stadien verlegt worden. Bierwirth macht einen Haken auf ihrer langen Liste.


Die Logistik-Chefin Julia Bierwirth und ihr Team sorgen dafür, dass alles zur rechten Zeit am rechten Ort ist (Foto von:  Julia Bierwirth)
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Die Logistik-Chefin Julia Bierwirth und ihr Team sorgen dafür, dass alles zur rechten Zeit am rechten Ort ist

Am Ende des Gangs angekommen, blickt sie auf eine neue Tartanbahn, die das Berliner Fußballfeld umrundet. Unterirdisch gibt es eine Aufwärmhalle für die Fußballer! Extra für die WM ist das Stadion vier Jahre lang umgebaut worden. Auch die elf anderen Fußballtempel, in denen während der WM gekickt wird, haben es in sich: Das neue Münchner Stadion zum Beispiel kann seine Farbe wechseln. Die Arena in Gelsenkirchen ist auf über 600 Pfählen gebaut, die Rasenfläche lässt sich komplett herausfahren, sodass man im Inneren Konzerte veranstalten und sogar Biathlonrennen austragen kann!


Sicher ist sicher

Deutsche Sicherheitsexperten waren von den Stadien nicht so begeistert. Sie hatten ziemlich viel zu meckern. Beispiel Nürnberg: Bei einem Spiel im letzten Jahr gerieten die Fans außer Rand und Band - und hüpften, bis der Putz von den Wänden fiel und Risse in der Nordkurve entstanden. Auf den letzten Drücker bauten die Nürnberger zusätzliche Stützen ins Stadion und luden die Fans zum Probehüpfen ein. Seitdem ist man sich sicher: Bei der WM wird alles halten.
Auch die Berliner mussten noch kurzfristig umbauen, weil die Experten über den Reportergraben schimpften. Der trennt das Stadioninnere von den Zuschauerrängen und ist fast drei Meter tief! Wenn Panik ausbricht und die Fans Richtung Spielfeld flüchten wollen, versperrt dieser Graben den Weg. Deshalb haben die Stadionbauer weitere Brücken darübergelegt.



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