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Weinen - die Bedeutung der Tränen
Wenn Tränen fließen, sind wir oft traurig oder wütend. Und wer »zu nahe am Wasser gebaut hat«, wird sogar als Heulsuse ausgelacht. Aber Weinen hält auch die Augen gesund und hilft uns, mit Kummer besser fertig zu werden
So viele weinende Menschen - herrlich! William Frey hatte wirklich eine Menge ausprobiert, um seine Versuchspersonen zum Heulen zu bringen: Den einen hatte er scharfe Zwiebeln vor die Augen gehalten. Andere setzte er vor den Fernseher und zeigte ihnen einen supertraurigen Film. Mit Erfolg: Jetzt schluchzten die Männer und Frauen wirklich um die Wette.
So ein Fiesling, denkt ihr vielleicht. Aber Frey meinte es nicht böse: Denn er ist ein Heulforscher und wollte wissen, woraus Tränen bestehen. Und dazu musste er die Leute eben zum Weinen bringen. Weinen - das klingt erst mal ziemlich unangenehm. Klar: Oft schluchzen wir aus Trauer, oder wenn wir vor Wut kochen. Aber für die Augen sind Tränen eine richtige Allzweckwaffe: Sie schützen unsere empfindliche Hornhaut vor dem Austrocknen. Sie enthalten Abwehrstoffe, die Bakterien im Nu massakrieren.
Und wenn uns ein Staubkorn auf die Linse fliegt, wird kurz die Tränendrüse aufgedreht - und schwupp, schwemmt die Flut den Störenfried beiseite. Bis zu 80 Liter Flüssigkeit vergießen wir in unserem Leben. Das ist genug, um eine Badewanne zu füllen.
Babys benutzen Weinen sogar wie Sprache: Wenn sie zum Beispiel Kohldampf haben, können sie sich ja kein Butterbrot schmieren - ja noch nicht mal "Hunger" sagen. Sie müssen ihren Eltern deshalb mit Schreien und Weinen bekannt geben, dass irgendetwas nicht stimmt. Babys können das ohne Nachhilfe. Denn dieser Trick ist uns Menschen angeboren.
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