GEOlino Nr. 10/03 - Woher die ersten Menschen kamen Seite 1 von 2

Text von Johanna Wieland

Meine Schule und ich,Teil 2: Ecuador

Schulbusse gibt es in Ecuador nicht. Deshalb muss Margoth Titumaita jeden Morgen in aller Frühe über die Berge zur Schule gehen - ein kalter und langer Weg. "Ich laufe sehr schnell, damit mir warm wird", sagt die Zwölfjährige und weiß noch viel mehr Spannendes zu erzählen


Ich bin:

Margoth Titumaita, 12 Jahre, 6. Klasse, Escuela Particular, Comunidad ChitaChaka, 25 Schüler (Klassen 1-6), 1 Lehrer


Vor der Schule Ziegen füttern

Der Unterricht in unserer Schule fängt morgens um halb acht an, aber ich muss schon um fünf Uhr aufstehen, weil ich vorher die Hühner, Meerschweinchen und Ziegen füttere. So früh ist es noch dunkel und kalt, denn unser Bauernhof liegt auf fast 4000 Metern Höhe in den Anden. Ungefähr eine Stunde brauche ich bis zur Schule. Ich laufe sehr schnell, damit mir warm wird. Unterwegs treffe ich meine Freunde, sie kommen von überall her, denn die Häuser in ChitaChaka stehen sehr weit auseinander. Unsere Schule liegt in einer Schlucht, der Berg hinter ihr steigt steil nach oben an, der Berg vor ihr auch, und Fremde sagen: "Was? Da musst du hoch?" Aber das ist doch normal!


Eltern haben die kleine Schule selbst gebaut

Unsere Eltern haben die Schule selbst gebaut, vor zehn Jahren. Damals konnte man nicht einmal mit dem Auto zu uns fahren, weil es keine Brücke über den Bach gab. Also haben die Eltern die Steine und die Balken auf dem Rücken geschleppt oder auf Esel geladen. Das muss schwer gewesen sein. Obwohl: Groß ist unsere Schule wirklich nicht! Sie hat nur zwei Räume. In einem sitzen wir, die 25 Schüler. Jede Stuhlreihe ist eine Klasse. In der sechsten Klasse sind wir zu viert, ich bin zwölf Jahre alt und die Älteste in unserer Schule. Wir alle haben nur einen Lehrer, der wohnt im Raum neben unserer Klasse.


In der Küchenhütte wird Gerstenbrei gekocht

Dann steht da noch die Küchenhütte. Jeden Tag kommt eine von unseren Müttern und kocht über offenem Feuer für uns. Meist essen wir in der Pause um zehn Uhr Gerstenbrei mit Zucker. Dann halten wir besser durch, bis die Schule um ein Uhr vorbei ist.



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