GEOlino Nr. 07/01 - Orientieren in der Natur - die Waldläufertricks Seite 2 von 3

Wetter als Wegweiser

Doch was tun, wenn die Uhr zu Hause liegt? Der gewiefte Waldläufer hat auch für diesen Fall noch ein paar Tricks parat. Er weiß zum Beispiel, dass der Wind bei uns überwiegend aus westlicher Richtung kommt. Man kann sich daher oft an der Neigung von Bäumen orientieren: Besonders frei stehende Bäume wachsen häufig leicht nach Osten geneigt, von Wind und Wetter in diese Richtung gedrängt.


 (Foto von: Nils Oskamp)
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Am Baumstamm selbst ist vielfach der Moosbewuchs auf der Wetterseite stärker - also im Westen. Übrigens: Es gibt auch "unnatürliche" Orientierungshilfen. Satellitenschüsseln etwa, mit denen viele Menschen ihre Fernsehprogramme empfangen, sind ungefähr nach Süden ausgerichtet. Außerdem sind viele alte Kirchen so gebaut, dass ihr Altar im Osten steht. Wo das nicht der Fall ist, hilft oft die Wetterfahne auf dem Turm.


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Hilfe am Nachthimmel

Was aber, wenn ihr es trotz all dieser Tricks nicht geschafft habt, noch vor der Dunkelheit heimzufinden? Dann hilft keine Sonne, und ihr könnt auch kein Moos mehr sehen. Zum Glück gibt es dann den Polarstern: Das "Deichselende" des Kleinen Wagens steht jede Nacht an derselben Stelle - über dem Nordpol. An ihm orientierten sich die Seefahrer schon vor Jahrtausenden. Und wenn ihr den Stern nicht gleich findet? Dann hilft wieder ein Trick: Sucht das Sternbild des Großen Wagens. Nehmt dessen "Hinterachse" und verlängert sie etwa fünfmal nach oben - der Stern, auf den ihr dort trefft, ist der Polarstern.



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