Hauptspalte:
Bücher: "Stolz und Vorurteil" von Jane Austen
Englischer Erfolgsroman: Nach der letzten "The Big Read-Umfrage" der BBC steht ein Klassiker ganz oben auf der Liste der beliebtesten Bücher der Briten: Jane Austens Roman "Stolz und Vorurteil" sticht sogar Bestseller wie "Harry Potter" aus
Artikelinhalt
Es lohnt sich den Staub von den Buchdeckeln dieses Klassikers zu pusten: Unverhofft direkt kommt Jane Austen in ihrem Roman "Stolz und Vorurteil" gleich mit dem ersten Satz zum Thema: "Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass ein Junggeselle, der ein beachtliches Vermögen besitzt, zu seinem Glück nur noch einer Frau bedarf".
Welch merkwürdiger Unterton für die Eröffnung einer Liebesgeschichte! Die damals 21-jährige Autorin versteht es wie keine Zweite Romantik mit scharfem Zynismus zu würzen. Selbst nie verheiratet besaß die Pfarrerstochter ein waches Auge für den Beziehungsreigen des englischen Landadels im 19. Jahrhundert, hinter dem sich nicht selten ökonomische Interessen verbargen.
Verletzter Stolz
So auch in der Geschichte über die junge Elizabeth Bennet: Als Zweitälteste von fünf Töchtern hängt ihre gesellschaftliche Zukunft davon ab, eine "gute Partie" zu machen. Denn das Erbe der Familie wird zu ihrer Zeit nur in männlicher Linie weitergegeben und fällt mangels eines direkten Nachfahren der Bennets einem entfernten Cousin zu.
Elizabeths Selbstvertrauen bleibt davon unberührt: Einen gönnerhaft gestellten Heiratsantrag ihres Cousins weist sie ohne zu zögern ab. Doch gleichzeitig verstellt ihr der Stolz auch den Blick auf den Charakter ihrer Mitmenschen. Als drei Junggesellen Netherfield, das Nachbaranwesen der Bennets, beziehen, fällt ihre Wahl zunächst auf den prahlerischen Offizier Mr. Wickham.
Die zurückhaltende Art des vermögenden Mr. Darcy dagegen verwechselt sie mit kühler Arroganz.
Als Mr. Darcy auf dem Ball in Netherfield auch noch einen Tanz mit ihr ausschlägt, kennt Elizabeths Wut keine Grenzen. Zu gern glaubt sie Mr. Wickhams Lüge, dass Mr. Darcy ihn um sein rechtmäßiges Erbe geprellt habe.
Von Vorurteilen und verletztem Stolz geleitet, beginnt sie Mr. Darcy mit bitterböser Ironie bis an die Grenzen des für eine junge Dame Schicklichen zu attackieren. Und wird ihm – so viel sei vorweggenommen - am Ende des Romans doch in den Armen liegen...
Servicelinks:
Druckansicht
Artikel versenden
Deine Meinung
Kontakt
Sitemap



