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Bücher: "1:0 für die Idioten" von Karlijn Stoffels

Gegen die Wand: In ihrem Roman "1:0 für die Idioten" beschreibt Karlijn Stoffels das Leben in einer geschlossenen Anstalt
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Trinken als gebe es kein Morgen. Als Luisa aus ihrem Rausch erwacht ist die Welt um sie herum auf vier Wände zusammengerückt: Es sind die weißgetünchten Hallen der jugendpsychiatrischen Klinik "Villa Strandlust". "Strandgut" wäre ein treffenderer Name für die Villa gewesen. Denn scheinbar leblos wie ein Stück Holz wurde Luisa in der Morgendämmerung von dem Meer hier angespült.


Ein Hund soll an ihrer Rettung beteiligt gewesen sein. Doch Luisa empfindet keine Dankbarkeit. "Die Welt und ich haben schon immer im Streit miteinander gelegen", resümiert das 15-jährige Mädchen düster. Von Selbstmitleid dabei keine Spur: Luisa fühlt sich wie "ein vom Meer ausgespucktes Ungeheuer".

Für ihre Zukunft sieht sie schwarz: Allein der Klang des Wortes "Vertrauen" versetzt Luisa in hilflose Wut. Unablässig läuft sie in ihrem Zimmer auf und ab und schlägt mit dem Kopf gegen die Wand – einfach nur damit das quälende Summen in ihren Ohren aussetzt.


Villa "Strandlust"

In der Klinik soll Luisa lernen, sich selbst zu helfen. Doch zunächst hilft sie den anderen Jugendlichen dort:


Cover des Romans "1:0 für die Idioten" von Karlijn Stoffels  (Foto von: Beltz & Gelberg)
© Beltz & Gelberg
Cover des Romans "1:0 für die Idioten" von Karlijn Stoffels

Zum Beispiel Hassan, der sich seiner traumatischen Geburt wegen nicht unter der Bettdecke hervorwagt. Oder Zebbie, deren streng christliche Erziehung sie dazu treibt, sich selbst zu bestrafen. Und Carmen, die aus Angst vor einem Krokodil unter einem Waschzwang leidet.

So unterschiedlich ihre Probleme auch sind - eine Erfahrung ist allen Jugendlichen in der Villa Strandlust gemein: Zum ersten Mal gehören sie irgendwo wirklich dazu. Selbstironisch betiteln sie sich als "Idioten" und reißen Witze über ihre Spleens und Ticks.

Davor bedeutete für Luisa Freundschaft bloß, "dass man dieselben Leute nicht ausstehen kann". Jetzt teilt sie ihren Alltag mit Jugendlichen, die Mitgefühl in ihr wachrufen. 1:0 für das Leben!



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