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Blindenschrift: Buchstaben zum Fühlen
Wie funktioniert eigentlich die Braille-Schrift? Mit ihr können Blinde "lesen". Geolino.de erklärt es euch. Doch zuvor wird der Erfinder dieses segensreichen Punkte-Alphabets vorgestellt.
Louis Braille wurde 1809 in Frankreich geboren. Mit drei Jahren verletzte er sich in der Werkstatt seines Vaters am Auge. Weil die Medizin damals nicht so weit war wie heute, entzündeten sich beide Augen und erblindeten. Trotzdem ging der kleine Louis zur Schule und war auch ein sehr guter Schüler, obwohl es ihn immer störte, dass die anderen Kinder lesen konnten und er nicht.
Eine Schule für Blinde
Sein Vater schickte Louis nach Paris, wo 1784 eine Schule für Blinde gegründet worden war. Hier tat sich Louis durch seine Intelligenz und sein Talent für Musik hervor. Damals gab es schon Bücher in normaler Schrift, die mit Kupferdraht hervorgehoben war, damit blinde Menschen sie mit den Fingern lesen konnten. Das funktionierte aber nicht so besonders, denn die Schrift der Sehenden war zum Lesen bestimmt und nicht zum Fühlen. Dann entwickelte ein Monsieur Barbier eine Punkt-Schrift, die zur nächtlichen Kommunikation dienen sollte, wenn es ratsam war, kein Licht zu machen. Für Soldaten.
Was ihn geblendet hat, erlaubt ihm das Lesen
Die Schrift bestand aus elf Punkten und nahm viel Platz weg. Louis Braille war von den Punkten fasziniert, fand elf aber zuviel und entwickelte mit 16 Jahren eine Schrift, die auf sechs Punkten basierte. Eine Kombination aus sechs Punkten sorgte für 64 verschiedene Kombinationen, also Buchstaben genug für alle europäischen Alphabete. Nach der Schule blieb Louis in Paris und wurde selber Lehrer an der Blindenschule. Seine Schrift setzte sich nur zögerlich durch. Seltsamerweise verhinderte ausgerechnet der neue Direktor der Blindenschule ihre Verbreitung, weil die Blindenschrift "Blinde und Sehende trenne".
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