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Die Kinderkulturkarawane tourt durch Deutschland
Acht Theater-, Gesangs- und Tanzgruppen aus aller Welt waren bei Kinderkulturkarawane 2003 in Deutschland zu Gast. Sie kamen aus Thailand, Brasilien, Kolumbien und anderen Ländern. In ihren Stücken erzählen sie von den Problemen in ihrer Heimat
Hier findet ihr zwei Geschichten über die Gruppen aus Nepal und aus Ghana. Außerdem hat GEOlino für euch die Zeiten und Orte zusammengestellt, an denen ihr die Gruppen mit eigenen Augen sehen könnt
Nepal - Zu Besuch aus Kathmandu
Mit Tanz und Gesang kämpft die Gruppe Maiti Nepal gegen den Menschenhandel. Die Reise nach Deutschland war für die jungen Tänzerinnen wie eine Reise in eine andere Welt. Die Gipfel der Berge in Nepal sind schneebedeckt. Doch Mamta und Kabita konnten sie immer nur aus der Ferne betrachten. In Deutschland haben sie zum ersten Mal in ihrem Leben Schnee ganz aus der Nähe gesehen- und ihn berührt. Für die beiden Mädchen war dies das schlönste Erlebnis auf ihrer siebenwöchigen Deutschlandsreise während der Kinderkulturkarawane im Herbst 2003.
Mädchen gegen Menschenhandel
Mamta und Kabita kommen aus der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. Sie gehören zu einer Jugendgruppe der Hilfsorganisation "Maiti Nepal". Seit 1993 kämpft diese Organisation gegen den Menschenhandel in Nepal - ein Verbrechen, dem dort jedes Jahr 5000 bis 7000 Mädchen und Frauen zum Opfer fallen. Fast jeden Tag entführen Menschenhändler Mädchen und junge Frauen aus den Dörfern und verkaufen sie nach Indien, wo sie als Prostituierte arbeiten müssen. "Maiti Nepal" versucht, sie zu befreien und warnt vor den falschen Versprechungen der Menschenhändler.
Musik lindert Leid
In Deutschland haben Mamta und Kabita gemeinsam mit sieben anderen Mädchen die Lieder und Tänze aufgeführt, mit denen sie sonst in Nepal durchs Land ziehen. Es sind Volkslieder und Volkstänze, die dort jeder kennt. Aber die Mädchen haben die Texte umgeschrieben: Sie erzählen vom Leid der Entführten. So erfahren auch die von den Gefahren des Menschenhandels, die nicht lesen können - und das sind viele in Nepal. Das Land zählt zu den ärmsten der Welt.
Kulturschock
Wie anders war dagegen das, was die Mamta und Kabita von "Maiti Nepal" in Deutschland erlebten! "Alles war neu für mich", sagt Kabita. Dass die Eltern in Deutschland nicht so streng sind. Dass es Autos gibt, die so viel Geld kosten, dass man in Nepal zwei Häuser davon bauen könnte. Und: "Jeder hat eine Uhr, überall hängen Uhren, auch am Videorekorder und an der Mikrowelle leuchtet die Uhrzeit!"
Für freie Entscheidungen
Vor allem aber beeindruckte die Mädchen eines: Dass die Menschen in Deutschland frei entscheiden können, was sie tun wollen - zum Beispiel, wen sie heiraten. Kabita wünscht sich, dass auch die Menschen in Nepal bald ein freieres Leben führen. "Wenn Du etwas nicht tun möchtest", sagt sie, "dann sollte es auch okay sein, es nicht zu tun."
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