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CCS: Kohlendioxid-Speicherung unter der Erde
Die Betreiber von Kohlekraftwerken wollen CO2 aus dem Kraftwerksqualm abscheiden und unter der Erde lagern. "CCS" ist das Kürzel für diese Technologie - die Klimaschützer für einen Irrweg halten
Kohlekraftwerke, vor allem solche, die Braunkohle verfeuern, gelten heute als unzeitgemäße Dreckschleudern. Zu Recht: Sie erzeugen weltweit jedes Jahr elf Milliarden Tonnen des Klimakillers CO2 - mehr als jede andere Art, Energie zu erzeugen. Eine globale Kehrtwende ist nicht in Sicht. Nicht einmal in Deutschland, das sich gern als Vorreiter in Sachen Klimaschutz präsentiert. Hierzulande sind zurzeit 29 Kohlekraftwerke in Bau oder in der Planung, die zusammen jährlich 235 Millionen Tonnen CO2 ausstoßen werden.
Deutschlands Glaubwürdigkeit als Vorreiter im Kampf gegen die Klimaerwärmung schmilzt angesichts solcher Zahlen wie grönländisches Gletschereis. Und das Ziel der deutschen wie der europäischen Regierungen, die Klimaerwärmung auf zwei Grad gegenüber vorindustriellen Zeiten zu begrenzen, scheint ohne radikale Schritte in Richtung Erneuerbare Energien kaum realistisch. Oder etwa doch?
Alibi oder notwendiges Übel?
Energieriesen, wie etwa RWE, setzen sich gegen die Verteufelung der Kohle zur Wehr. Um den billigen Energieträger auch der Umwelt-Lobby schmackhaft zu machen, setzen sie auf eine neue Technologie: CCS (engl.: Carbon Dioxide Capture and Storage). Das schädliche CO2 wird im Kraftwerk aus dem Abgas abgeschieden, verflüssigt und unter die Erde befördert. Im Idealfall bleibt es dort für sehr lange Zeit. Befürworter wie Kritiker bezeichnen CCS als "Übergangstechnologie". Reinhard Hüttl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen GeoForschungsZentrums nennt CCS "eine Option zum Zeitgewinn bei der Entwicklung und Einführung CO2-armer Energietechnologien".
Das Verfahren an sich ist keine reine Utopie. Schließlich gelang in den siebziger Jahren auch die Abscheidung von Schwefeldioxid. Heute sind Rauchgasentschwefelungsanlagen Standard. CCS dagegen steckt noch in den Kinderschuhen. In Deutschland sind zwölf Pilotprojekte geplant. Eines davon in Norddeutschland.
"Perfekte" geologische Bedingungen
Im Norden Schleswig-Holsteins erkundet die RWE-Tochter RWE-Dea zur Zeit ein mögliches Endlager. Hier scheint der Untergrund in zwei Kilometern Tiefe besonders geeignet, flüssiges CO2 dauerhaft aufzunehmen. Eine 40 Meter dicke salzhaltige Gesteinsschicht scheint wie geschaffen, 40 Jahre lang je eine Millionen Tonnen CO2 aufzunehmen. Das CO2 soll aus einem RWE-Kraftwerk in Hürth bei Köln angeliefert werden - per Pipeline. Mit der Verpressung wollen die Betreiber 2015 beginnen - sofern alle geologischen Voruntersuchungen das gewünschte Ergebnis bringen sollten. So weit der Plan. Doch die Bürger in der Region stehen schon jetzt auf den Barrikaden.
Sie befürchten unkontrollierbare Risiken. Denn wer will garantieren, dass der gigantische natürliche Gastank dicht hält? Dass CO2 nicht in einer Konzentration entweicht, die für Mensch und Tier giftig ist? Und könnte das Land sich aufgrund des Drucks im Erdinneren heben, könnten Risse sich auftun? Wird das bisher ruhige Norddeutschland dann eine Erdbebenregion? Könnten Boden und Grundwasser versauern?
Im beschaulichen Wallsbüll, ein paar Kilometer westlich von Flensburg, ist die Aufregung groß. "Es geht hier nur ums Geld!", schimpft Werner Asmus, Bürgermeister der Gemeinde und Sprecher der Bürgerinitiative "Stoppt das CO2-Endlager". Um RWE-Geld, wohlgemerkt, denn über Kompensationen für die Bürger im Norden ist bisher nichts bekannt. Stattdessen befürchten die Menschen auch noch Einbußen im Tourismus. Wer will schon Urlaub auf einer Endlagerstätte machen?
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Kommentare zu "CCS: Kohlendioxid-Speicherung unter der Erde"
Richtig, Holsteiner Jung! Bereits vor über 30 Jahren warnte der Club of Rome vor den Folgen der Wachstumsideologie. Seit etwa dieser Zeit ist auch das CO2-Klimaproblem bekannt. Es wurde bereits zuviel Zeit vertrödelt. CCS lohnt sich - aber nur für die Energiekonzerne, wenn es genügend Trottel gibt, die es bezahlen. Bei der Verbrennung von Kohlenstoff fällt etwa die 3,4-fache Menge CO2 an. Hinzu kommt die notwendige Prozessenergie. Das verteuert die Sache um ca. das Doppelte. Ohne radikale und nachhaltige Lösungen wird es nicht gehen. Wir müssen umkehren und uns von der Wachstumsillusion abkehren. Kleinere Brötchen backen! Was wollen wir denn tun, wenn immer mehr dichtbesiedelte Regionen absaufen, Rohstoffe zur Neige gehen und die Lagermöglichkeiten für CO2 und andere Abfälle erschöpft sind?
Also, jetzt hört mal. Wollt ihr mal was richtiges über CCS erfahren, geht auf http://www.greenpeace.de/themen/klima/nachrichten/artikel/vattenfall_testet_neue_co2_speichertechnik/ . CCS ist erst 2020 ausgereift, eingeführt wird es frühestens 2030. Und wie man die Leute da oben kennt, werden noch 2, 3 Jährchen vergehen, bis es losgeht. 2032!!!!!!! Um etwas gegen die Klimakatastrophe zu tun, muss schon 2015 der C02 Ausstoß drastisch gesenkt sein. Außerdem funktioniert CCS nur bei neuen Kraftwerken, nachrüsten ist unmöglich. Also müsste 2032 mit dem Bau angefangen werden, bis dahin sind es 23 Jahre!! In diesen Jahren werden die Kraftwerke ihre 235 Millionen Tonnen CO2 sorglos abladen. Geld sollte in jetzige erneuerbare Energie gesteckt werden und nicht in solchen Fake wie CCS. Anmerkung: Durch CCS soll der Strompreis um 21-91% steigen.
Na ja, ich bin eher für erneuerbare Energien.Diese Technik scheint ja laut Geologie-Student sicher zusein, aber ich finde es sollte nicht als Ersatz für regenerative Energie gesehen werden, sondern nur als Übergang zu diesen.
Man kann ja zur CCS-Technologie geteilte Meinungen habe, sollte dabei aber nicht die folgenden Fakten unterschlagen: 1. Die Menschheit verfügt über Kohlevorräte für die nächsten 400 Jahre. Wie will man bitte solche Staaten wie z.B. Chine, Russland, Indien, Brasilien dazu bringen, auf diese sehr kostengünstige Energieerzeugung zu verzichten? Da hilft nur CCS-Technologis, es sei denn, es wird was anderes erfunden. DIe Industriestaaten müssen dabei mit gutem Beispiel vorangehen. Sonst ist jede Welt-Klimadebatte zum Scheitern verurteilt. 2. Was machen wir den bitte mit dem CO2 aus der Zementindustrie, Stahlerzeugung, der Papierindustrie und den vielen anderen Industrien? Schalten wir die alle ab? Selbst bei der Verbrennung von Erdgas etnsteht CO2 - das ist nämlich zu 85 % aus Methan (CH4). 3. Es ist doch eine Illusion, dass wir kurzfristig weltweit die Energieversorgung auf regenerative Energien umstellen. Wenn wir es schaffen in D den Atomstrom zu substituieren, sind wir die Größten.
@sachwobe @Geologie-Student Ich empfehle die Lektüre der Studie des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU) zu CCS. Zum Thema "Phantom der Stromlücke" informieren Sie sich doch bitte mal beim Umweltbundesamt http://www.umweltbundesamt.de/ CCS ist eine lebensgefährliche "Schnapsidee" der Energiekonzerne, die schleunigst beerdigt werden muß! So blöd kann man doch gar nicht sein, daß man glaubt, daß das gut gehen kann. Von den langfristig falschen Weichenstellungen für die Struktur unserer Energieversorgung ganz zu schweigen.
Danke, "Geologie-Student", für den Kommentar! Es wird den vielen Bürgerinitiativen schon noch gelingen, Deutschland in der Bedeutungslosigkeit versinken zu lassen. Die meisten Protestkommentare zum Thema CCS sind einseitig und unsachlich. Es ist zwar verständlich, dass man die in der Vergangenheit gemachten schlechten Erfahrungen mit politischen Entscheidungen zukünftig vermeiden will. Es führt aber zu weit, das Kind mit dem Bade auszuschütten, Äpfel mit Birnen (CCS und das negativ besetzte, aus der Kernenergie stammende "Endlager") zu vergleichen und sich gegen sämtliche fachliche vernünftige Argumente zu sperren. Tatsache ist: ohne Forschung und Investitionen ist der Standort Deutschland mit den wirtschaftlich angenehmen Lebensbedingungen mittel- und langfristig nicht zu halten. Wer weder Kohlekraftwerke noch Atomkraftwerke noch andere Kraftwerke will, kann auch keinen Strom haben, dann kommt der Strom nicht mehr "aus der Steckdose", sondern bei uns allen gehen die Lichter aus!
Lasst euch nichts erzählen, die CO2-Speicherung im Untergrund ist sicher! Jahre der Forschung wurden investiert, um alle möglichen Ursachen für ein mögliches Entweichen des Gases zu erkennen und ein Austritt zu verhindern. Die Speicherung soll in ehemaligen Erdgas-Reservoiren stattfinden, in welchen das Erdgas Millionen Jahre lang nicht entwichen ist. Das ganze würde später mit modernster Technik (Gravimetrie, Seismik, Geoelektrik usw.) überwacht werden. Wichtig ist auch, dass man bedenken muss in was für einer Zeit wir leben.. Wir leben in einem Land, welches vom Erdöl abhängig ist (also vom Ausland). Kohle ist in Deutschland vorhanden und sie könnte diese Abhängigkeit zumindest abschwächen (wir wollen ja schließlich keine neuen Atomkraftwerke..). Klaro bin ich auch für regenerative Energiequellen, aber realistisch gesehen können sie momentan nicht ansatzweise den Energiebedarf decken! Bis es soweit ist, ist Kohle eine Vernünftige Alternative. Und durch CCS ist die Verbrennung sauber.
Nein zum CO2-Endlager! Ja zur Energiewende und 100% Erneuerbaren Energien! Unterstützt die Bürgerinitiative gegen das CO2-Endlager: www.kein-co2-endlager.de Werdet Mitglied: http://www.kein-co2-endlager.de/mitglied-werden.html Sammelt Unterschriften gegen das CCS Gesetz: http://www.kein-co2-endlager.de/petition.html