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Burj Dubai, das höchste Haus der Welt
Mehr als 800 Meter reckt sich der Burj Dubai in den Himmel über Dubai. - Interview mit dem Chefingenieur Andy Davids, der die Statik des Turms berechnet hat - und bereits neue Rekorde plant
GEO: Mr. Davids, geht es noch viel höher als beim Burj Dubai?
Andy Davids: Sicher. Zurzeit arbeite ich an den Planungen für den Nakheel Tower, ebenfalls in Dubai. Der wird mehr als einen Kilometer hoch sein.
Und das ist die Grenze des Machbaren?
Ganz sicher nicht. Die einzelnen Projekte sind zwar vertraulich. Aber eines, das ich derzeit mit meinem Team bearbeite, hat die dreifache Höhe des Burj Dubai. Technisch ist nahezu alles möglich - und nicht erst seit heute: Schon vor 120 Jahren übertraf der neu erbaute Eiffelturm das bis dahin höchste Gebäude um fast das Doppelte. Warum sollte das heute anders sein?
Dreimal das Burj Dubai, das sind fast zweieinhalb Kilometer. Was bereitet Ihnen da die größten Kopfzerbrechen?
Zwar benötigt man eine separate Sauerstoffversorgung erst ab zirka 4000 Metern. Aber die Luftzirkulation im Inneren eines solchen Gebäudes ist eines der Probleme. Hinzu kommen äußere Einflüsse auf die Gebäudestruktur. Etwa der Klimawandel.
Das Klima beeinflusst den Wind, und um solche Gebäude sicher zu konstruieren, müssen wir die zu erwartenden Veränderungen der Windverhältnisse am Arabischen Golf in die Berechnungen einbeziehen.
Wie erhalten Sie die Daten, die Sie dafür benötigen?
Wir brauchen möglichst genaue Klimamodelle. Die bekommen wir zum Beispiel von der NASA. Außerdem benutzen wir das sogenannte SODAR-Verfahren, um die Richtung und die Geschwindigkeit der Winde berechnen zu können.
Bei diesen "Sonic Detecting and Ranging"- Messungen werden gebündelte Schallimpulse in die Atmosphäre geschickt und von dort zurückgestrahlt. Der Burj Dubai etwa schwingt bei Wind an der Spitze nur um einen Meter.
Bei wesentlich höheren Gebäuden müssen wir andere Schwankungsbreiten berücksichtigen. Aber bislang hat noch niemand ein solches Gebäude realisiert, wir haben also keinerlei Erfahrungs- oder Vergleichswerte. Und das ist die wahre Herausforderung.
Sehen Sie denn überhaupt Grenzen?
Die Grenzen, mit denen wir als Konstrukteure umgehen müssen, sind nicht technischer Natur oder durch das Material vorgegeben. Sie werden durch das Geld bestimmt, genauer: durch die Zeit, nach der ein Investor mit einer Rendite für sein Projekt rechnen kann. Und da die Geldgeber an einer Rendite zu Lebzeiten interessiert sind, liegt die Latte für die meisten Investoren bei zehn Jahren.
Meine Fragestellung lautet also: Was für ein Haus kann ich innerhalb von zehn Jahren bauen? Sicherlich ein Gebäude, das doppelt so hoch ist wie der Burj Dubai. Vielleicht sogar drei- oder viermal so hoch. Aber fünfmal? Definitiv nicht.
Wie viele Menschen arbeiten an dem Entwurf für solch ein Gebäude?
Meine Crew für sehr hohe Bauten umfasst 50 Personen aus aller Welt, etwa aus Deutschland, China, Australien, Großbritannien. Derzeit arbeiten wir gemeinsam an Konstruktion und Design von zehn Gebäuden mit 100 oder mehr Stockwerken. Die Auftraggeber dafür kommen aus Dubai, Katar, Abu Dhabi und Saudi-Arabien.
Aber die Modelle dafür ...
... sind immer noch aus Holz. Wenn der Auftraggeber
da mit einer neuen Idee kommt, habe ich das Modell in wenigen Minuten mit einem Tapetenmesser angepasst. Dann kann er sich das Ergebnis gleich von allen Seiten ansehen.
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Kommentare zu "Burj Dubai, das höchste Haus der Welt"
Nebenbei: Was kostet der Abriss oder Rückbau von solch einem Monster?
Na sagen wir mal "Teppichmesser" zum Beispiel. Wer noch nie selbst eine Tapete geklebt hat, kann es nicht wissen: Tapetenmesser ähneln einer stumpfen Machete, die zum Schnitt über eine Stahlkante gezogen wird.