GEO Magazin Nr. 05/09 - Gute Ärzte, schlechte Ärzte Seite 1 von 1
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Technik: Spiegelrichtiges Bild

Sich einmal so erblicken, wie einen andere Menschen wahrnehmen: Ein Mathematiker hat dies möglich gemacht


Mit diesem Spiegel stimmt etwas nicht. Zeigt man dem Reflektor ein aufgeschlagenes Buch, spiegelt er den Text als lesbaren Schriftzug. Und hebt eine Person den rechten Arm, bewegt ihr Ebenbild den entsprechenden Körperteil auf der Seite quer gegenüber. Spiegelrichtig statt spiegelverkehrt.

Der Zauberspiegel ist eine Erfindung des amerikanischen Mathematikers Andrew Hicks. Oder besser: das Resultat mehrerer Algorithmen, die Hicks entwickelt hat. Schon seit Jahren sucht der Dozent an der Drexel University in Philadelphia nach mathematischen Lösungen für optische Probleme. So berechnet er etwa mithilfe eines Computers, wie man die Oberfläche von Spiegeln verändern muss, damit sie Licht in nahezu jeder gewünschten Weise reflektieren.

Das Geheimnis jenes Hicks-Reflektors, der die spiegelrichtigen Bilder liefert, ist eine besonders bizarre Mikrostruktur. Die Oberfläche ist so verformt, dass die Lichtstrahlen auf der Fläche nicht nur einmal, sondern mehrfach reflektiert werden, bevor sie zum Auge des Betrachters gelangen.

Ein anderes von Andrew Hicks entworfenes Wunderwerk zeigt, wenn man von oben daraufschaut, ein unverzerrtes Panoramabild des Raumes, in dem sich der Spiegel befindet. Dafür sorgt ein raffinierter Schliff, der die von der Seite einfallenden Lichtstrahlen zum Betrachter nach oben lenkt.

Unverzerrt ist auch die Darstellung der Umgebung in einem Außenspiegel-Modell für Pkw, das einen Winkel von 45 statt der üblichen 17 Grad bei flachen Seitenspiegeln abdeckt. Dieses optische Kunststück erlaubt eine weit bessere Übersicht im Straßenverkehr.

Dennoch ist die Vermarktung der Erfindung in Hicks’ Heimatland verboten. Weil die US-Behörden bislang davon ausgehen, dass gekrümmte Spiegel stets falsche Abbilder der Umgebung liefern, sind auch die Hicksschen Reflektoren per Gesetz im Autoverkehr untersagt. Der Tüftler hofft nun, in Europa Abnehmer für den praktischen Außenspiegel zu finden.


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