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Die Herrscher der Portale
Surferparadies Internet. Doch leider droht der Mensch in der wachsenden Informationsflut zu ertrinken. Wenn da nicht die Suchmaschinen wären. Sie fischen für uns im Daten-Teich: die guten Links in die Liste, die schlechten fliegen raus. Wie das geht? Yahoo und Google geben Auskunft.
Wieder so ein schräger Name: Google. Abgeleitet von Googol, einem Wort, das in der Mathematik eine Eins mit hundert Nullen beschreibt. Google ist eine von zahllosen Suchmaschinen für das Internet. Doch diese soll dem Ehrgeiz dienen, die schnellste, vollständigste und vor allem die treffsicherste zu präsentieren - einen Zwischenspeicher für das Weltwissen.
Seit Bill Hewlett und David Packard 1939 hier im Silicon Valley ihre High-Tech-Firma gegründet haben, ist die Geschichte dieser Gegend eine Geschichte männlicher Duos von der Stanford University, der Keimzelle in diesem Tal des elektronischen Booms. Auch die Gründer von Google, Larry Page und Sergey Brin, trafen sich in Stanford und beschlossen, gemeinsam Großes zu schaffen - die perfekte Suchmaschine. Es sollte eine Konstruktion sein, die nicht nur mit schierer Rechengewalt den Datenozean des World Wide Web durchpflügt, sondern auch in der Lage ist, das Gefundene sinnvoll zu ordnen. Gewöhnliche Software-Roboter, die sich automatisch von Link zu Link durch das Internet hangeln, zählen oft nur die Worthäufigkeit. Findet sich auf einer Website 50-mal das Wort Whisky, so folgert die Software, hier müsse es sich um eine maßgebliche Quelle zum Thema Whisky handeln - und präsentiert sie, wenn ein Suchender den Begriff Whisky recherchiert, weit vorn auf der Ergebnisliste. Die Sexindustrie hatte das Prinzip unverzüglich begriffen und stopft seither alle einschlägigen Schlagwörter so häufig wie möglich in ihre Web-Angebote. Andere kommerzielle Anbieter ahmten das Prinzip nach. Und so begann ein absurder Wettbewerb in Sachen Textmüllproduktion.

Helfer in der Not
Drei Viertel aller Websurfer benutzen inzwischen Suchhelfer: die von Maschinen geschaffenen Indexe wie Google oder AltaVista ebenso wie die von Menschenhand kreierten Verzeichnisse wie Yahoo oder das deutsche Web.de. Letztere enthalten zwar weit weniger Seiten als die großen Automaten, doch ihr Inhalt ist von menschlichen Hirnen auf Bedeutung geprüft und in logischen Suchbäumen verzeichnet. Und dennoch: Solche Verzeichnisse können mit dem Wachstum des Web kaum mithalten. "Wir haben mehr zu tun, als wir bewältigen können", sagt Monika Landenhammer, International Surfing Manager bei Yahoo. "Das Web wird immer komplexer." Die grauhaarige Bayerin, eine erfrischend Valley-untypische Erscheinung, ist Bibliothekarin von Beruf. Bibliothekarin? "Filtern und Zugangspunkte finden - das ist Bibliotheksarbeit", sagt sie lächelnd und hat das Gefühl, "zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.". Selbst die Yahoo-Chefredakteurin Srinija Srinivasan räumt offen ein, der Versuch, das Web von Hand zu katalogisieren, sei letztlich eine Sisyphusarbeit, ein verrücktes Unterfangen. Auch wenn Yahoo täglich rund 1000 Websites nachträgt: "Wir versuchen, ein unendliches Problem mit endlichen Ressourcen anzugehen." Doch auch den großen Suchmaschinen gelingt es immer seltener, aus Abermillionen indizierten Webseiten das Beste herauszupicken. Oft gerät eine Suche zu einem Schlammbad an Irrelevanz.
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