Hauptinhalt
GEO SAISON Nr. 08/12 Seite 1 von 1
Artikel vom


Fotogalerie: Die Top-Ten der europäischen Strände

Diese Strände haben es in sich. Wir präsentieren Ihnen unsere zehn Favoriten von der Nordsee bis zum Mittelmeer

Text von Petra Mikutta
1/11 |
Cala Macarelleta
© Michele Falzone/Photographer's Choice/Getty Images
Cala Macarelleta
MENORCA, CALA MACARELLETA: Kaum etwas zerbröselt dekorativer als Kalkstein. Davon kann man sich im Südwesten der Baleareninsel überzeugen, wo Buchten mit Pudersand und smaragdfarbenem Wasser als Mini-Jamaikas überzeugen, am besten die Cala Macarelleta westlich der Cala Macarella. Von dieser belebten Bucht dauert die atemraubende Kletterpartie hinauf auf die Klippen etwa 15 Minuten, dann geht es etwa genauso lang über eine steile Holztreppe hinunter. Am Ziel: eine Strandschönheit von knapp 200 Quadratmetern, die sich mit Felskragen und Bäumen als Accessoires schmückt. Wer die Mühen des Aufstiegs scheut, findet im Osten des Touristenortes Cala Galdana eine bildschöne Bucht mit Pinien, die fast das Meer küssen. Sie ist bequem per Auto erreichbar, daher aber in der Hauptsaison oft überlaufen: CALA MITJANA

Palombaggia, Korsika
© Karl-Heinz Raach/laif
Palombaggia, Korsika
KORSIKA, PALOMBAGGIA: Der Albtraum für Windsurfer: Fast jeden Tag herrscht Flaute. Und das klare Wasser ist so reglos und fällt so seicht ab, dass man das Gefühl hat, bis Rom an der gegenüberliegenden Küste laufen zu können. Und die Strandcafés? Nicht annähernd hip. Alle anderen, vor allem Familien, packen begeistert Schwimmreifen und Kühlboxen ein und fahren zur kilometerlangen weißen Bucht, etwa 15 Minuten südlich von Porto-Vecchio. Für schläfrige Eltern haben bis zu hundert Jahre alte Pinien ihre Schirme aufgespannt. Das Kinderprogramm ist perfekt: feinster Sand für Plastikschaufeln und Förmchen. Und im Tyrrhenischen Meer kann man wie im Aquarium ganz ohne Taucherbrille Fische beobachten, man braucht nur zwischen den runden Felsen im Wasser zu waten und den Blick zu senken. Strandwanderer klettern über ein paar Felsen und stapfen nach Süden von Bucht zu Bucht, eine gute halbe Stunde lang bis zum Cap d’Acciaghju mit den herrlichen Stränden von Tamaricciu und Acciaghju - und zurück. Und schon spielt der Himmel verrückt, glüht in Pink und Orange, sprenkelt Rost auf den Sand und gießt Gold und Blei ins Wasser, bis es funkelt. Nicht nur der Wind spart Palombaggia aus, auch die Zeit. Sie gilt hier einfach nicht. Tage vergehen ungezählt, und wieder daheim, sehen die meisten - Kinder ausgenommen - ein, zwei Jahre jünger aus. Wirklich
Dune Du Pyla
© hemis/laif
Dune Du Pyla
FRANKREICH (Aquitanien), DUNE DU PYLA: Gotische Miniburgen, Jugendstil-Schlösschen, antike Säulentempelchen ducken sich unter den Baumkronen: historisierende Bädervillen, errichtet ab Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Sommerfrische am Meer in Mode kam. Neben der Architektur sind Austern und Aufwinde die Attraktionen: Die Meeresfrüchte aus der Region gelten als besonders köstlich, und Gleitschirm- und Drachenflieger kreisen mit etwas Glück und viel Geschick stundenlang über der bis zu 107 Meter hohen, rund 500 Meter breiten und etwa drei Kilometer langen Dune du Pyla. Der höchste Sandhaufen Europas überragt ein paar Kilometer südlich des Städtchens Arcachon den Kiefernwald. Wer lieber am Boden bleibt, dem stehen am Bassin d’Arcachon etwa 85 Kilometer feinster, breiter Sandstrand zur Verfügung zum Baden, Surfen, Kitesurfen und Bodyboarden, dem Wellenreiten für die Kleinen; dazu verbinden Wanderwege die Küstendörfer - ein Abenteuerspielplatz, auf dem man bei der Suche nach Herausforderung und Erholung zwar selten allein ist, aber beides dennoch im Überfluss findet
Cala Luna
© Michele Falzone/Photographer's Choice/Getty Images
Cala Luna
SARDINIEN, CALA LUNA: Südlich des Hafenstädtchens Cala Gonone überzieht ein schneeweißes Lächeln die Küste: Einen 700 Meter langen Bogen beschreibt die Bucht Cala Luna im Osten der Insel, gerahmt von glattgeschmirgelten Felsen. Wacholderbüsche krallen sich an ihnen fest, aus jeder Nische quillt Grün. Im Frühsommer gefallen sich der rosafarben blühende Oleander und das türkisblaue Wasser im aktuellen Colour-Blocking-Look - wie einige der Badegäste. Die Sockel der Karstklippen am Golf von Orsei hat das Meer zu Bögen und Dächern geformt und metertiefe Höhlen hineingegraben. Deren Eingänge sind hochbegabte Schattenspieler, sehr beliebt bei Eltern mit Kindern auf der Flucht vor der Sonne. Im kleinen Wäldchen hinter dem Strand verstecken sich ein Restaurant mit Café. Wer die Bucht nicht vom Meer aus ansteuern will (Info s. re.), der muss feste Schuhe anziehen, braucht Sonnenhut und Rucksack. Etwa zweieinhalb Stunden dauert der Weg vom Parkplatz bei Cala Fuili zur Cala Luna. Man tastet sich über Steinfelder auf und ab, folgt Hohlwegen, schlängelt sich durch mannshohes Gebüsch, bewältigt ungnädige Steigungen und steht, das Ziel in Sichtweite, vor einer Lagune: himmlischer kann man nicht untertauchen
Myrtos Beach
© LatitudeStock/Ron Badkin/Gallo Images/Getty Images
Myrtos Beach
GRIECHENLAND (Kefalonia), MYRTOS BEACH: Die Hollywood-Schönheit verbirgt sich im Nordwesten der größten Ionischen Insel. Die halbmondförmige Kieselbucht, die sich in die Steilküste schmiegt, brillierte neben Nicolas Cage und Penelope Cruz in "Captain Corelli's Mandoline" Fans streiten, ob Myrtos Beach aus der Vogelperspektive oder auf Meeresniveau fotogener ist. Schmale Pfade schlängeln sich hinab. Ein paar Liegen stehen aufgereiht, es gibt ein kleines Restaurant. Und während man sich ausstreckt und mit einem Bier auf die kristallklare See blickt, wird rasch klar, welchem Lager man sich anschließt: beiden
Ellenbogen
© Heinz Wohner/LOOK-foto
Ellenbogen
SYLT, ELLENBOGEN: Wer Zweifel an der Existenz von guten Erdgeistern hat, der lege sich, Füße nach Süden, in eine Kuhle in die Dünen und schließe die Augen. Rechts brüllt die Nordsee, links nuschelt das Watt, und dazwischen: ein feiner Gesang, man möchte schwören, es ist... Isländisch? Man folgt ihm, mäandert über den "Ellenbogen" zum Leuchtturm an der Nordspitze und wieder zurück, und schon ist man zwei Stunden lang am Strand entlang spaziert, glücklich und summend, obwohl man stramme Böen im Gesicht und Sand in den Schuhen normalerweise hasst: Da ist Magie am Werk, eindeutig, selbst wenn sie bisher unsichtbar geblieben ist

Matalascanas
© age fotostock/LOOK-foto
Matalascanas
SPANIEN (Coto de Donana), MATALASCAÑAS: Dünen werfen gewaltige Wellen, und der Atlantik applaudiert donnernd. Der Wind tuschelt mit Grashalmen. Sie nicken, und ein Grüppchen Menschen lauscht und staunt. Auf rund 35 Kilometern spielt sich dies Schauspiel ab, nördlich des Guadalquivir-Deltas im Nationalpark Coto de Doñana, ein Weltnaturerbe. Die Landschaft an der Costa de la Luz, in der Flamingos und seltene Pardelluchse leben, lässt sich in Geländewagen-Safaris erkunden: Start ist bei der Parkverwaltung in El Acebuche. Doch auch am nahen Matalascañas-Strand, selbst im Sommer nie zu voll, sieht man mit etwas Glück Kaiseradler am Himmel kreisen
Five Finger Strand
© Riccardo Spila/SOPA/Corbis
Five Finger Strand
IRLAND (Donegal), FIVE FINGER STRAND: An Irlands Nordspitze zerrt Inishowen, die größte Halbinsel des Landes, als strebe sie Richtung Arktis. Der Süden ist nicht ihr Ding. Sie liebt raue Winde und Wellen, die einschüchtern, wie in der Trawbreaga Bay. Gleich am Eingang der Bucht, etwa vier Kilometer nördlich des Dorfes Malin im Westen der Halbinsel, liegt Five Finger. Bei Ebbe sind dort die fünf Felsen gut zu sehen, die wie gigantische Finger ins Wasser greifen und dem Strand den Namen gaben. Jacke schließen, Kragen hochschlagen und los geht’s, auf einige der höchsten Dünen des Kontinents: Oben angekommen, fühlt man sich wie der Entdecker einer neuen Welt
Kniepsand
© Karl Johaentges/LOOK-foto
Kniepsand
AMRUM, KNIEPSAND: Aus der Vogelperspektive sieht die nordfriesische Insel aus, als wäre ein gigantischer weißer Bumerang an ihrer etwa zwölf Kilometer langen Westküste gestrandet. Zum großen Teil besteht er aus einer wandernden Sandbank: Kniepsand. Über Jahrhunderte hat sie sich an Amrum angenähert und wird immer dicker: Bis zu einem Kilometer misst die breiteste Stelle. Schuhe ausziehen und losstapfen, bis man in der Sahara steht - so weit geht der Blick nur über Sand. Die frische Brise holt einen zurück nach Nordeuropa. Sie trägt das Kreischen der Seevögel heran, die im angrenzenden rund 700 Hektar großen Dünengürtel brüten, und nur vereinzelt Stimmen. Holzstege führen durch das geschützte Gebiet, der höchste der Sandberge ragt 32 Meter auf: "A Siatler" bei Norddorf, dem nördlichsten der fünf Dörfer. Der belebteste Ort ist Wittdün ganz im Süden, wo die Fähre aus Dagebüll anlegt (www.faehre.de). Motoren brummen, Autos hupen, Radfahrer klingeln, Besucher drängeln sich in Gassen, Cafés und Läden. Herrlich, dass die Wüste nur einen kurzen Spaziergang entfernt liegt
 Jurmala, Lettland
© age fotostock/LOOK-foto
Jurmala, Lettland
LETTLAND, JURMALA: Die Ostsee wabert wie Gelee. Die Mittagssonne versucht, es zu schmelzen, und hat erste Erfolge: Kleine Wellen bilden sich und legen sich mit einer Schar Krähen an, die zänkisch ihr Terrain verteidigen. Wozu? Der Sandstrand der Halbinsel Jurmala, etwa eine halbe Autostunde nördlich der Hauptstadt Riga, ist riesig: mehr als 30 Kilometer lang, gut 100 Meter breit und, außerhalb der Feriensaison, fast menschenleer. Im Sommer aber ist dies einer der Lieblingsstrände der Balten. Seit dem 19. Jahrhundert sind die Dörfer in den Kiefernwäldern die Badeorte der Schönen, Intellektuellen und Reichen. Ihr Vermächtnis: mehr als 4000 historische Gebäude, teilweise schön saniert, neue Paläste, errichtet vom osteuropäischen Geldadel, und einige Betonklötze aus der Sowjet-Ära. Selbst die haben heute meist ein liebenswertes Innenleben und machen Karrieren als Hotel oder Spa

Dieses Bild teilen auf:
Alle Fotos einblenden

Wo sonst als an einem Strand findet man die Muße, darüber nachzudenken, wie viele Sandkörner wohl in eine Hand passen - es sind rund drei Millionen - und warum der Blick übers Meer die Seele schnurren lässt. Wenn dann auch noch ein kleiner Kiosk... schon gut.

Hier kommen die 10 schönsten Strände in Europa.



Kommentar verfassen

Ja, ich möchte eine Benachrichtigung per Mail erhalten, wenn es neue Kommentare zu diesem Artikel gibt.
* Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine gültige Mailadresse ein. Diese wird später nicht auf unseren Seiten zu sehen sein. Um Missbrauch zu vermeiden, senden wir Ihnen jedoch eine Mail mit einem Aktivierungslink - einfach anklicken und schon ist Ihr Beitrag online!

Mit der Abgabe eines Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Momentan sind zu dem Artikel "Die Top-Ten der europäischen Strände" keine Kommentare vorhanden.


Daten werden gesendet ...


Bitte geben Sie Ihren Namen an!


Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an!
Die angegebene E-Mail-Adresse ist ungültig!


Bitte geben Sie eine Empfänger-Adresse an!
Die angegebene E-Mail-Adresse ist ungültig!




* Pflichtfeld

» E-Mail versenden «
Hinweis: Ihre E-Mail-Adresse und die E-Mail-Adresse des Empfängers werden ausschließlich zu Übertragungszwecken verwendet und nicht gespeichert oder an Dritte weitergeben!