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Städtereise: Städtereise: Turin

Hohe Berge, spitze Pralinen, barocke Paläste und eine riesige Kuppel: Die Hauptstadt des Piemont liebt den Superlativ. Tipps für einen kultur- und schokoladenreichen Stadtbummel

Text von Lena Reckeweg

Die Piazza San Carlo ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch lecker: Hier bekommt man köstliche Nougatpralinen (Foto von: age fotostock/LOOK-foto)
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Die Piazza San Carlo ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch lecker: Hier bekommt man köstliche Nougatpralinen

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Für den besten Blick lohnt sich der kurze, nicht sehr steile Marsch auf den Monte dei Cappuccini. Wie kunstvolle Giebel, die stilistisch mit den Fassaden der barocken Altstadt harmonieren, wirkt die imposante Alpenkulisse von hier oben. Darunter breitet sich ein Prachtstück von Stadt aus – mit wohlsortierten Straßen und 18 Kilometer Arkaden, umschmeichelt vom satten Grün des Flusses Po. Wer mag, bleibt noch ein wenig auf dem Monte und informiert sich im Museo Nazionale della Montagna über die Bergwelt
( www.museomontagna.org ; montags geschlossen).
Der Weg in die Altstadt führt über einen der größten Plätze Europas, die Piazza Vittorio Veneto.
Gleich hinter dem Platz liegt das Wahrzeichen der Stadt: die Mole Antonelliana. Der markante Kuppelbau ragt höher in den Himmel als jedes andere Gebäude Italiens. Nur einer von vielen Superlativen. Nicht nur sein Panoramabalkon lohnt einen Besuch, sondern auch das hier ansässige Museo Nazionale del Cinema, u. a. mit Kostümen aus Italiens reicher Kinogeschichte (Via Montebello 20, www.museonazionaledelcinema.it ).


Sehr viel weiter zurück in die Vergangenheit führt ein Besuch des Museo Egizio, des ältesten Ägyptischen Museums weltweit, das in seiner Größe nur von dem in Kairo übertroffen wird (Via Accademia delle Scienze 6, www.museoegizio.it ; montags geschlossen).
Wer sich weder für Mumien noch für die bedeutende Papyrussammlung interessiert, findet womöglich Freude an einem anderen Stoff: dem Turiner Grabtuch, dem angeblichen Leichentuch Christi. Über seine sagenumwobene Geschichte informiert das Museo della Sindone (Via San Domenico 28, www.sindone.org ).

Ein Foto des Tuchs ist in der linken Kapelle des Duomo di San Giovanni zu sehen, das Original nur selten bei religiösen Zeremonien (Via XX Settembre 87, www.imonumenti.it ). Gleich nebenan: der Palazzo Reale, in dem die Savoyer Dynastie seit 1646 residierte (Piazzetta Reale, www.ambienteto.arti.beniculturali.it ). Sie stellte von 1861 bis 1946 die Könige Italiens und prägte das Stadtbild als Auftraggeber im piemontesischen Barock, dessen wichtigstes Exempel der Palazzo Carignano ist (Via Accademia delle Scienze 51). Ganz modern dagegen die von Renzo Piano umgebaute ehemalige Fiat-Fabrik im Stadtteil Lingotto. Über die Teststrecke auf dem Dach rast niemand mehr, stattdessen sausen Besucher durch die Shopping Mall oder schlendern in der Pinacoteca Giovanni e Marella Agnelli durch die Kunstsammlung des früheren Fiat-Bosses und seiner Frau (Via Nizza 230, www.pinacoteca-agnelli.it ). Glanzstücke der Automobilgeschichte stehen im nahen, nach großem Umbau im vergangenen Jahr wiedereröffneten Museo dell'Automobile (Corso Unità d'Italia 40, www.museoauto.it ). Designerkleidung für den eigenen Auftritt kauft man an der exklusiven Via Roma, die vom Bahnhof bis zum Palazzo Reale führt, oder an der autofreien Via Garibaldi, einer der ältesten Straßen der Stadt.


Naschen, Trinken, Essen
Die italienische Stadt mit den meisten historischen Cafés hat naturgemäß jede Menge Spezialitäten hervorgebracht. Etwa Bicerin, ein Getränk aus Espresso, Schokolade und Sahne, das seit 1763 im Al Bicerin serviert wird (Piazza della Consolata 5, www.bicerin.it ). Oder Gianduiotto, eine spitze Nougatpraline, die im Caffè Torino an der Piazza San Carlo (Nr. 204) oder im Baratti & Milano (Piazza Castello 29) zu haben ist. Wenn Turin vom 2. bis 11. März das Schokoladenfestival "Cioccolatò" feiert, machen auch viele Cafés mit (www.cioccolato.it).
Das Pepino, Turins ältestes Eiscafé, erfand das Eis auf die Hand (Piazza Carignano 8, www.gelatipepino.it ). Grissini, auch eine Turiner Spezialität, werden in Restaurants als Starter gereicht, etwa in der Taberna Libraria (Via Bogino 5, Tel. 0039-011-812 80 28, www.tabernalibraria.to.it ) oder im Ristorante Tre Galline 16 (Via Bellezia 37, Tel. 0039- 011-436 65 53, www.3galline.it ; sonntags geschlossen).

Übernachten
Am Bahnhof liegt das günstige Best Western Hotel Genio (Corso Vittorio Emanuele 47, 0039-011- 650 57 71, www.hotelgenio.it ; DZ/F ab 110 Euro). Hinter der schlichten Fassade des Principi di Piemonte wartet ein Fünf-Sterne-Hotel mit tollem Spa (Via P. Gobetti 15, 0039-011-5 51 51, www.atahotels.it ; DZ/F ab 200 Euro). Zentraler als im charmanten Grand Hotel Sitea kann man kaum wohnen (Via Carlo Alberto 35, 0039-011-517 01 71, www.grandhotelsitea.it , DZ/F 178 Euro). Das Hotel NH Lingotto 20 in der alten Fiat-Fabrik hat Renzo Piano loftartig gestaltet (Via Nizza 262, Tel. 0039-011- 66 42 00, www.nh-hotels.com ; DZ/F ab 125 Euro).




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