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GEO SAISON Nr. 12/12 Seite 1 von 3


Maskenzauber im Salzburger Land

Zur Wintersonnenwende ziehen in den Dörfern des Salzburger Landes unheimliche Gestalten von Hof zu Hof. Ihr Maskenzauber soll die Dämonen der Kälte verscheuchen. GEO SAISON-Autor Olaf Tarmas folgte den "Perchten" und "Tresterern"

Text von Olaf Tarmas

Winterzauber im Salzburger Land  (Foto von: Pritz Pritz/F1online/Getty Images)
© Pritz Pritz/F1online/Getty Images
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Winterzauber im Salzburger Land

Das nennt man wohl einen Scheinsieg: Kaum hat im Duell Sommer gegen Winter die Verkörperung der lichten Jahreszeit die böse, zottelige Winterfigur in den Schnee gestoßen, fegen orkanartige Böen übers Voralpenland, und Eisregen prasselt herab. Doch die maskierte, in Fell und Federn gekleidete Schar, die die beiden Figuren begleitet, lässt sich vom Wetter nicht entmutigen. Gut gelaunt ziehen die Gollinger Perchten von einem Hof zum nächsten.

Aufgeben kommt nicht in Frage – wie könnten sie auch, sind sie doch verantwortlich für den ordnungsgemäßen Ablauf der Jahreszeiten. Dafür, dass auch vom nächsten Hof die garstigen Wintergeister vertrieben werden. Lieber lassen die Teilnehmer den Flachmann mit dem Zirbelschnaps kreisen, wickeln sich fester in ihre Schafsfelle und stemmen sich gegen den Sturm. Fünfzehn Höfe liegen auf ihrer Tour, fünfzehn Mal versammeln sich die Perchten vor den Höfen, die mit ihren weiß verputzten Fassaden und den adretten Holzbalkonen unter den typischen ausladenden Dächern einen äußerst gepflegten Eindruck machen.

Das ist auch besser so, schließlich prüfen die Schnabelperchten mit ihren starren Zirbelholzmasken und den großen Scheren genau, ob auch alles ordentlich ist auf dem Hof. Wenn nicht, wird, so will es der Brauch, der verantwortlichen Person der Bauch aufgeschnitten und der Unrat hineingeschaufelt. Zimperlich sind sie nicht, die mythischen Gestalten.


Wie in GOLLING leben auch anderswo im Salzburger Land seit einigen Jahren Rituale wieder auf, mit denen die Bürger von Alters her die Wintersonnenwende feiern. Nicht überall wird dabei gleich viel Wert auf die Tradition gelegt. In einigen Orten sind aus den Perchtenläufen folkloristische Umzüge geworden, anderswo muten die Masken der bösen Schiachperchten eher wie Fantasy-Fratzen aus dem "Herrn der Ringe" an. "Wenn Didgeridoos zum Einsatz kommen, hat das mit Tradition nicht mehr viel zu tun", moniert ein Mitglied der Gollinger Perchten allzu beliebige Interpretationen des Rituals.


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