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Genussreise: Genießertrip: Burgenland

Die Grenzregion zu Ungarn wirkt wie ein mediterranes Stück Österreich. Winzer Martin Weinek empfiehlt einen Genießertrip zu den Hügeln und Buschenschänken

Text von Olaf Tarmas

Blick auf die Burg Güssing im österreichischen Burgenland (Foto von: imago/imagebroker/Bahnmüller)
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Blick auf die Burg Güssing im österreichischen Burgenland

Ein Wort sagt alles: pannonisch. Das Klima, das Essen, die Mentalität - im Burgenland, erzählt Martin Weinek, sei alles pannonisch. Und das heißt: anders als im Rest von Österreich. Keine Berge, stattdessen Hügel, Flachland und ein riesiger Steppensee. Wenig Wald, dafür Weinfelder. Dazu ein mildes, fast südliches Klima und eine Bevölkerung, in der sich Österreicher mit Ungarn, Kroaten und Roma mischen. Reichte doch einst die römische Provinz Pannonien bis nach Ungarn, Serbien und Kroatien. Das daraus abgeleitete Adjektiv steht für eine entspannte, mediterrane Lebensart, nur ohne Mittelmeer. "Hier geht alles eine Note langsamer, genussvoller zu als im übrigen Land", sagt Weinek. Der Schauspieler hat sich eine zweite Existenz als Winzer und Gastwirt aufgebaut. Und kürzlich mit seinem Bruder Andreas eine "Gebrauchsanweisung für das Burgenland" geschrieben.


Diese Lebensart pflegt Weinek bevorzugt auf der Terrasse seines Kellerstöckels, eines weißgetünchten Hauses, das in den Hang seines Weinguts gebaut ist und früher als Weinlager diente. Gleich hinter der Streuobstwiese wachsen die Reben. Aus den historischen Sorten Isabella, Ripatella, Elvira, Noah und Clinton keltert er einen Wein, den es nur im Burgenland gibt: den Uhudler. An dessen "Fox-Ton", die berühmt-berüchtigte Fuchsbau-Note, muss man sich allerdings gewöhnen. Das ist aber auch schon die einzige Herausforderung, die das Burgenland an Urlauber stellt. Unangestrengter kann man kaum reisen. Man unternimmt kleine Wanderungen oder Radtouren durch das hügelige Terrain, besichtigt die eine oder andere Burg, zum Beispiel in Güssing. Und am Neusiedler See geraten Surfer und Birdwatcher ins Schwärmen. Das eigentümliche Gewässer ist so groß, dass man nicht von einem Ende zum anderen sehen kann - und selten tiefer als zwei Meter. Den größten Teil des Ufers bedeckt Schilf, wo es Lücken lässt, wie in Neusiedl am See, liegen Strandbäder. In Rust am See ist die bekannteste Figur des Burgenlandes beheimatet: der "Winzerkönig". Die TV-Wein-Saga mit Harald Krassnitzer in der Hauptrolle wird dort gedreht, schließlich hat die Region neben dem eher skurrilen Uhudler auch andere Qualitätsweine zu bieten, vor allem Blaufränkisch und Welschriesling. Die genießt der Gast am besten direkt beim Winzer oder Bauern, in den Buschenschänken. Auch Martin und Eva Weinek betreiben eine solche saisonale Wirtsstube, in der sie von Mai bis Oktober (Öffnungszeiten s. u.) eigene und lokale Erzeugnisse servieren, Spezialitäten vom Mangalica-Wollschwein etwa, berühmt für sein aromatisches, durchaus nicht fettarmes Fleisch. Auch Steaks von wiederangesiedelten Steppenrindern und Wasserbüffeln stehen auf den Speisekarten, oft mit Paprika-Sauce, schließlich beginnt die Puszta im Burgenland.

Und nach dem Essen? "Sternschnuppen zählen", empfiehlt Martin Weinek. "Die wenigen Städte sind weit weg, der Himmel ist meist klar und die Seele (nach einem Uhudler) empfänglich." Ihm sei immer "ganz besonders zumute" in den lauen Sommernächten, sagt der Winzer und sucht nach einem Wort, das es genauer trifft. Dann findet er es: "pannonisch".


Übernachten:
Zu gemütlichen Ferienhäuschen umgebaute Kellerstöckl finden sich unter "Pannonisch Wohnen" auf der Homepage des Burgenlandes: www.burgenland. info/de. Martin und Eva Weineks Kellerstöckl liegt in Hagensdorf. Tel. 0043-3-32 42 00 82, www.weinek-wein.at ; DZ 60 €

Essen & Trinken:
Im historischen Kellerviertel von Heiligenbrunn kredenzen die Winzer in ihren Buschenschänken die köstlichen Kostproben ihrer Arbeit. www.kellerviertelheiligenbrunn.at

Lesen:
Andreas und Martin Weinek, "Gebrauchsanweisung für das Burgenland", Piper, 14,95 €


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