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China: Die "101 wichtigsten Fragen"

China, ein Land, das Diskussionen aufwirft und zu dem es viele Meinungen gibt. Oft scheint es aber, dass sich nur Wenige wirklich mit dem Reich der Mitte auskennen. Wir haben mit einem Experten gesprochen


GEO.de: Prof. van Ess, in Ihrem Buch beantworten Sie aus verschiedenen Bereichen die 101 wichtigsten Fragen zu China. Ohne Zweifel gibt es sicherlich noch viel mehr Fragen auf diesem Gebiet. Wie sind Sie bei Ihrer Auswahl vorgegangen?
Prof. Hans van Ess: Das ist natürlich vollkommen richtig, dass 101 eine ganz willkürlich gegriffene Zahl ist, und dass man viel mehr zu China sagen könnte. Ich habe mir zunächst die wichtigsten Bereiche angeschaut, die man meiner Meinung nach zu China wissen sollte. Unter diesen Bereichen sind Fragen beantwortet, die ich in den letzten Jahren immer wieder bei meinen Vorträgen gestellt bekommen habe. Im Laufe der Zeit habe ich einfach gemerkt, dass es bestimmte Themenkreise gibt, die die Zuhörer immer wieder interessieren. Ein großer Teil der Fragen in meinem Buch geht also auf diese Vortragsreihen zurück. Es gibt sicherlich noch hier und da ein paar Dinge, die man ansprechen könnte, aber ich denke das Wichtigste ist in dem Buch erfasst.

Sie sprechen einige komplexe Themen an, wie zum Beispiel "Gehört Tibet zu China" oder "Wird es im Land bald Demokratie geben". Kann man solche Fragen wirklich hinreichend in dieser Kürze beantworten?
Nein, auf keinen Fall. Gerade bei der Frage "Gehört Tibet zu China?" gibt es Hunderte von Buchmetern, die man gelesen haben sollte, um dieses Thema einigermaßen einzuschätzen. Worum es mir ging, war, Argumente zu nennen, die in Deutschland nicht sehr oft gehört werden. Wer aufmerksam die Medien verfolgt, muss ebenfalls feststellen, dass die Berichterstattung eigentlich sehr einförmig ist. In meinem Buch wollte ich vor allem eine nicht-europäische Position herausstellen. Eine Position, die in China sehr oft zu hören ist, und die man meines Erachtens zur Kenntnis nehmen sollte. Man muss diese Argumente nicht vertreten, sollte sie aber kennen und überlegen, ob man nicht vielleicht doch das eine oder andere zu seinen eigenen Überlegungen hinzufügen könnte.

Fragen wie "Denken Chinesen anders?" oder "Sind Chinesen musikalisch?" sind nicht mit Fakten zu beantworten. Wie sind Sie an diese Punkte herangegangen?
Auch bei solchen Fragen gibt es natürlich ein paar Fakten, die zu nennen sind. Sie stammen meist aus der alten, traditionellen chinesischen Literatur. Darauf basierend muss man sie in die moderne Gesellschaft übertragen. Ich selber reise oft nach China, habe dort zwei Jahre studiert und Erfahrungen gesammelt, die bei diesen Fragen mit einfließen. Zudem habe ich aktuelle wissenschaftliche Diskussionen aufgegriffen und darin meine eigene Meinung vertreten. Aber letztendlich, ob nun Chinese oder Europäer, sind wir alle Menschen und trotz unterschiedlicher Kulturkreise ist das Verbindende stärker als das Trennende. Was ich dem Leser also vermitteln möchte, ist, dass es zwar aus der Tradition heraus spezielle Herangehensweisen an Dinge gibt - die sozusagen den Unterschied ausmachen - am Ende aber die Motive, die Menschen bewegen, doch von ähnlichen Dingen gesteuert sind.



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Kommentare zu "China: Die "101 wichtigsten Fragen""

Dieter Reichel | 13.06.2012 21:01

Beim Thema Menschenrechte in China geht es in erster Linie um die von der kommunistischen Parteispitze ausgelegte Interpretation, die in erster Linie zur Erhaltung der Macht und den damit verbundenen Pfründen dient. Es ist im wesentlichen die Fortsetzung der Ansichten der alten Kaiserdynastien und ihrer Mandarine, insofern ist sie typisch chinesisch, was aber nicht heisst, dass sie damit auch rechtens ist oder die Würde des Einzelnen berücksichtigt. Ich habe China von Xinjiang bis Beijing inklusive Tibet oftmals bereist, habe 4 Jahre Mandarin gelernt und mit vielen Menschen dort gesprochen. Kommunistische Systeme sind eben nur unter Diktaturen einigermassen haltbar. Beitrag melden!

JuliusWoo | 14.09.2008 01:14

Was Herr Schwank durch westlichen Medien erlebt haben ist nicht alles wahr.
Man muss mal vor Ort selbst erfahren, um einen gerechten Kommentar zu geben. Beitrag melden!

Erwin H. Schwank | 08.08.2008 14:25

Zitat
Ich denke, es ist wichtig zu verstehen, dass unter Menschenrechten verschiedene Dinge verstanden werden können und die hierzulande vertretene Sichtweise eine absolut andere ist, als die der Menschen in China.
/Zitat

Herr Professor, es können unter Menschenrechten nicht verschieden Ding verstanden werden. Die Menschenrechte stehen jedem Menschen auf unserer Erde zu. Sie sind nicht relativierbar, so gerne es Freunde von Diktaturen auch versuchen. Es gibt eine für alle Menschen gültige UN Charta der Menschenrechte, die auch das UN-Mitglied VR China unterschrieben hat.
Aber es ist mal wieder typisch, ein deutscher Professor der die Menschenrechte relativiert. Hatten wir das nicht schon mal? Und haben aber auch nichts dazu gelernt?
Ein Schande dass so jemand hier Studenten unterrichten darf. Beitrag melden!


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