Hauptinhalt
GEO SAISON Nr. 09/12 Seite 1 von 2


Asturien: Eine Reise für Entdecker

Heiter bis wolkig. Entlang der Costa Verde geht es von Fischerörtchen zu Fischerörtchen durch Nordspaniens üppig-wilden Grünstreifen

Text von Olaf Tarmas

CUDILLERO & LASTRES

Himmelblau, Ochsenblutrot, Pistaziengrün: Asturische Hausbesitzer lieben es bunt – ein Anblick, der an Regentagen aufmuntert. Denn von denen gibt es auch im Sommer genug. Irgendwo muss das satte Grün in Spaniens Norden ja herkommen. Diese Art Lokalkolorit findet der Gast auch in Cudillero , einem Fischerstädtchen, das den Naturgewalten Respekt zollt: Eng schmiegen sich die Häuser in einen geschützten Talkessel und dessen Hänge, als suchten sie Zuflucht vor dem rauen und stets etwas bedrohlichen kantabrischen Meer. Die Orte der Geselligkeit, die steilen Treppenviertel und kleinen Plätze mit ihren Bars und Tavernen, halten respektvollen Abstand zum Wasser.


Die bunten Fassaden des Fischerdorfes Cudillero spiegeln sich im Meer (Foto von: Duncan Maxwell/Robert Harding World Imagery/Corbis)
© Duncan Maxwell/Robert Harding World Imagery/Corbis
Foto vergrößern
Die bunten Fassaden des Fischerdorfes Cudillero spiegeln sich im Meer

Noch weiter landeinwärts steht die orangerote Casona de la Paca. Die Villa wurde Ende des 19. Jahrhunderts von einer asturischen Familie errichtet, die auf Kuba mit Tabak und Zuckerrohr ein Vermögen gemacht hatte. Indianos nannte man solche Rückkehrer aus der Neuen Welt, Casonas de Indianos ihre prunkvollen Residenzen, die sich überall an der asturischen Küste finden. Die heutige Besitzerin entdeckte das damals verfallene "Indianer-Haus" vor zwanzig Jahren und renovierte es über fünf Jahre hinweg zu einem feinen Hotel im Kolonialstil (El Pito, Tel. 0034-985-59 13 03, www.casonadelapaca.com).

Wie Cudillero hält auch Lastres gebührenden Abstand zum Meer. Die kleine Stadt mit ihren Häusern aus gelbem Bruchstein klettert an einem Hang empor, der Hafen ist auch hier ein eher schmuckloser Ort der Arbeit, an dem man sich nicht länger als nötig aufhält. Von weiter oben bietet sich ohnehin ein schönerer Blick über die asturische Klippenküste – zum Beispiel vom Hotel und Restaurant Eutimio aus. Der Familienbetrieb, zu dem eine kleine Konservenproduktion gehört, serviert köstliche Fischspezialitäten. Sehr empfehlenswert ist der warme Salat mit Seeteufel und Pilzen (Calle San Antonio, Tel. 0034-985-85 00 12, www.casaeutimio.com).


RIBADESELLA

Weißer Sandstrand, türkisfarbenes Meer, Casonas de Indianos mit Palmen im Vorgarten, ringsum üppig grüne Berge: Wer bei Sonnenschein die Strandpromenade des Fischerorts entlangspaziert, wähnt sich in karibischen Gefilden. Spanische Sommerfrischler und Heimkehrer aus der Neuen Welt haben das Strandviertel mit der Aura eines alten Seebads zu Beginn des letzten Jahrhunderts angelegt. Doch die Karibik-Illusion kann sich schnell verflüchtigen: Einen Tag, manchmal auch nur ein paar Stunden nach einer Sonnenphase spazieren Besucher in einer Mischung aus Sprühregen und Gischt am Strand entlang, der plötzlich an die Nordsee erinnert. Zum Glück halten viele der renovierten Casonas de Indianos für kühles Wetter Kamine bereit. Gemütlich ist es dann zum Beispiel in der Villa Rosario, die mit ihren Erkern und Türmchen fast schon schlossartige Ausmaße annimmt (Calle Dionisio Ruisanchez 6, Tel. 0034-985-86 00 90, www.hotelvillarosario.com).

Dass Indoor-Aktivitäten in Ribadesella eine überaus lange Tradition haben, wird Besuchern der Höhlen von Tito Bustillo klar: Bereits vor etwa 22 000 Jahren zogen sich Steinzeit-Künstler aus den bewohnten Höhleneingängen tief ins Innere der Karstberge zurück und bemalten im Fackelschein die Wände mit Pferde- und Hirschmotiven. Eine Führung durch die hallenartigen Tropfsteinhöhlen mit den rätselhaften Wandmalereien lohnt sich.

Am Steilufer von Cuerres unweit der Stadt erwartet Costa-Verde-Reisende die nächste Verwirrung: Dieser Duft nach Gräsern und Meer, der graue Fels, die satten Kleematten und grünen Bergrücken – das alles mutet irisch an. Ein Spaziergang entlang der Klippen zeigt einmal mehr, was den Reiz Asturiens ausmacht: Hier mischen sich Eindrücke, die das touristische Bewusstsein sonst fein säuberlich trennt oder ganz verschiedenen Erdteilen zuschreibt. Ein bisschen Island ist auch noch dabei: Durch Aushöhlungen im Küstengestein schießen bei starker Brandung geysirartige Fontänen in die Höhe und versprühen ihre Gischt über die Wiesen. Am eindrucksvollsten sind diese "bufones" bei Arenillas (Küstenwanderweg E-9 zwischen Llanes und Pendueles).


loading ...
Kartenansicht wird
geladen ...

Wetter & Klima: Asturien

Aktuelles Wetter



» Wetter Asturien

Klimadaten im

 
  • 21,9 °C max/ 13,1 °C min
  • 58 mm
  • 12 Regentage
  • 43% Sonne

» Klima Asturien




Seite 1 von 2
Kommentar verfassen

Ja, ich möchte eine Benachrichtigung per Mail erhalten, wenn es neue Kommentare zu diesem Artikel gibt.
* Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine gültige Mailadresse ein. Diese wird später nicht auf unseren Seiten zu sehen sein. Um Missbrauch zu vermeiden, senden wir Ihnen jedoch eine Mail mit einem Aktivierungslink - einfach anklicken und schon ist Ihr Beitrag online!

Mit der Abgabe eines Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Momentan sind zu dem Artikel "Asturien: Eine Reise für Entdecker" keine Kommentare vorhanden.


Daten werden gesendet ...


Bitte geben Sie Ihren Namen an!


Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an!
Die angegebene E-Mail-Adresse ist ungültig!


Bitte geben Sie eine Empfänger-Adresse an!
Die angegebene E-Mail-Adresse ist ungültig!




* Pflichtfeld

» E-Mail versenden «
Hinweis: Ihre E-Mail-Adresse und die E-Mail-Adresse des Empfängers werden ausschließlich zu Übertragungszwecken verwendet und nicht gespeichert oder an Dritte weitergeben!