Hauptinhalt


Urlaubsvideos: ...und Action!

Viele Reisende drehen im Urlaub Videos und stellen sie bei You Tube in der Kategorie "Reisen und Events" ein. Hier ein paar Tipps und Infos für künftige Ferien-Filmemacher

Text von Dirk Lehmann

 

© YouTube/user/manniac
Für ein gelungenes Urlaubsvideo braucht man eine ruhige Hand und eine gute Struktur

"Hi everybody, this is Matt, your Cruiseinspector from Germany", so beginnen die englischsprachigen Filme von Matthias Morr. Der Hamburger ist ein Video-Kreuzfahrtexperte und berichtet in seinen Clips von Bord. Das macht er in einem deutlich deutsch klingenden, nicht ganz fehlerfreien Englisch, und doch ist Morr ziemlich erfolgreich. 220 Abonnenten hat der englische Kanal cruiseinspector, immerhin rund 10.000 Aufrufe. Die deutsche Ausgabe schiffstester hat mehr als 700 Abonnenten und rund 1,3 Millionen Aufrufe. Wer auf www.youtube.com die Kategorie "Reisen und Events" aufruft, kann unter einer Vielzahl von Filmen wählen. Wie erfolgreich selbst simpel gestrickte Programme sein können, zeigt der Kanal von Manniac. Hier berichtet ein junger Berliner von seinen Reisen, etwa über seinen mehrmonatigen Trip durch Australien. Obwohl manche Clips bis zu 20 Minuten lang sind, hat Manniac mehr als 10.000 Abonnenten, die Videos in seinem Kanal zählen rund 125.000 Aufrufe. Bevor ein Film anfängt, läuft sogar eine kurze Werbung.


Das Geheimnis für den Erfolg von Manniac: Er ist echt, ein Junge, der sich einen Traum erfüllt hat, nach Australien geflogen ist, sich da ein Auto gekauft hat und durch das Land gefahren ist. Der Film zu dieser Reise, untermalt von Gitarrenmusik, zeigt ein Australien der Klischees. Und doch wirkt Manniac glaubwürdig. YouTube kreiert neue, normale Medienstars. Sie brauchen kein Marketing, keine Verleger, kein großes Equipment. Täglich werden drei Milliarden Videos abgerufen, pro Minute erscheinen 48 Stunden neues Filmmaterial. Hier ein paar technische Tipps für Leser, die selbst Urlaubsclips herstellen und präsentieren möchten:

Für den gängigen YouTube-Film genügt eine Digitalkamera mit Movie-Funktion. Stiftung Warentest hat 21 Camcorder von 160 bis 1700 Euro getestet, schon die Einsteigermodelle von Canon, JVC, Panasonic und Sony liefern sehr gute Filme. Welches Modell das richtige ist, so die Tester, entscheidet der Einsatzzweck. Wer reist, braucht eine robuste Kamera, am besten ein Gerät mit integriertem Speicher. Was die Auflösung betrifft, reicht HD oder gar SD. Denn je höher die Auflösung, desto umfangreicher die Dateien, die handzuhaben kostet viel Zeit, viel Speicher. Und unnötig ist es außerdem, denn die meisten Web-Videos öffnen sich nur in einem kleinen Fenster im Web-Browser.

Viele Ferien-Regisseure filmen einfach drauflos. Fotos funktionieren als Schnappschüsse, Filmszenen sind aber Teil eines Ganzen. Fernseh-Mann Axel Rogge, Autor des Sachbuchs "Die Videoschnitt- Schule", empfiehlt, eine Art Drehbuch zu entwickeln: Wie will man die Geschichte erzählen, gibt es einen Fokus oder handelnde Personen? Wer das berücksichtigt, hat beim Schnitt weniger Arbeit. Noch besser ist es, wenn man auch Details filmt und Standbilder macht, Perspektivwechsel und Gegenschnitte. Doch Achtung: Nicht aus der Hand schwenken (Verwackelungsgefahr!), nicht unbegründet zoomen - an solche Szenen lässt sich nicht leicht anschließen.

André Bartak produziert viele Videos für GEO.de. Sein Favorit für den Videoschnitt ist iMovie, das Programm gehört zum Betriebssystem von Apple (für PCs z. B. Movie Maker). Damit lassen sich Filme einfach importieren, Bildsequenzen werden durch das Aufziehen von Rahmen geschnitten und per drag and drop positioniert. Man kann einen Soundtrack unterlegen oder einen Text über die Bilder sprechen, dafür empfiehlt sich allerdings die Verwendung eines Mikros, sonst klingt der Ton wie aus der Tonne. Nicht verzweifeln, es wird eine Weile dauern, bis der erste Film wirklich funktioniert. Aber dann kann es losgehen: "Hi everybody, this is your hotelinspector from Germany..."



Kommentar verfassen

Ja, ich möchte eine Benachrichtigung per Mail erhalten, wenn es neue Kommentare zu diesem Artikel gibt.
* Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine gültige Mailadresse ein. Diese wird später nicht auf unseren Seiten zu sehen sein. Um Missbrauch zu vermeiden, senden wir Ihnen jedoch eine Mail mit einem Aktivierungslink - einfach anklicken und schon ist Ihr Beitrag online!

Mit der Abgabe eines Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Momentan sind zu dem Artikel "...und Action!" keine Kommentare vorhanden.


Daten werden gesendet ...


Bitte geben Sie Ihren Namen an!


Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an!
Die angegebene E-Mail-Adresse ist ungültig!


Bitte geben Sie eine Empfänger-Adresse an!
Die angegebene E-Mail-Adresse ist ungültig!




* Pflichtfeld

» E-Mail versenden «
Hinweis: Ihre E-Mail-Adresse und die E-Mail-Adresse des Empfängers werden ausschließlich zu Übertragungszwecken verwendet und nicht gespeichert oder an Dritte weitergeben!