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Grün reisen: Grün reisen: Naturgesetze

Was kann das Klimahotel, was darf der Biohof, und was will der Sticker mit einer Blüte versprechen? Pfade durch den Dschungel der Ökobegriffe und -zertifizierungen

Text von Andrea Freund

Wer nicht im Freien schläft, muss sich selbst schlau machen, wie grün sein Hotel ist (Foto von: Felipe Dupouy/ gettyimages)
© Felipe Dupouy/ gettyimages
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Wer nicht im Freien schläft, muss sich selbst schlau machen, wie grün sein Hotel ist

Nachhaltig urlauben - ein Trend, der Reisenden jede Menge Öko-, Bio-, Natur- und Klimahotels beschert hat. Man kann mülltrennende Design- und Luxushotels buchen, auf dem Land, am Meer und in der Stadt, oder ein Haus mit niedriger Energiebilanz. Das "Hotel Stadthalle" in Wien weist sogar eine "Null- Energie-Bilanz" vor - allerdings ist die Wäscherei ausgelagert.
Eine Studie des WWF besagt, dass künftig jeder vierte Urlauber auf die Umweltfreundlichkeit seiner Unterkunft Wert legen wird. Doch: "Es gibt in Deutschland keine verbindlichen Begriffe und Zeichen für die Hotellerie", sagt Monika Büning vom Bundesverband der Verbraucherzentralen. "Man muss sich selbst schlau machen."
Wir beantworten sechs häufig gestellte Fragen.

Mehr als wohlklingende Vorsilben?
Bio, Öko, Natur - jedes Hotel darf die Begriffe verwenden, denn sie sind nicht geschützt. Erst wer auf der Speisekarte ein Steak vom "Biorind" oder "Ökokarotten" auflistet, muss nachweisen, dass Umweltaspekte erfüllt sind. Viele Siegel sind nicht mehr als Deko. Zu den Ausnahmen zählen das sechseckige deutsche Biosiegel und das blattförmige europäische Biosiegel; beide garantieren die Einhaltung der EU-Ökoverordnung bei Lebensmitteln und Getränken. Viele zertifizierte Hotels bieten bewusst nicht 100 Prozent Bio an: Die CO2-Bilanz einer Biotomate aus Israel erscheint ihnen nicht akzeptabel, wenn der Bauer nebenan bei seinen Produkten Pestizide äußert sparsam einsetzt.


Wofür stehen "Biohotels"?
70 Häuser in Europa sind Mitglieder der Kooperation "Biohotels": Die Küche verwendet ausschließlich biologische und möglichst regionale Produkte, in Bädern und Spas liegt Naturkosmetik bereit. Häuser mit dem Umweltsiegel "ehc" ("eco hotels certified") setzen darüber hinaus auf Ökostrom. www.biohotels.info

Was garantiert die EU?
Seit 2003 können Hotels mit dem "EU Eco-Label" nachweisen, dass sie Ressourcen schonen und erneuerbare Energie nutzen. Bisher schmückt sich in Deutschland nur das "Scandic Hotel Berlin" damit. Die Branche hierzulande findet, das Siegel sei zu unbekannt, zu teuer und nicht streng genug. www.eco-label.com


Wie grün ist der Fachverband?
"80 Prozent der Betriebe in Deutschland sind umweltorientiert", sagt Stefanie Heckel vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga), dem rund zwei Drittel der 37 000 Hotels in Deutschland angehören. Noch in diesem Jahr will er eine eigene Umweltauszeichnung einführen. www.dehoga-bundesverband.de

Was verspricht "Viabono"?
Ohne CO2-Fußabdruck geht bei Viabono nichts mehr. 102 Hotels haben sich der Dachmarke angeschlossen, die unter anderem den CO2-Ausstoß pro Nacht und Gast ermittelt, neun Klimahotels kompensieren Kohlendioxid-Ausstoß sogar.
www.viabono.de
www.klima-hotels.de

Wie engagiert ist ein Branchenriese?
Die TUI lässt die Gäste außer "Hotel insgesamt" und "Service" nun auch "Umwelt" bewerten. "Umweltchampion" ist demnach ein Hotel in der Türkei, das seine Abwässer über eine biologische Kläranlage entsorgt, Müll trennt und regenerative Energien verwendet. Und: Auf dem Gelände verkehren nur Elektrofahrzeuge. www.tui.de


Mehr zu den Themen: Ökologie, CO2

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